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Wie geht es Elefantin ‚Mali' wirklich?

07/05/2017 17:24 CEST | Aktualisiert 07/05/2017 17:24 CEST
Getty

Wir blicken in diesem Blog ja gelegentlich auch mal über den Tellerrand und diesmal möchte ich die Elefantin Maali zum Thema machen.

PETA hat seit Jahren eine Kampagne, laut der die Elefantendame, die sie ohne das zweite a schreiben, in „großer Not" sei.

Wenn Zoogegner so etwas behaupten, muss man erstmal skeptisch sein, denn: klar werden die alles behaupten, was Zoohass schürt, denn mit dem Schüren des Hasses verdienen sie ihr Geld, weil dieser ihnen Spenden bringt. Unvoreingenommen sind sie also nicht und somit lohnt sich ein Faktencheck.

2017-05-02-1493741609-6713716-maaligras.jpg Maali spielt sehr gerne mit Enrichments. Foto: Taingvitou Mut, Eric M. Davis, ZooNation.Org

Maalis Geschichte

Ihr Vorname bedeutet ‚die Gesegnete', doch gesegnet war ihr Lebensstart nicht gerade. Als Waisin wurde sie im Wald Sri Lankas aufgefunden und kam dann ins Pinnawala Elephant Orphange. Von dort aus kam als diplomatisches Geschenk in den Zoo von Manila. Hier lernt sie Sheba kennen - eine Zirkuselefantin, die in den Zoo gekommen war.

Sie wusste allerdings mit der kleinen Maali nichts anzufangen und wurde sogar aggressiv, weshalb man die beiden kaum zusammenhalten konnte - im Interesse der Sicherheit des damals noch jungen Elefanten.

Heute ist Maali mit rund 40 Jahren nicht mehr die Jüngste. Vor kurzer Zeit hat sie der Elefantenexperte Dr. Nikorn Thongtip vom Kasetsart University's Department of Large Animal and Wildlife Clinical Sciences untersucht: sie sei absolut gesund, nur etwas füllig.

Sie lebt aktuell ohne Artgenossen, ist aber nicht allein, denn Pfleger und Volunteers kümmern sich mit viel Liebe und großem Respekt um sie.

In direktem Kontakt, ohne Elefantenhaken, hat man ihr grundlegende Husbandry Behaviours beigebracht und sie bekommt immer wieder Enrichments und wird liebevoll umsorgt. Sie ist kein einsamer Elefant, der vor sich hin vegetiert, sondern eine alte Dame mit einem respektvollen Pflegepersonal, das sie liebt.

Ob sie je wieder mit Artgenossen zusammenkommt, ist fraglich. Erstmal muss ein Tuberkulose-Test gemacht werden und dazu ist noch Training nötig. Sollte der Befund dann negativ sein, könnte sie theoretisch in eine andere Gruppe.

Fraglich ist, wie sinnvoll es ist, die Rentnerin noch in eine Gruppe zu stecken. Will man ihr das noch zumuten? Das wird entschieden werden, wenn die Fakten geklärt sind - und zwar von Menschen, die sich mit ihr selbst, aber auch ihrer Art auskennen. Zoogegner werden hier, so ist der aktuelle Stand, und es ist im Interesse des Tieres zu hoffen, dass es auch so bleibt, keinen Einfluss haben.

2017-05-02-1493741758-7465092-maalihelpinghand.jpg Maali genießt die Interaktion mit den Freiwilligen. Foto: Taingvitou Mut, Eric M. Davis, ZooNation.Org

Aktuell geht es ihr nicht schlecht. Der Zoo in Manila braucht nur Unterstützung, die Haltung zu optimieren - ein Prozess, den unter anderem ZooNation.Org finanziell und mit der nötigen Expertise unterstützt. Es ist sogar auch eine weitere Modernisierung und Erweiterung der Anlage geplant. Es tut sich also gerade viel zum Wohle des Tieres.

Was tut PETA?

Für das Tier: Nichts. Das einzige, was gemacht wird ist eine unseriöse Werbekampagne, die unter anderem ZooNation.Org widerlegt wird.

Es ist erstaunlich wie dreist hier Fake News als Fakten verkauft werden. Ärgerlich ist, dass PETA hier Geld verschleudert - und das in Mengen mit denen man die Haltung schon längst hätte weiter modernisieren und erweitern können. Auch Medien kritisieren dieses Vorgehen.

PETAs Petition ist, wie so häufig in anderen Fällen, auch in diesem Fall völlig sinnlos, weil sie am Thema vorbei geht. Das Tier soll, laut PETA, in ein Sanctuary und dort mit anderen Elefanten vergesellschaftet werden. Das ist eine völlig illusorische Forderung, die kein seriöser Halter zum aktuellen Zeitpunkt so beschließen würde.

Jeder, der sich nur ein wenig damit auskennt, weiß das auch. Warum gibt es die Petition trotzdem? Nun, wer unterschreibt muss Name, Vorname, Postleitzahl mit Ort, Land und eine Mailadresse als Pflichtfelder ausfüllen. So kommt man natürlich an Adressen. Etwas mehr als 500 haben sie so sammeln können.

Differenzierung wichtig

Man muss sich darüber klar werden, dass PETA keine konstruktive Zookritik betreibt. Die Tierrechtsorganisation ist einfach nur dagegen: Gegen jede Tierhaltung - vom artgemäß gehaltenen Zooelefanten bis zum Blindenhund, vom geretteten Schweinswal bis zur Familienkatze, vom geliebten Pony bis zum Meerschweinchen.

Ganz anders geht ZooNation.Org vor: hier wird versucht produktiv etwas für das Tier zu verändern und es gelingt.

Wir müssen differenzieren zwischen verschiedenen Zoos. In der Zeit der 'Sixth Extinction' brauchen wir moderne Zoos - und zwar noch mehr davon. Deshalb ist es sinnvoll, Zoos auf dem Weg zu unterstützen, das moderne Zoo-Konzept ausleben zu können.

Dazu braucht es keine Nein-Sager, sondern Menschen, die anpacken und etwas in die richtige Richtung bewegen. So erreicht das Netzwerk der freiwilligen Helfer im Manila Zoo für das Wohl der Tiere um ein Vielfaches mehr, als jene, die sich von der heimischen Tastatur aus berufen fühlen, Hashtags zu pushen oder Zoohasser zu unterstützen. Aktionen, wie die von ZooNation.Org, sind stärker als Hashtags und erreichen auch wirklich etwas zum Wohl der Tiere.

Zoogegner und Zoounterstützer

Radikale Tierrechtler haben am letzten Aprilwochenende 2017 eine Rauchbombe im Tiergarten Nürnberg gezündet und sind zu den Tieren ins Becken gesprungen. Sie haben gezeigt, dass ihnen das Wohl der Tiere völlig egal ist.

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Derweil, von den Medien leider viel weniger beachtet, haben die Volunteers in Manila edukative Führungen gemacht, die Tiere liebevoll umsorgt und ihnen wieder Enrichments gebracht, die den Tieren, wie etwa Maali oder Bertha, Freude bereiteten. Sie haben gezeigt, dass ihnen das Wohl der Tiere nicht egal ist.

Das sind die Positionen, die sich gegenüberstehen, gemessen an ihren aktuellen Taten. Ich will sie gar nicht bewerten, nur auf einen passenden Spruch hinweisen: „Worte zeigen, was jemand gerne wäre. Taten zeigen, was jemand wirklich ist."

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