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Himmelschreiende Ungerechtigkeit - Sonderrechte für PETA?

18/11/2017 11:29 CET | Aktualisiert 18/11/2017 11:29 CET
MarkMalleson via Getty Images

Jüngst machte PETA Schlagzeilen, dass der Loro Parque den Prozess gegen die radikale Tierrechtsorganisation, die jede Form der Tierhaltung beenden möchte, verloren habe. Das stimmt nicht so richtig, denn das Gericht gab PETA in allem Unrecht, was sie über die Haltung der Orcas sagen und bestätigte das Wohlergehen der Tiere. Die Richterin betonte sogar ganz ausdrücklich, dass die Haltung der Tiere in Ordnung und vor allem auch rechtmäßig und nicht tierquälerisch sei. Es handelt sich in der Sache um eine Niederlage auf ganzer Linie für PETA. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass es den Tieren gut geht.

2016-11-26-1480167779-6759169-DSCF8707ketokohanaskylamorgan.JPG Bester Zoo der Welt: Loro Parque. Die Orcas werden artgemäß gehalten und sind Botschafter ihrer Art und ihres Lebensraumes. | © Philipp J. Kroiß

Woran sich PETA aufrichtet, ist die Tatsache, dass das Gericht ihnen sinnloserweise das Recht einräumte, dieser erwiesenen Lügen trotzdem als Meinung zu verbreiten. Das Gericht sagt, salopp paraphrasiert: "Ihr lügt, aber macht ruhig weiter damit."

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Mal davon abgesehen, dass so ein Urteil moralisch noch weit mehr als verwerflich ist, schadet dieses Urteil nicht nur dem Loro Parque, nicht nur den Zoos allgemein, nicht nur dem damit verbundenen Tourismus, nicht nur den völlig zu Unrecht diffamierten Menschen, sondern der ganzen Gesellschaft - ja, sogar der Demokratie.

Wir erleben auf der ganzen Welt wie Fake News Politik machen: Trump wird Präsident, die AfD kommt in den Bundestag - in den Kampagnen spielen Fake News nach wie vor eine wichtige Rolle. Genauso wie in den Kampagnen von PETA. Dass Leute ungestraft lügen, ist schon eine Sache - eine völlig andere Qualität hat das aber, wenn ein Gericht diese Lüge feststellt und sie dann trotzdem weiter zulässt und einer falsche Tatsachenbehauptung zur Meinung nobilitiert.

Ein solches Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der rechtschaffenden Menschen, die solche menschenverachtenden Kampagnen nun über sich ergehen lassen müssen. Spricht man mit den Opfern dieser Schmierenkampagne von PETA, trifft man auf Menschen, die Orcas lieben und in ihrer Pflege weit über das hinausgehen, was man „Dienst nach Vorschrift" nennt: 24 Stunden werden die Tiere geschützt, rund um die Uhr sind Menschen rufbereit, wenn etwas los ist.

Schon früh am Morgen beginnt die erste Schicht der Trainer und die letzte hört spät am Abend auf. Obgleich der Loro Parque sehr gut zahlt, wird kein Trainer damit reich werden. Die Leute machen es auch gar nicht, um reich zu werden, sondern weil sie die Tiere lieben und die Orcas lieben die Trainer wiederum auch - natürlich auf eine freundschaftliche Art. PETA ist das egal, denn sie wollen Spenden sammeln und dazu ist ihnen bekanntlich im Prinzip jedes Mittel Recht: dass sie sich als Tierrechtler nicht mal für ein Recht auf Leben für Tiere einsetzen, ist hinlänglich bekannt.

Die Gewinnspanne für PETA ist bei solchen Kampagnen riesig - wohl bei weitem größer als die Gewinnspanne der Leute, die sich wirklich für den Schutz der Tiere einsetzen. Dass vor dem Hintergrund moderne Zoos als geldgierig verschrien werden, ist eine von vielen Lächerlichkeiten in den Kampagnen von PETA.

Wer den Loro Parque attackiert, attackiert nicht nur einen Zoo, nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Insel. 80% der Menschen auf Teneriffa leben auf die ein oder andere Weise vom Tourismus. Der Zoo ist deshalb mit die wichtigste Säule der Wirtschaft, der nicht nur 1.000 Menschen Arbeit gibt, sondern auch Aufträge an zahlreiche externe Firmen vergibt, Millionen Menschen auf die Insel lockt und nicht zuletzt auch viel für den Tier-, Natur- und Artenschutz direkt vor der Haustür macht: erst zuletzt finanzierte der Loro Parque zum Beispiel eine Erweiterung eines völlig überlasteten Tierheims.

Auf der ganzen Welt ist das mit erfolgreichen Zoos ähnlich. PETA attackiert hier nicht nur einen Zoo, sondern eine ganze Region. Wenn dies mit erwiesenen Lügen geschieht, muss das strafbar sein. Sie gewähren zu lassen ist gefährlich, denn diesen Werteverfall gegen Lügen, Populismus und Fake News nicht entschieden vorzugehen, kann sich ein Rechtsstaat weder wirtschaftlich, noch moralisch leisten.

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