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Delfinariengegnerin Naomi Rose gerät in Kritik

25/02/2016 17:42 CET | Aktualisiert 25/02/2017 11:12 CET
federicoriz via Getty Images

Naomi Rose ist eine SeaWorld-Gegnerin. Sie arbeitet für verschiedene Organisationen, die gegen Delfinarien sind.

So etwa auch die, nicht nur aktuell, stark kritisierte Human Society of the United States (HSUS). Laut humanewatch.org, gab es ein 100 Millionen Dollar "Investment" in der Karibik, aber nur ein Prozent des von der Organisation gesammelten Geldes galt den lokalen Tierheimen in den USA. Ein Großteil der Spenden ging laut Schätzung an Anwälte, Lobbyisten und die Geldbeschaffer, statt an Tiere, wie humanewatch.org veröffentlichte.

Unter der Supervision dieser Organisation verfasst Naomi Rose 2009 ein Papier das besagt, dass nur fünf Prozent der veröffentlichten Studien über Wale und Delfine tatsächlich in Meeresparks durchgeführt wurden.

Rose und ihre beiden Co-Autoren behaupteten weiter, dass die zoologischen Einrichtungen der Vereinigten Staaten nichts von Wert zu der Wal-Wissenschaft beitrugen.

Dieser These hat sich die unabhängige, renommierte und international anerkannte Expertin Heather Hill angenommen. Sie ist eine erfahrene Wissenschaftlerin und hat als solche auch nicht wenige bedeutende Arbeiten veröffentlicht. Dr. Hill arbeitete etwa über die Beziehung zwischen der Delfinmutter und ihrem Kalb, als auch über andere Sozialbeziehungen von Delfinen.

Neben großen Tümmlern, studierte sie auch Belugas und Orcas. Sie arbeitete unter anderem auch mit dem dolphin communication project zusammen, das dafür bekannt ist unabhängig zu sein und sowohl in der Wildbahn als auch in Menschenobhut tiergerechte Forschungen durchzuführen.

"Her conclusion? Naomi Rose was not telling the truth."

"Ihre Conculio? Naomi Rose erzählt nicht die Wahrheit."

- Erin Mc Kinney, Awesome Ocean

Mit einem Co-Autor hatte sich Dr. Hill den Thesen von Naomi Rose angenommen. Insgesamt 32 Prozent der Veröffentlichungen benutzten Daten aus zoologischen Einrichtungen (29 Prozent ausschließlich zoologische Daten, 3 Prozent sowohl Daten aus der Wildbahn als auch aus Menschenobhut).

32 Prozent? Das ist weit entfernt von Roses 5 Prozent - sogar mehr als sechsmal soviel. Es zeigt sich wieder, wie Daten nicht richtig von Delfinariengegnern aufbereitet werden, um wissenschaftlich geführten Delfinarien zu schaden.

Für die Forschung sind Wildbahn und Menschenobhut wichtig

Wie auch echte Experten es bestätigen, gibt es viele Dinge die man nur oder besser in Menschenobhut erforschen kann. Ohne die Forschung in Menschenobhut, wären viele Erkenntnisse der Vergangenheit kaum möglich gewesen, und auch ebenso wenig viele Entwicklungen zum Schutz der Tiere.

"While it is important to continue to examine animals in their natural environments, there is much to be learned from studies conducted with animals in captivity."

"Während es wichtig ist, weiterhin Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu untersuchen, gibt es viel von Studien zu lernen, die mit Tieren in Menschenobut durchgeführt wurden."

- Heather Hill & Monica Lackups

Man hat drei Möglichkeiten Wale zu erforschen: Durch die Forschung in der Wildbahn, die Forschung in Menschenobhut und die Forschung am toten Tier. Früher konnte man nur in der Wildbahn und an toten Tieren forschen und wusste wenig.

Ein großer Erkenntniszuwachs hat dann die Forschung in Menschenobhut gebracht. Viele Erkenntnisse wurden erst dadurch möglich. Noch lange ist nicht alles erforscht und es gibt noch vieles zu entdecken und zu entwickeln, um die Tiere besser zu verstehen und ihnen dann noch besser helfen zu können.

Dazu muss man Hand in Hand arbeiten, wie es die renommierten Wissenschaftler tun. Heutzutage kann niemand, der ernsthaft Wissenschaft in diesem Bereich betreibt, auf die Erkenntnisse verzichten, die man in Delfinarien trifft oder getroffen hat.

Vielen Dank an Awesome Ocean für die Erlaubnis, den Artikel für die deutsche Leserschaft zu adaptieren.

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