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Verbraucherschutz: Wohin mit welchem Problem?

10/05/2017 14:20 CEST | Aktualisiert 10/05/2017 14:21 CEST
djedzura via Getty Images

Konsumenten sind in Deutschland und der Europäischen Union - relativ zu anderen Ländern oder Handelsbünden - gut geschützt. Häufig wissen jedoch die Menschen zu wenig darüber, wer ihnen helfen kann und dass diese Hilfe in vielen Fällen auch keine nennenswerte finanzielle Belastung darstellt. Wir stellen Ihnen daher im Folgenden - ohne den Anspruch der Vollständigkeit - einige Anlaufstellen vor, die teilweise sogar nichtkommerzieller Natur sind. Das Wichtigste ist, sich mit Hilfe von Profis zu wehren. Einzelkämpfer befinden sich erfahrungsgemäß auf verlorenem Posten wieder:

Anwälte: Juristen sind gewiss meist die teuerste Variante, jedoch oft die effektivste. Achten Sie hier darauf, dass Sie sich an einen spezialisierten Fachanwalt wenden. Das kann Ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen.

Mieterbund: Der Mieterbund ist so etwas wie der ADAC für Menschen ohne Wohneigentum. Die meisten regionalen Mieterbünde bieten kostenfreie juristische Beratung an, die Mitgliedsbeiträge sind sehr moderat, die Expertise aufgrund der hohen Spezialisierung meist gut bis sehr gut.

Lohnsteuerhilfevereine: Wer sich keinen Steuerberater leisten kann, ist hier sicher nicht verkehrt. Ähnlich dem Mieterbund erhält man hier Hilfe, die man sich als Kleinverdiener sonst nicht leisten könnte.

Verbraucherzentralen: Zu fast allen Fragen von Konsum, Handel, Dienstleistungen und Versicherungen wissen die Verbraucherzentralen rat. Achten Sie darauf, dass Sie bei keiner "privaten" Verbraucherschutzgruppe landen, denn diese können unter Umständen eine sehr eigene Agenda verfolgen. Namen können wir aus rechtlichen Gründen hier nicht nennen, aber halten Sie sich einfach an die gute alte Verbraucherzentrale.

Kommerzielle Dienstleister: Im Bereich des Fluggastrechts gibt es inzwischen Services, die verärgerten oder geprellten Passagieren die Streiterei mit der Fluggesellschaft abnehmen und dafür bei Erfolg einen Teil der Entschädigung als Honorar verlangen. Viele davon arbeiten effektiv und seriös. An welches Unternehmen Sie sich im Einzelfall wenden, sollten Sie im Vorfeld recherchieren. Es gibt Bewertungen im Netz.

Union Deutscher Verbraucher (UDV): Der Verbund, für den ich selbst auch schreibe, ist ein nichtkommerzielles Netzwerk von Journalisten aus dem Bereich des Verbraucherschutzes. Uns ruft man, wenn Öffentlichkeit helfen könnte.

Ombudsstellen: Viele Verbände, Aufsichtsbehörden oder Firmen bieten neutrale Ombudsleute als Vermittler an. Achten Sie darauf, dass diese wirklich neutral sein.

Datenschutzbehörden: Bei Ärger mit Datensammlern sind die Datenschutzbehörden der Länder eine gute Anlaufstelle. Ein besonderer Tipp für von Google Geschädigte: für diesen Giganten ist in Deutschland die Datenschutzbehörde des Landes Hamburg zuständig. Einfach direkt dorthin wenden.

Patientenberatung: Als Patient sitzt man oft zwischen allen Stühlen. Ärzte, Krankenkassen, die eigene Angst. Hier kann die neutrale Patientenberatung helfen.

Dies ist nur eine Auswahl an Hilfsangeboten. Wichtig ist es, aktiv zu werden und sachkundigen Rat einzuholen. Viel Erfolg!

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