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Staatliche Studie bringt Licht ins Gerücht

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Vladislav Nosick via Getty Images
Vladislav Nosick via Getty Images

Gerüchte statt Gerichte: Geht es um das Essen, vermischen sich Glaube und Realität, übernimmt gepflegtes Laienwissen die Oberhand. Selbst Verbände sind auf diesem Spielfeld schwankend wie ein Schiff bei rauer See.

Erst hieß es über Jahren, Kohlenhydrate seien die unverzichtbare ultragesunde Grundlage unserer Ernährung, dann kam die Low Carb Hysterie. Wobei "Low Carb" nichts anderes bedeutet, als möglicht wenig Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Passt irgendwie nicht zusammen.

Das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht den Dingen endlich ordentlich auf den Grund, und zwar mit der MEAL-Studie. Ein passendes Akronym für (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln), denn "Meal" ist das englische Wort für "Mahlzeit". Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mit einem Science Lunch eine eigens dafür eingerichtete Studienküche eingerichtet.

Bei der BfR-MEAL-Studie werden erstmals in Deutschland systematisch und repräsentativ Lebensmittel im verzehrfertigen Zustand analysiert. „Durch die mit rund 13 Millionen Euro staatlich geförderte Studie lässt sich noch genauer einschätzen, welche gesundheitlich förderlichen oder unerwünschten Stoffe in unseren Lebensmitteln nach der Verarbeitung, Lagerung und Zubereitung tatsächlich enthalten sind.

Das ist einmalig in Deutschland und ein wichtiger Beitrag für fundierte Ernährungsempfehlungen", sagt der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt. „Als Minister für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist der bestmögliche Schutz vor gesundheitlichen Gefahren durch Lebensmittel mein Ziel.

Wir haben in Deutschland und Europa bereits einen hohen Sicherheitsstandard bei Lebensmitteln. Und wir verbessern die Lebensmittelsicherheit immer weiter - zum Beispiel mit Forschungsprojekten wie der BfR-MEAL-Studie".

BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel betont: „Die BfR-MEAL-Studie ist im Vergleich zu anderen (...) die umfangreichste Studie weltweit, bezogen sowohl auf die Anzahl untersuchter Lebensmittel als auch auf die Anzahl an Stoffen."

Die Union deutscher Verbraucher (UDV) begrüßt MEAL ausdrücklich, da der Lebensmittelbereich einer jener ist, in denen immer noch Marketing und Mund-zu-Mund-Halbwissen statt echter Fakten regieren. "Saubere, von der Industrie unabhängige Wissenschaftlichkeit unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen tun Not und MEAL ist ein guter Schritt", so Harald Kipper von der UDV.

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