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Krise in der CSU: Konservative verlassen die Partei

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DAVID BENDELS
dpa
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CSU-Krise: Der Vorsitzende und Gründer des Konservativen Aufbruchs, David Bendels wird aus der CSU gemobbt. Heute erklärte er seinen Austritt aus der Partei. Zahlreiche Mitglieder kündigen an, ihm zu folgen.

Bendels geht in einem auf Facebook veröffentlichten Statement hart mit seiner Partei ins Gericht: "Die Union -vor allem die CDU- ist seit Jahren auf dem Holzweg. Die Kanzlerschaft Merkels mit einfachen Antworten wie "Scheitert der Euro, scheitert Europa" oder "die EU braucht die Türkei und die Türkei braucht Europa" ist eine Geschichte von Versagen und Scheitern."

Der Konservative Aufbruch sei nun von linientreuen Parteisoldaten gekapert worden und kann laut Bendels "zukünftig kaum mehr als konstruktiver "Stachel im Fleisch der CSU" agieren".

CSU keine konservative Partei mehr

Die CSU mühte sich bisher redlich, neben der AfD als die letzte Hoffnung für konservative Wähler zu erscheinen. Diese Hoffnung ist die CSU nach dem heutigen Tag nicht Mal für ihre eigenen Mitglieder mehr. Umso weniger kann sie es nun für die Wähler sein. Damit verschwindet nach der CDU eine weitere konservative Kraft aus dem Parteienspektrum Deutschlands.

Kleine Regionalpartei

Der Anlass für Bendels, nun die Reißleine zu ziehen, war ein Brief der CSU-Führung, in dem ihm verboten wurde, an einer AfD-Veranstaltung in Hessen teilzunehmen. Dass die CSU ihren Mitgliedern verbietet, gemeinsam mit der AfD in Hessen aufzutreten, verwundert mich sehr.

Vor allem, wenn das Argument heißt, Bendels würde damit "unmittelbar und öffentlich einen politischen Konkurrenten der CSU unterstützen." Die CSU ist als kleine Regionalpartei für die AfD bundesweit keine Konkurrenz. Wir sind jetzt dabei, die SPD vom Platz zwei der Volksparteien zu verdrängen. Nicht nur, dass die CSU in Hessen gar nicht präsent ist - die Partei erreicht in den aktuellen Umfragen bundesweit gerade mal 6%.

Damit liegt sie sogar noch hinter den Grünen, Linken und der FDP. Somit ist sie für die AfD als Konkurrenz gar nicht relevant - denn wir sind mit aktuell 15% die drittstärkste Kraft in Deutschland.

Bei den CSU-Mitgliedern wächst das entsetzen darüber, mit welchen Methoden die Parteiführung ihre eigenen Mitglieder unter Druck setzt. denn letztenn endes wurde David Bendels von der eigenen Führung aus der Partei weggemobbt. Die Parteiführung der CSU versucht damit innerparteilich ihre eigenen Mitglieder genauso zu unterdrücken, wie sie seit geraumer Zeit die AfD im öffentlichen Leben zu bekämpfen versucht.

Statt sich den Argumenten der AfD zu stellen, übt die CSU lieber hinten rum Druck auf Wirte aus, der AfD keine Räume für ihre Veranstaltungen zu geben. Gleichzeitig stimmen CSU-Funktionäre weiteren Finanzierungen von linksextremistischen Vereinigungen aus öffentlichen Mitteln zu, die dann gewalttätig gegen die AfD vorgehen.

Bendels befürchtet, dass es in der CSU "zukünftig keine öffentlich zugespitzte Kritik mehr an den Beschlüssen der Parteiführung" wird geben dürfen. Seiner Ansicht nach, ist "gelebte Demokratie innerhalb der Union meist nur noch Folklore"

Franz Josef Strauß würde sich im Grab umdrehen

Das ist der bisher traurige Höhepunkt bei dem Linksruck der CSU. Franz Josef Strauß würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das erleben müsste. Bendels selbst schließt seinen Abschiedsbrief an alle ehemaligen CSU Kollegen mit einem Zitat von Franz Josef Strauß: "Das heutige politische Leben wird leider stark von den anpassungsfähigen und geländegängigen Typen bestimmt." Ein verärgertes CSU-Mitglied kommentiert auf Facebook: "Horst Seehofer muss aufpassen, dass er nicht zum Totengräber der CSU wird".

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