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Todesstrafe: Wiedereinführung in New Mexico?

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Die Gouverneurin des US-Bundesstaates New Mexico will die Todesstrafe wieder einführen. Gegen dieses Vorhaben regt sich Widerstand durch die römisch katholischen Bischöfe des Staates, aber auch anderer Gegner der Todesstrafe.

Gov. Susana Martinez hat am Dienstag den Vorschlag gemacht, die Todesstrafe wieder auf die Agenda zu setzen. Aus politischen Kreisen werden Stimmen laut, sie wolle mit diesem Vorschlag lediglich von den derzeitigen Haushaltsproblemen ablenken. Ihr Vorgehen sei unverantwortlich. Von Unterstützerseite bekommt Martinez jedoch viel Applaus. Sie argumentieren vor allem mit einer angeblich zunehmenden Flut von schweren Verbrechen.

Die Todesstrafe wurde im Jahr 2009 in New Mexico abgeschafft und dafür als Höchststrafe "Lebenslänglich ohne Möglichkeit auf Bewährung" eingeführt. Doch spätestens seit dem schrecklichen Verbrechen an der 10-jährigen Vitoria Martens, das mit ihrem Tod endete, sind die Rufe nach der Todesstrafe erneut aufgeflammt. So schrecklich dieses Verbrechen ist, um so zynischer ist es nun, es für die Forderung nach staatlich legitimiertem Mord zu missbrauchen, mit all seinen Nachteilen und Konsequenzen. Zumal die Todesstrafe solche Verbrechen nicht verhindern kann. Die aufgeheizten Emotionen werden von der Gouverneurin benutzt. Sie bedient sich den dunklen Trieben eines Mobs, der, wenn losgelassen, in der traurigen Vergangenheit immer wieder zum Lynchmob eskalierte.

Gov. Martinez verkündet jedoch zielgerichtet, dass Menschen die z.B. Polizisten töten, exekutiert werden sollten, denn sie hätten sich an den Helden des Staates vergangen, welche das Leben derer schützen, die das ganze Leben noch vor sich hätten. Dann fügt sie noch hinzu: "Es ist Zeit zu sagen, genug ist genug."

Der Erzbischof von Santa Fe, John C. Wester antwortet auf Gov. Martinez populistische Forderung mit dem Hinweis, sie wolle damit davon ablenken, dass der Gesetzgeber seiner Aufgabe nicht nachkomme, für Projekte Geld bereit zu stellen, von denen die Kinder profitieren würden. Wester führt weiter aus: "Wir müssen uns fragen, wie wir den Kindern mehr helfen und wir denken, dies ist die wirkliche Aufgabe. Es scheint mir politisch motiviert zu sein, ohne Blick auf die wichtigen Fragen." Er zitiert dann den Papst mit den Worten: "Es ist nicht das Recht des Staates ein Leben zu nehmen."

In New Mexico wurde lediglich ein Mensch seit 1960 bis zur Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 2009 hingerichtet. Eine Verurteilung zum Tod für Verbrechen die bis jetzt begangen wurden, wäre im Übrigen rechtlich nicht möglich.

Eine Entscheidung für die Wiedereinführung der Todesstrafe in New Mexico könnte bereits im November diesen Jahres getroffen werden.

Weitere Informationen zum Thema Todesstrafe: lancelotarmstrong.wordpress.com