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Texas hat nächsten Mord begangen

23/11/2015 10:23 CET | Aktualisiert 23/11/2016 11:12 CET

Raphael Deon Holiday hingerichtet.

Seine "Anwälte" ließen ihn allein!

Texas hat wieder einen Menschen, im Namen des Volkes, hingerichtet. Wohl wissend, dass nicht unerhebliche Teile dieses Volkes gegen die Todesstrafe sind. Aber die Mehrheit in Texas ist nach wie vor für diese Rachejustiz.

Raphael Deon Holiday (36), ist gegen 20:30 Uhr (Ortszeit), für tot erklärt worden. Als ihm die tödliche Dosis Pentobarbital verabreicht wurde, nahm er zwei tiefe Atemzüge, dann blieb sein Mund geöffnet und er keuchte mehrmals. Sein Todeskampf dauerte 19 Minuten. In seinen letzten Worten sagte er: "Ich liebe euch alle. Ich möchte, dass ihr wisst, ich werde immer bei euch sein." 

Alle Bitten um Gnade, an den  Gouverneur Greg Abbott, wurden ignoriert, denn er ist, wie sein Vorgänger Rick Perry, ein leidenschaftlicher Anhänger dieser martialischen Strafe.

Holidays Anwälte ließen ihn allein!

Wie so oft, wurde auch Holiday nur von Pflichtanwälten verteidigt. Bekanntermaßen sind ja fast nur arme Menschen in den Todestrakten der USA. Und eben diese "Anwälte" verweigerten Holiday jede weitere Unterstützung, als die Richter des Obersten Gerichtshof sich im Juni weigerten, seinen Fall zu überprüfen. Um es noch mal klar und deutlich zu sagen: SEINE PFLICHTANWÄLTE VERLIEßEN IHN - SIE SAHEN FÜR IHN KEINE CHANCE MEHR - SIE LIEßEN IHN ALLEIN!!!

Deutlicher kann kaum die katastrophale Lage der Todeskandidaten in den USA vorgeführt werden...

Holiday bestritt immer, dass er seine Kinder töten wollte. Holiday: "Ich liebte meine Kinder. Ich wollte nie einem von ihnen schaden". Sie waren bei einem Hausbrand ums Leben gekommen, den er verursacht haben soll. Details siehe hier: http://wp.me/p2X1th-zW

Wir können es nicht oft genug betonen. In der BRD hätte er eine zweite Chance bekommen - Doch der Staat Texas scheint nur Rache zu kennen, die er meist an Menschen verübt, die eine dunkle Hautfarbe haben.

Verzweifelter Kampf von Lancelot Armstrong

lancelot_armstrong2014 Lancelot Armstrong

Auch der von uns betreute Lancelot Armstrong, der seit 1991 in der Todeszelle von Florida sitzt, hat nur solche Pflichtanwälte, weil ihm das Geld für eine gute Verteidigung fehlt.

So muss er sich von Menschen verteidigen lassen, die von denen bezahlt werden, die ihn umbringen wollen! - Verzweifelt schreibt er uns immer wieder über diese schlimme Lage. Auch dass sich seine Pflichtverteidiger weigern, ihm in vielen Angelegenheiten zu helfen, da sie als Pflichtverteidiger dazu nicht autorisiert wären. Dass bedeutet, sämtliche Angelegenheiten, die seine Gesundheit betreffen, evtl. Misshandlungen und Beleidigungen durch Wärter, die Tatsache, dass man ihm koschere Nahrung verweigert usw., können von ihm nur per Privatklage gehandhabt werden.

Der Staat misshandelt ihn und er darf sich nur mit privaten Anwälten wehren, die er nicht hat, weil er kein Geld hat und arbeiten dürfen die Todeskandidaten nicht, um Geld zu verdienen - Ein Teufelskreislauf... Das ist die gnadenlose, rechtlose Situation der Todeskandidaten, deren Menschenrechte in den USA mit Füßen getreten werden!Darum bitten wir inständig: Helft Lancelot Armstrong. Einfach auf folgenden Link klicken:

https://www.betterplace.org/de/projects/29191-hilfe-fur-lancelot-armstrong-der-seit-1991-im-todestrakt-von-florida-ist

spendenbutton_betterplace

Video:„Dramatischer Anstieg": Todesstrafe: In diesen Ländern tötet der Staat immer noch Menschen

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