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Psychisch Kranker hingerichtet

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Trotz internationaler Empörung und Appelle wurde der schwer psychisch kranke William Morva (35) durch den US-Bundesstaat Virginia hingerichtet. Der Gouverneur Terry McAuliffe sah keine Gründe für eine andere Entscheidung. Morva starb durch tödliche Injektion.

Schizophrenieähnliche Erkrankung
Wir berichteten bereits über die katastrophalen Vorgänge im Verfahren gegen William Morva. Psychologen diagnostizierten bei ihm eine schwere schizophrenie-ähnliche Erkrankung.
Den Geschworenen wurde in der Verhandlung wichtige Erkenntnisse über seinen Zustand vorenthalten. Es ist höchst wahrscheinlich, dass die ihm vorgeworfenen Taten, die Tötung eines Polizisten und eines Wächters, Folge seiner schweren Erkrankung waren. Auch schien Morva weder seine Situation richtig einschätzen zu können, noch die Konsequenzen zu verstehen.

UNO-Sonderberichterstatter schaltete sich ein
Einen Tag vor der Hinrichtung schalteten sich zwei UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechtsangelegenheiten ein und appellierten an den Gouverneur von Virginia den Verurteilten zu verschonen. Sie waren der Auffassung, dass der Prozess gegen den Gefangenen "nicht die Kriterien eines fairen Verfahrens erfülle" und zeigten sich "tief besorgt" über diese Informationen. Selbst dies lies den Gouverneur unberührt und er weigerte sich die Hinrichtung zu stoppen.

Letzte Worte unhörbar
Auf die Frage kurz vor seinem Tod, ob er noch etwas sagen möchte, antwortete William Morva: "Nein"
Ein Reporter, Drew Wilder,  welcher bei der Hinrichtung als Zeuge anwesend war berichtete, dass Morva eine Minute nachdem er letzte Worte verneinte, sich zu schütteln begann und sehr nervös erschien. Einige Minuten später fing Morva an zu sprechen, aber das Mikrofon im Raum übertrug seine Worte nicht. Kurz danach begann er nach Luft zu schnappen und sein Magen verkrampfte sich mehre male, sagte Wilder.

Panik und Terror
Der Spezialist Mark Edgar, ein Professor für Pathologie bemerkte zu dieser Art des Sterbens: "Auf diese Weise zu sterben ist unerträglich. Sie können ihre Atmung nicht kontrollieren - es ist schrecklich." Er meinte weiter,  der Todeskandidat könne Panik und Terror durchleben... Es ist eine Art des Sterbens ähnlich einem Ertrinkungstod.

Das ist kein Rechtsstaat. Das ist kein zivilisiertes Land. Das ist ein verabscheuungswürdiges System, das Menschenrechte mit Füßen tritt.

Weitere Infos zum Thema Todesstrafe: lancelotarmstrong.wordpress.com