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Pfizer liefert keine Drogen für Exekutionen mehr

Veröffentlicht: Aktualisiert:
LETHAL INJECTION
David J Sams via Getty Images
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Der Pfizer Konzern hat sich dazu entschlossen keine Drogen mehr für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen will deren Verwendung für diese martialische Strafe verhindern. Bereits 24 andere Unternehmen sind Pfizer mit dieser richtigen Entscheidung vorangegangen.

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Bei Pfizer geht es im Besonderen um die Firma Hospira, ein Unternehmen, welches Pfizer vor einem Jahr für 17 Milliarden US-Dollar gekauft hatte. Hospira stellte Natrium-Thiopental her. Diese Substanz wird u.a. für Hinrichtungen von Menschen in den USA verwendet. Öffentlicher Druck führte im Jahr 2009 zur Einstellung der Produktion bei Hospira.

Jedoch hat Hospira sieben weitere Produkte im Angebot, die für Hinrichtungen benutzt werden können. Da Hospira den Weiterverkauf durch Dritte nicht kontrollieren kann, besteht die Gefahr, dass diese Substanzen für Hinrichtungen missbraucht werden. Pfizer will da jetzt einen Riegel vorschieben.

In den letzten Jahren haben die US-Staaten, in denen Hinrichtungen durchgeführt werden, zunehmend Schwierigkeiten noch an die dafür nötigen Substanzen zu kommen. So hat z.B. Texas ein Gesetz verabschiedet, wonach die Quellen der Tötungssubstanzen geheim bleiben sollen. Auch werden in Texas diese Drogen zunehmend von sogenannten "Compounding Pharmacies" produziert. Dabei umgehen diese Apotheken die Arzneimittelzulassung und entziehen sich dadurch jeglicher Kontrolle.

Einst wurde die Hinrichtung mittels Todesspritze als humane Exekutionsmethode gepriesen, jedoch ist dieser Mythos längst passee. Im Gegenteil, es werden die Stimmen lauter, dass es sich bei diesen Hinrichtungen um grausame und extrem schmerzhafte Tötungen handelt.

So ging der Fall Clayton Lockett durch die Weltpresse. Sein schrecklicher Todeskampf wurde zum Symbol der verbrecherischen Lüge von einer "medizinisch sauberen" Hinrichtung.
Siehe auch: Clayton Lockett, die grausamen Details seiner Hinrichtung

In Florida, wo der von uns betreute Lancelot Armstrong seit 1991 von der Todesstrafe bedroht ist, wurden besonders grausame Bilder bekannt, von der Hinrichtung von Angel Diaz, der einen furchtbaren Todeskampf erlitt. Siehe auch unseren Bericht: Grausame Fotos aus Florida

Der "schöne Schein" einer "sauberen" Tötung ist entlarvt. Und es ist lobenswert, dass sich die meisten Pharmaproduzenten dagegen wehren, dass ihre Mittel für diese zum Tod führenden Foltermethoden genutzt werden.

Wer nun glaubt, dies könnte das Ende der Hinrichtungen in den USA bedeuten, liegt aber leider falsch. Es werden in vielen Bundesstaaten mittlerweile Alternativmethoden diskutiert, bzw.sind schon beschlossen worden.

So wird überlegt die Verurteilten wieder zu erschießen, zu vergasen aber auch der elektrische Stuhl scheint für diese Mörder im Namen des Gesetzes wieder attraktiv zu sein. Hier nur ein Beispiel für diesen Irrsinn: Oklahoma: Exekutionen mit Stickstoff künftig erlaubt!

Es gilt also, im Kampf gegen die Todesstrafe, nicht nachzulassen und den Druck gegen diese grausame Strafe weiter aufrecht zu erhalten.

Weitere Informationen zum Thema Todesstrafe.