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Ohio: Hinrichtung fehlgeschlagen

15/11/2017 20:50 CET | Aktualisiert 15/11/2017 20:50 CET

Der US-Bundesstaat Ohio hat die Exekution von Alva Campbell am Mittwoch abgebrochen, weil das Personal keine passende Vene gefunden hat, für die Injektion des Giftes. Alva Campbell ist ein alter, kranker Mann mit 69 Jahren. Er soll 1997 Charles Dials erschossen haben. Im Jahr 1998 wurde er dafür zum Tode verurteilt. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in staatlichen Einrichtungen. Jetzt hat dieser Staat versucht ihn zu töten.

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Die Henker versuchten eine Vene in seinen Armen zu finden, da dies nicht gelang suchten sie weiter in seinem rechten Bein unterhalb des Knies. Mit Hilfe eines Gerätes suchten sie nach einer „brauchbaren" Vene. Es war ein Gerät mit einem roten, blinkenden Licht, wird berichtet. Währenddessen „trösteten" seine Henker ihn, indem sie ihm auf die Schulter und den Arm klopften.

Dann nach ca. 80 Minuten der Suche wurden die Medienzeugen gebeten zu gehen, ohne dass man ihnen mitteilte, was nun weiter geschehen würde.

Gary Mohr (Leiter des „Ohio Department of Rehabilitation and Correction") sagte, der Zustand von Campbells Adern habe sich seit Dienstag verändert. An diesem Tag wurden sie kontrolliert. Nachdem er mit dem sogenannten „medizinischen Team" (wir bevorzugen „Henkerteam") gesprochen habe, ging er davon aus, dass es nicht möglich sei eine geeignete Ader bei Campbell zu finden.

Alva Campbell wird wieder in den Todestrakt zurück gebracht und es soll neue Überlegungen für ein nächstes Hinrichtungsdatum geben.

Genau vor solchen Problemen hatten die Anwälte Campbells gewarnt, der zudem extreme Atemprobleme hat und darum nicht im Liegen hingerichtet werden kann. Seine Anwälte versuchten auch mit Nachdruck auf seine schreckliche Kindheit aufmerksam zu machen, in der er schwer misshandelt wurde. Auch in der langen staatlichen Obhut machte das Kind traumatisierende Erfahrungen, so betonte seine Verteidigung.

Dieser Hinrichtungsversuch war nicht nur ein Versuch. Dieser Versuch war ein grausames Ritual, mit dem das Opfer spätestens seit dem Tag des Bekanntwerdens seines Hinrichtungsdatum auf schrecklichste Weise gequält wurde...

Weitere Informationen zu Campbells Fall sind hier zu finden.

Was bleibt... Entsetzen, Wut, Verzweiflung über ein verbrecherisches System, das von blindwütiger Rache getrieben scheint... Entsetzen, Wut, Verzweiflung über Teile eines Volkes, welches diese grausame und von niederen Instinkten geprägte Justiz fordert und anscheinend nicht genug davon bekommen kann. Ein pervertiertes, krankes Volk für das Gouverneure staatliche Morde begehen, um deren Stimmen bei der nächsten Wahl zu bekommen...

Und wir sind froh über die US-Amerikaner, die sich gegen diese martialische Strafe stellen, denn auch das sind die USA: Immer mehr Menschen die die Todesstrafe ablehnen.

Helfen wir mit, dass es immer mehr werden!

Weitere Infos zum Thema Todesstrafe: lancelotarmstrong.wordpress.com