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Gary Otte: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."

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Unmittelbar vor seiner Ermordung am Mittwoch in Ohio erklärte Gary Otte seine Liebe zu seiner Familie. Dann sang er christliche Verse und sagte: „Gott ist allzeit gut", „Es tut mir leid", „Ich möchte Gott begegnen" und „Herr, ich möchte dir dienen" - Gegen 10:39 Uhr hörte er auf zu singen. Seine letzten Worte waren: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun. Amen" - Es waren die Worte Jesus Christus, als er am Kreuz hingerichtet wurde. Auch die Todesliege, auf der Gary Otte gefesselt und getötet wurde, gleicht einem Kreuz...

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Gary Otte (45) wurde für die Morde an Robert Wasilkowski und Sharon Kostura im Jahr 1992 zum Tode verurteilt. Alle Versuche seiner Verteidigung die Hinrichtung zu verhindern scheiterten.
Bei dieser Hinrichtung wurde wieder das umstrittene Midazolam als erstes von drei Mitteln eingesetzt. Midazolam wird eigentlich zur Beruhigung von Patienten genutzt, um ihnen die Angst vor Operationen zu nehmen und dennoch die Patienten ansprechbar zu halten. Erst später wird eine entsprechende andere Droge gegeben, um die Patienten richtig zu betäuben. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Midazolam das Opfer nicht richtig betäubt und das Mittel keinerlei schmerzstillende Wirkung hat. Und dies, wo es eine unumstößliche Tatsache ist, dass zumindest das dritte Mittel (oft Kaliumchlorid), welches das Herz anhalten soll, bei einer Hinrichtung extremste Schmerzen verursacht! Der Verurteilte kann sich dann aber meist nicht mehr bemerkbar machen, da seine Muskeln vom zweiten Mittel (z.B. Panconiumbromid) vollkommen gelähmt sind. Es wird mit den verschiedensten Kombinationen experimentiert. Menschenexperimente!
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Die Hinrichtung Ottes sollte bereits am 15. März 2017 stattfinden, wurde jedoch von einem Richter untersagt, weil er die verwendeten Medikamente für unzulässig erklärte für Exekutionen. Auch am 13. Juni 2017, sowie am 26. Juli 2017 wurde die Hinrichtung gestoppt. Für den durch den Staat Ermordeten war sicher dies allein schon eine Qual, denn jeder Hinrichtungstermin ist für den Gefangenen eine furchtbare Situation, je näher der Termin kommt.

Die Todesstrafe ist ein von den niedersten Instinkten gesteuertes Bedürfnis und dies zeigt sich im Besonderen auch darin, dass viele Gefangene jahrzehntelang im Todestrakt auf ihre Hinrichtung warten müssen. Gary Otte hat sein Verbrechen mit 20 Jahren begangen, dafür wurde er 25 Jahre mit dem Todestrakt gefoltert und zum Schluss durch den US-Bundesstaat Ohio ermordet.

Weitere Infos zum Thema Todesstrafe: lancelotarmstrong.wordpress.com