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Florida wieder unter den Mörderstaaten

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Mark Asay wurde seit Jahrzehnten im Todestrakt gefoltert und nun hingerichtet. Sein Tod ist genauso sinnlos wie all die anderen Exekutionen vor ihm. In einem Interview, kurz vor seiner Hinrichtung, sagt er unter Tränen, wie leid ihm das alles tue, aber er hätte unter Alkohol gestanden und er hätte da einfach den Verstand verloren. Mark Asay wurde 1987 verhaftet wegen der Ermordung von Robert Lee Booker und Robert McDowell.

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Mark Asay wurde zudem einem Menschenexperiment unterzogen. Denn Florida hat ihn mittels einer Droge (Etomidat) hingerichtet, die in den USA noch nie für solch einen Zweck eingesetzt wurde. Und tatsächlich dauerte es 11 Minuten bis Mark Asay starb.

Video mit Mark Asay, vor seiner Exekution: https://youtu.be/HQrfisj0r2w

Wir wollen an diese Stelle nicht auf den Fall an sich eingehen, dies ist schon zur Genüge getan worden. Wir wollen hier über einen ganz anderen Fall berichten. Es geht darum, dass Florida offensichtlich so mordlustig ist, dass ihm Gesetz und Recht vollkommen egal scheint. Nachdem das Hurst-Urteil verkündet wurde, hätten eigentlich alle Gefangenen im Todestrakt, deren Todesurteil aufgrund einer nicht einstimmigen Entscheidung der Jury, quasi im Alleingang, durch den Richter beschlossen wurde, neu verhandelt werden müssen. Vollkommen willkürlich hat Florida aber entschieden, dass alle Fälle die vor dem 24. Juni 2002 entschieden wurden nicht neu verhandelt werden müssen, obwohl das Hurst-Urteil des US-Bundesgerichtes eben genau dies impliziert. Dadurch hat z.B. Lancelot Armstrong, der seit 1991 im Todestrakt von Florida gefoltert wird, tatsächlich demnächst ein neues Strafzumessungsverfahren und seine jetzige Todesstrafe ist erst einmal gekippt, da sein Verfahren vor dem 24 Juni 2002 eben noch nicht abgeschlossen war. (Lancelot Armstrong wird seit Jahren von der IHfL betreut).

Was für ein System - vielleicht besser Regime - ist das?! - Das sich selbst über höchstrichterliche Urteilssprüche hinwegsetzt, wenn es darum geht Gefangene zu morden. Wobei das Wort „Mord" eigentlich nicht reicht. Es stellt sich die Frage nach einer Steigerung des Wortes Mord. Heute hat Florida diese Steigerung vollbracht und dem Wort Mord eben genau diese Steigerung hinzugefügt. Die Steigerung von Mord wäre in diesem Fall also „FLORIDA". Denn genau dieser Staat, den die meisten Menschen wohl eher als den fröhlichen Sonnenstaat kennen, hat sich erhoben zum Übervater des Gesetzes - einzig und allein mit dem Ziel, seine verfassungsfeindliche Rechtsprechung, was die Todesstrafe betrifft, dennoch durchzusetzen...

Und was haben sie davon? - Werden irgendwelche Opfer dadurch wieder lebendig? - Natürlich nicht. Durch die Todesstrafe werden den Opfern nur noch mehr Opfer hinzugefügt und dies sind dann auch nicht nur die Verurteilten selbst, sondern alle die dem Gefangenen nahe standen. Sie haben eine unvergleichliche Qual erleben müssen. Jahrzehntelang bangten sie um das Leben des geliebten Menschen. Wir wollen hier Kapitalverbrechen nicht gut reden und sicher sind nicht alle Verurteilten brave Schäflein, aber was wir klar und deutlich sagen: Einen Menschen jahrzehntelang bei Todesandrohung einzusperren, um ihn dann nach unvorstellbarer Pein und Zeit dann tatsächlich wie ein Tier zu töten, und dies auch noch in Form eines Menschenexperimentes, zählt so ziemlich mit zu dem Dreckigsten und Verachtenswertesten, das ein Staat tun kann...
Gouverneur Rick Scott! - Sie sind eine Schande für die Menschheit!

Weitere Infos zum Thema Todesstrafe: lancelotarmstrong.wordpress.com