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Florida: Verfassungswidrige Hinrichtung am 24. August?

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Der US-Bundesstaat Florida hatte Anfang Januar 2016 seine letzte Hinrichtung durchgeführt. Damals ist Oscar Bolin exekutiert worden, kurz bevor alle Hinrichtungen in dem Bundesstaat eingestellt wurden, als Reaktion auf das Hurst gegen Florida Urteil. Nun will Florida das Moratorium beenden und am 24. August Mark Asay hinrichten. Er wird seit 28 Jahren im Todestrakt durch unmenschliche Bedingungen gefoltert.

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Trotz des eindeutigen Urteils im "Fall Hurst gegen Florida" versucht Florida erneut einen Menschen zu töten, obwohl das Oberste Gericht der USA in einer 8 zu 1 Abstimmung die Regeln bei Verurteilungen zum Tode in Florida für verfassungswidrig erklärt hat. Dabei kritisierte das Bundesgericht die Macht des Richters in Florida, der im Gegensatz zu den meisten anderen Bundestaaten, ein Todesurteil aussprechen konnte, auch wenn die Jury uneins war, also nicht alle 12 Jurymitglieder die Todesstrafe forderten. Mit einem jetzt willkürlich gewählten Datum will Florida, in völliger Ignoranz des Bundesurteils, Mark Asay ermorden. Fälle die vor dem 24. Juni 2002 entschieden wurden, sollen nicht neu verhandelt werden. Nur Verfahren die bis zum Stichtag noch nicht abgeschlossen waren, sollen eine neue Verhandlung bekommen.

Im Fall Mark Asay stimmte 1988 die Jury mit 9 gegen 3 Stimmen für die Todesstrafe. Daraufhin wurde Asay durch den Richter zum Tode verurteilt. Nach dem Hurst-Urteil ganz klar ein verfassungswidriges Urteil!

Neue Beweise könnten Unschuld nachweisen
Mark Asay wurde 1987 verhaftet wegen der Ermordung von Robert Lee Booker und Robert McDowell. Nun macht die Verteidigung geltend, sie hätte neue Beweise, die darauf hinweisen, dass Mark Asay evtl. die Morde nicht begangen hat. Auch sei die Verteidigung behindert worden, da sie nicht genug Zeit hatte sich vorzubereiten und Unterlagen und Dokumente von früheren Anwälten wären verloren gegangen, ja vielleicht sogar zerstört worden. Auch wurde die Jury falsch informiert, da behauptet wurde, die Kugeln hätten aus ein und der selben Waffe gestammt, aber tatsächlich scheinen die Projektile aus zwei verschiedenen Waffen abgefeuert worden zu sein.

Es zeigt sich erneut, dass der "Schlächter von Florida", Gouverneur Rick Scott, tatsächlich versucht, mit seiner Unterschrift unter den Hinrichtungsbefehl, seinem Namen alle „Ehre" zu machen. Kein Gouverneur Floridas vor ihm hat jemals so viele Menschen hinrichten lassen wie er, seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den 1970er Jahren. Diese staatlichen Morde scheinen ihm ein persönliches Anliegen zu sein.
Ich bitte die Leser dieses Artikels sich klar gegen diesen Unrechtsstaat und sein menschenverachtendes Vorgehen zu stellen und mittels der unten aufgeführten Petition Stellung zu beziehen:
https://www.change.org/p/governor-rick-scott-stopping-the-death-of-mark-james-asay

Per Mail an den Gouverneur:
Rick.Scott@eog.myflorida.com

Per Twitter an den Gouverneur:
@FLGovScott

Und hier noch eine englischsprachige Aktion - Stop the execution of Mark Asay:
https://catholicsmobilizing.org/action/2017-07/stop-execution-mark-asay

Weitere Infos zum Thema Todesstrafe: lancelotarmstrong.wordpress.com