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CSR - Synonym f├╝r Unternehmensverantwortung

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Gary Burchell via Getty Images
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Unternehmensverantwortung, dieser ÔÇ×Anstand" ├╝ber das Gesetz hinaus ist heute die ├╝bliche Erwartung an die Unternehmen und an ihre F├╝hrung. Die geben sich in den letzten Jahren gern gr├╝n, nachhaltig, energiebewusst und fair, mit Labels, Zertifikaten und Leitlinien zu ÔÇ×Nachhaltigkeit".

Ein guter Trend, aber leider keineswegs fl├Ąchendeckend. Teils beobachtet man eher eine Verrohung, Fairness und Anstand sind keineswegs immer Standard in unserer Marktwirtschaft.

Wie es mit ÔÇ×Unternehmensverantwortung" in ├Âkologischer und sozialer Hinsicht nun tats├Ąchlich aussieht, dazu sollen sich die gro├čen Unternehmen zuk├╝nftig in ihrem Jahresbericht ├Ąu├čern.

Das verlangt ein neues Gesetz unter dem Titel ÔÇ×CSR-Berichtspflicht", das am 10. M├Ąrz im Bundestag in einer Nachtsitzung ohne weitere Aussprache verabschiedet wurde.

Die Medien get├Ąuscht?

Das war spannend. Denn insbesondere die Gr├╝nen und die Linken haben den Gesetzentwurf in 1. Lesung im November gewaltig kritisiert, der Regierungsentwurf ging nochmals in die ├ťberarbeitung. Die Huffington-Post berichtete - im Gegensatz zu fast allen ├╝brigen Medien.

Die Verwendung der nichtssagenden Abk├╝rzung CSR auch im deutschen Gesetzestitel k├Ânnte der Grund sein, warum die Medien den f├╝r die ├ľffentlichkeit durchaus interessanten Vorgang wohl ├╝bersehen haben. W├╝rde der Titel ÔÇ×Berichtspflicht zur Unternehmensverantwortung" lauten, w├╝sste jeder, was gemeint ist und das Hinterfragen des Gesetzes durch die Medien w├Ąre die ├╝bliche Begleitung des neuen Gesetzes.

Ein unerw├╝nschtes Gesetz

Das aber wollten die gro├čen Wirtschaftsverb├Ąnde und wohl auch die Unions-Parteien vermeiden. Denn dieses Gesetz ist umstritten und hat eine Vorgeschichte. Die EU-Kommission wollte etwas ganz anderes: Sie wollte, dass sich die Wirtschaftsverb├Ąnde um das Verhalten ihrer Mitglieder bei ethisch wichtigen, aber von den Gesetzen schwer zu fassenden Themen mit k├╝mmern und in Problembranchen dazu Regeln aufstellen.

Dabei geht es auch und gerade um das Verhalten der Unternehmen im weltweiten Verbund ihrer Produktions- und Handelsketten, also dort, wo unsere Gesetze nicht greifen. Wie sieht es da aus mit Mindeststandards im Arbeits- und im Umweltschutz, wie mit Fairness und Sozialverhalten? Aber Regeln und Verpflichtungen dazu, das wollten die Wirtschaftsverb├Ąnde und Kammern nicht aufstellen - oder gar ├╝berwachen.

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Nur eine nichtssagende Berichtspflicht ist geblieben

Damit die Ablehnung nicht so offensichtlich ist, einigte man sich, f├╝r die Konzerne eine ÔÇ×Berichtspflicht" einzuf├╝hren, allerdings ohne genauere Vorgaben, was den berichtet werden soll und nur beschr├Ąnkt auf gro├če Aktiengesellschaften. Das mag allenfalls f├╝r Rating-Verfahren von nachhaltigen Geldanlagen interessant sein, ist aber nicht geeignet f├╝r den kritischen Blick der Zivilgesellschaft und der Medien.

Die brauchen Vergleichbarkeit und Transparenz und das geht nur, wenn auch Inhalte vorgegeben und insbesondere L├╝cken erkennbar werden. Deshalb ist es zu begr├╝├čen, dass der energische Vorsto├č nun immerhin zu der ├änderung gef├╝hrt hat, dass eines der ├╝blichen "Rahmenwerke" verwendet werden muss oder die nicht Verwendung begr├╝ndet.

In Deutschland gilt als solches der Kodex f├╝r Sozialstandards desVon der Bundesregierung eingesetzten Nachhaltigkeits-Rats.

Damit entsteht nun Vergleichbarkeit und Transparenz - und wer diesen Standard nicht verwendet, kommt sofort in den Verdacht, einige S├╝nden verschleiern zu wollen. Das ist vor allem f├╝r die internationalen Handels und Bezugsketten wichtig, die ja oft auf menschenunw├╝rdigen Zust├Ąnden in den Schwellenl├Ąndern basieren.

Das Ziel bleibt: definierter Anstand ├╝ber das Gesetz hinaus

Die EU-Kommission wird im n├Ąchsten Jahr die ersten Ergebnisse dieser neuen Berichtspflicht pr├╝fen. Vielleicht haben dann auch die Wirtschaftsverb├Ąnde verstanden, dass sie nicht nur als Lobbyverb├Ąnde widersprechen, sondern auch selbst mit f├╝r Anstand und Ehrbarkeit in ihren Reihen sorgen k├Ânnten - durch branchenspezifische Vorgaben an ihre Mitglieder und dass sie mit solcher ÔÇ×Selbst-Regulierung" beitragen k├Ânnen zu einer EU mit weniger B├╝rokratie.

Wie stark dieses Instrument der Selbstverpflichtung, also der Wertekodices und Leitlinien von Unternehmen sein kann, zeigt das Buch Werteorientierte Marktwirtschaft, das demn├Ąchst im Oekom-Verlag in der Reihe Denk.stoff erscheint und bereits als eBook verf├╝gbar ist.

Es zeigt, dass Werteorientierung von Unternehmen mehr ist als nur Gesetze einzuhalten. Und verantwortungsvolle Unternehmensf├╝hrung beurteilen nicht nur Gerichte, sondern auch und gerade die Allgemeinheit, die Medien und die werteorientierten Organisationen der Zivilgesellschaft.

Sie sind es, die den Ruf eines Unternehmens immer wieder neu formen und ├╝ber Label, Zertifikate und Wertekodices urteilen. Ein "soft-law" mit anderer Gerichtsbarkeit als Gesetze und Verordnungen. So beobachtete Unternehmensverantwortung ist ein wichtiges Element gegen die Schw├Ąchen und Exzesse einer weitgehend freien Marktwirtschaft. Nur "Berichte" allerdings gen├╝gen nicht.

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