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Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist nicht nur Unterhalten und Reden.

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MUTTER KIND ERZIEHUNG
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In meinem Buch "Nicht mehr über Tyrannen reden!" gehe ich auf die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ein und weise ausführlich darauf hin, dass das Verbalisieren, also Reden und Unterhalten, nicht die einzige Formen der Kommunikation sind. Im Weiteren einige Auszüge aus dem Kapitel "Kommunikation".

Wer hatte noch nie das Gefühl, etwas ausdrücken zu wollen, es aber nicht in Worte verpacken zu können? Sagt ein Blick, eine Umarmung oder ein Kuss oft nicht mehr als tausend Worte aus? Somit ist jede Handlung, die einem anderen Menschen etwas Bestimmtes mitteilt, kommunikativ.
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Der Sender muss in seinen Formulierungen bedacht sein, eine eindeutige Botschaft zu senden und den Stand des Empfängers kennen oder erfragen. Er darf keine Vermutungen über den aktuellen Wissensstand stellen oder seinen eigenen Wissenstand als Maßstab verwenden, da somit nur halbe oder anteilige Mitteilungen weitergeben werden.
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Ein gewisses Maß an Feinfühligkeit

Entsprechend ist es für uns hier elementar zu erwähnen, dass weder die Kinder über die Sprachfähigkeiten ihrer Eltern verfügen noch über ihre Erfahrung. Die Erlebnisse der Kinder, so jung diese auch sein mögen, bieten ihnen ihre Erfahrung, mit welcher sie jeden Empfang quittieren, durch die sie jede an sie gerichtete Kommunikation verstehen. Bei den Eltern wiederum bedarf es der Feinfühligkeit, um sich nicht selber in den Ausdrücken der Kinder zu sehen, sondern diese einfühlsam verstehen.
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In den Kommunikationswissenschaften führt Schulz von Thun die vier Seiten einer Nachricht ein. Diese vier Seiten sind alle gleichwertig aufzufassen: der Sachinhalt, die Beziehung, die Selbstoffenbarung und der Appell. Um eine Nachricht seiner Meinung nach vollständig zu erfassen bedarf es eines vierohrigen Empfängers.
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In der Kommunikation der Eltern mit ihren Kindern ist es unabdingbar, diese vier Seiten einer Botschaft zu beachten. Im Weiteren wird entsprechend der Situationen, unter anderem auf diese unterschiedlichen Mitteilungen eingegangen, und in einigen praktischen Beispielen, in denen es
angebracht zu sein scheint, die verschiedenen Ebenen aufgezeichnet.
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Kommunikation durch reden

Nicht nur Pädagogen und Erzieher, sondern vor allem auch Eltern haben gelernt, über alles zu reden. Die Worte stellen, so hat es den Anschein, das Tor zur Welt dar. Es ist nicht nur eine Austauschmöglichkeit, sondern die Möglichkeit, Botschaften, Ansichten und Meinungen auszutauschen. Auf Grund dessen reduzieren sich der Austausch und die Kommunikation mit den Kindern zu einem großen Teil auf das Verbalisieren.
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Die kognitive Denivellation zwischen erwachsenen Menschen und Kindern ist hier nicht zu vergessen. Die Denkfähigkeit der Eltern ist ausgeprägter als die der Kinder, sie haben die Fähigkeit, das große Ganze zu sehen, zu überblicken und zu begreifen, somit ist es den Kindern nicht möglich, den Argumentationsketten der Eltern zu folgen. Sie sind nicht in der Lage, den Sachinhalten der Botschaften ihrer Eltern zu folgen. Sie verstehen nicht, was ihnen ihre Eltern mit der entsprechenden Aussage mitteilen wollen.

Um den rationalen Aussagen der Eltern folgen zu können, bedarf es einer kurzfristigen Befreiung von den eigenen Gedanken. Kinder müssen ihre Wünsche ablegen, um die der Eltern verstehen zu können. Die Gedanken der Kinder drehen sich aber nicht um rationale, sondern um emotionale Bedürfnisse.

Wenn sie einen besonderen Wunsch äußern, dass sie etwas machen oder haben wollen, liegt die Ursache bei einer emotionalen Empfindung und nicht daher, dass sie sich gedanklich mit etwas beschäftigt haben. Die ihnen gegebenen Antworten erreichen dementsprechend auch nicht die kognitive, also gedankliche Ebene, sondern die Gefühlswelt der Kinder.
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Um hier die Sackgasse solcher Überzeugungsgespräche zu verstehen, sollten wir uns mit kindlichen Gedankengängen beschäftigen.
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Sachliche Argumente erreichen das kindliche Denken nicht, weil dieses emotional geprägt ist.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V." möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen."Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

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