Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

PETA Deutschland Headshot

Wenn Pflanzen leise weinen: Ein Blick in die Gefühlswelt von Sellerie

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

2016-04-26-1461662159-7029128-Baum_Umarmung_Mann_1319474_original_clipdealer.jpg

"Pflanzen haben auch Gefühle" ist neben „Jetzt erstmal ein Schnitzel" und „Aber wenn du auf einer einsamen Insel wärst..." eines der meistgenannten Argumente gegen vegane Ernährung. Was ist dran an dieser Aussage?

Pflanzen können sehen, behaupten einige Pflanzenfreunde - sie wachsen schließlich zum Licht hin. Nicht ganz: Eine Pflanze ist mit Rezeptoren für Helligkeit überdeckt und kann damit genau ausmachen, welche Wuchs-Richtung sinnvoll ist. Sie besitzt sogar mehr Lichtsensoren als Menschen.

Die Lichtsignale werden in einen Wachstumsimpuls übersetzt, was bedeutet, dass sie auf ihre eigene Art und Weise „sieht". Doch vom gängigen Seh-Verständnis ist das Pflanzen-„Auge" weit entfernt. Eine Brille für weniger prächtige Gewächse ist daher nicht nötig.

Der Geruchssinn von Pflanzen

Auch über einen Geruchssinn bei Pflanzen wird diskutiert. Fakt ist: Pflanzen nehmen chemische Gasteilchen aus der Luft auf und wandeln diese in ein bestimmtes Verhalten um.

Doch für alle, die nun über einen Löwenzahn als Drogenspürpflanze nachdenken: Dem Riechen im Menschen- und Tier-Sinne kommt das nicht nahe und das Trainieren von Pflanzen ist bisher auch nicht geglückt. Viel mehr dienen Pflanzengase zum Schutz vor Fressfeinden und zur Vorwarnung von Artgenossen. Zum Beispiel werden durch süßen Nektar Ameisen angelockt, die sich des Milben-Problems annehmen.

Wie steht es also um die Gefühlswelt der Pflanzen? Trauern sie im Winter den grünen Blättern nach? Hat ein Kirschbaum Liebeskummer, wenn die Blüten nicht von Bienen befruchtet wurden? Kann das Herz einer Artischocke brechen?

Wir wissen es nicht. Pflanzen zeigen zwar deutliche Reaktionen auf ihre Umwelt, die durch Reize ausgelöst werden, doch ein Bewusstsein und damit ein zentrales Nervensystem, ein Gehirn oder vergleichbare Systeme wie wir sie von Tieren und Menschen kennen, sind offensichtlich nicht vorhanden. Da Pflanzen nicht flüchten können, wäre ein Schmerzempfinden evolutionär gesehen auch nicht sinnvoll - eher kontraproduktiv.

"Pflanzenmord"

Wer sich dennoch sorgt, die Gefühle der Pflanzen zu verletzen, sollte bedenken, dass Tiere, die als Essen enden, ebenfalls Pflanzen verspeisen. Fleisch ist also eine sehr ineffiziente Variante des Pflanzenmordes. Wer nach wie vor skeptisch ist, sollte dem Apfel demnächst die Ohren zuhalten, bevor er die Orange schält. Sicher ist sicher.

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Peta-Kampagne: Diese Werbung über Veganer darf nicht ausgestrahlt werden

Diese Smartphone-App zeigt euch alle veganen Restaurants in der Umgebung

Lesenswert: