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Schweiz: Zahl der Versuchstiere steigt

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12,5 Prozent mehr Tiere wurden 2015 für Tierversuche in der Schweiz missbraucht als im Vorjahr. Obwohl immer mehr Stimmen von Wissenschaftlern laut werden, die sich für Alternativmethoden aussprechen, stieg die Zahl der Versuchstiere in den letzten 15 Jahren um 20 Prozent an.

682.333 Tiere wurden in der Schweiz im Jahr 2015 für Tierversuche missbraucht. Und das nachdem auch in der Tierversuchsstatistik aus Österreich eine steigende Anzahl festgehalten wurde. Entschuldigt wird dieser Anstieg seitens des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BVL) damit, dass zwar nicht mehr Tierversuche stattfanden, aber für die einzelnen Versuche mehr Tiere benötigt wurden. 143.317 Tiere waren mittelschweren, 14.235 Tiere sogar schwer belastenden Experimenten ausgesetzt.

Wozu die Tierversuche?

Zwei Drittel der Tierversuche dienten der Grundlagenforschung. Hier soll Basis-Wissen zusammengetragen werden, die Experimente intendieren aber keinen bestimmten Zweck. Ein möglicher Nutzen wird dabei nicht in Aussicht gestellt. Finanziert werden diese Experimente zu einem erheblichen Teil aus Steuergeldern.

Wie in Deutschland, fließen auch in der Schweiz hohe Geldsummen (mehr als hundert Millionen Franken bzw. mehr als 99% der Fördergelder) in Tierversuche an Hochschulen. Tierversuchsfreie Methoden werden hier ebenfalls vernachlässigt.

Alternativen zu Tierversuchen

Zahlreiche Alternativmethoden zu Tierversuchen wurden im vergangenen Jahr in einem Report Schweizer Tierschützer publiziert: „Zukunftstechnologie Ersatzmethoden". Wiederholt verlangt der Tierschutzverband nun von Bund und Nationalfonds, die Vorgaben des Tierschutzgesetzes zu respektieren und Projekte zu fördern, die dem Ersatz belastender Tierversuche dienen.