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Lebendiger Abfall

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Die Wirtschaftlichkeit steht über dem Tierwohl, das wird oft deutlich. Doch dass Tiere aus folgendem Grund als Abfall enden, ist neu: Eine Recherche von PETA USA deckt auf, wie Küken bei lebendigem Leib geschreddert werden - weil sie zu spät geschlüpft sind.

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Das Schreddern männlicher Küken ist mit dem Tierschutzgesetz vereinbar, entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in zweiter Instanz. Doch dass auch weibliche Legehennen getötet werden, nur weil sie „zu spät" schlüpfen, war bisher unbekannt. Zu spät aus dem Ei geschlüpft, werden sie von der Eier-Industrie nicht mehr gebraucht. Die Konsequenz? Sie sind Abfall und werden samt Eierschalen lebendig geschreddert.

Todesurteil trotz Lebensfähigkeit

Schon das bisher bekannte Kükenschreddern wird aus rein wirtschaftlichen Gründen vollzogen. Die Eier-Industrie setzt auf Homogenisierung und Masse. Jede Abweichung von der Norm führt zur Wertlosigkeit des Tieres, so auch wenn das Küken zu klein ist oder wie in diesem Fall: zu spät aus dem Ei geschlüpft. Das Todesurteil „wertlos" kommt keinesfalls der Lebensunfähigkeit gleich. Viele dieser „Spätschlüpfer" haben keine erkennbaren Defizite gegenüber anderen Küken.

Nicht nur in den USA

Auch in Deutschland wurden Fälle dokumentiert, bei denen lebensfähige Entenküken einfach getötet wurden, weil sie entweder zu schwach waren, oder zu viele geschlüpft sind und kein ausreichender Bedarf bestand. Zusätzlich bleibt der Fakt, dass jährlich 50 Millionen männliche Eintagsküken aufgrund ihres Geschlechts im Schredder landen - denn Eierlegen können nur weibliche Hühner.

Neben dem Kükenschreddern aus wirtschaftlichen Gründen addiert sich ein weiterer Faktor zu den Verlusten: Das Sterben beginnt nicht erst auf den Farmen, sondern schon auf den Elterntierfarmen oder in Folge vom Transport der Küken. Wirtschaftlichkeit über Tierwohl: Die Methode der Kosteneinsparung auf dem Rücken der Tiere wird also weiterhin angewandt.