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"Flüchtlingskinder haben dieselben Träume wie wir"

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REFUGEE KIDS OF STUTTGART
Pauline Dörrich / REFUGEE KIDS OF STUTTGART
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Im September 2015 kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Auch viele Kinder. Die Bilder im Fernsehen waren überall und haben mich sehr beeindruckt. Weil die Kinder ja am wenigsten dafür können, dass Krieg in ihrem Land herrscht.

Zu diesem Zeitpunkt mussten wir uns ein Thema für unsere Jahresarbeit in der 8. Klasse der Waldorfschule suchen.

Ich beschloss, einen Blog zu starten, auf dem ich Flüchtlingskinder in Stuttgart und ihre Schicksale vorstellen wollte, damit möglichst viele Menschen darauf aufmerksam werden - und sich vielleicht etwas ändert.

Für mein Projekt habe ich angefangen, verschiedene Flüchtlingsunterkünfte in Stuttgart zu besuchen und dort bis heute mehr als 50 Kinder interviewt und fotografiert. In den Interviews haben sie mir über ihr Leben in ihrer Heimat und über ihre Flucht und darüber, was ihre Träume sind.

"Ich möchte, dass man die Flüchtlingskinder als Menschen sieht."

Diese Geschichten habe ich auf dem Blog veröffentlicht. Damit sich die Leser des Blogs noch besser vorstellen können, was diese Kinder erlebt haben und wie ihre Heimat aussieht, habe ich zu jedem Interview eine Google-Maps-Karte und Links zu Fotos ihrer Heimatstädte gestellt.

Damit werden die Kinder und ihre Schicksale lebendig und aus anonymen Flüchtlingen werden echte Kinder, deren Geschichten einen berühren. Es ist mir wichtig, dass man die Kinder als Menschen sieht, die eigentlich gar nicht so anders sind als wir selbst.

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REFUGEE KIDS OF STUTTGART
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Ich finde es gut, dass Deutschland die Türen für Flüchtlinge aufgemacht hat. Ich fand es auch gar nicht schlimm, dass wir die Turnhalle, in der ich mit meinem Verein immer Volleyball-Training hatte, eine Zeit lang für Flüchtlinge zur Verfügung stellen mussten und weniger trainieren konnten.

Viele tolle Begegnungen

Dadurch und durch meinen Blog konnte ich viele tolle Begegnungen machen und Kinder kennenlernen. Auch wenn es manchmal schwierig war, sich zu unterhalten.

In der Zwischenzeit sind fast alle Flüchtlingskinder aus den Notunterkünften ausgezogen und viele gehen auch schon zur Schule. Darüber freue ich mich und hoffe, dass sie ihre Träume doch noch verwirklichen können.

Mehr zum Thema: Warum traumatisierte Kinder das eigentliche Problem der Flüchtlingskrise sind

Grundsätzlich fände ich es toll, wenn noch mehr Leute direkte Erfahrungen mit Flüchtlingen machen würden - so wie ich durch meinen Blog. Dann würde man sie auch besser verstehen.

Aber nicht nur die Gesellschaft sollte ihre Haltung gegenüber Flüchtlingen ändern. Auch die Politik macht Fehler.

"Ich finde es schade, dass die Politiker in Europa nicht zusammenhalten."

Ich finde es zum Beispiel schade, dass die Politiker in Europa nicht zusammenhalten. Und ihren Völkern nicht die Angst vor den Flüchtlingen nehmen, sondern diese oft noch verstärken. Ich habe viele Flüchtlingskinder kennengelernt und weiß, dass sie dieselben Träume und Wünsche haben wie wir.

Zum Schluss möchte ich den Deutschen noch Folgendes sagen: Seid offen und geht ohne Scheu auf die Flüchtlinge zu! Unternehmt etwas mit ihnen, dann werdet ihr sicher viele tolle Erfahrungen machen und wir alle werden davon profitieren.

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.

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