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Die größte Gefahr für Kinder ist die Dummheit ihrer Eltern

18/02/2016 14:34 CET | Aktualisiert 18/02/2017 11:12 CET
knape via Getty Images

Der Urlaub in Bayern, in meiner alten Heimat war teilweise schön, teils auch sehr verstörend. Diese Stadt, die ich einst mein Zuhause nannte, war mir so fremd geworden, dass es teilweise unerträglich war.

Und da merkt man es doch, wie die Zeit vergangen ist und wie man mit Menschen, mit denen man aufgewachsen ist, plötzlich nichts mehr gemeinsam hat. Oder wollte man das damals einfach nur nicht sehen?

Jeder soll so leben dürfen, wie er will

Bestes Beispiel: Wenn Freunde dann Eltern sind und das „Spießerleben" führen, das wir früher so verurteilt haben, ist das für mich in Ordnung. So lange die Menschen glücklich sind und mir nicht ihre Vorstellungen aufdrängen wollen, wie denn so ein Leben auszusehen hat, können sie leben wie sie wollen. Meinetwegen nackt in den Tiefen des Amazonas in einem Baumhaus.

Da wurde mir also entgegen gehauen: „Viel Spass in deiner kranken Welt!" Nanu, was war passiert? Da wollte ich mich eigentlich schon seit Jahren mit einem alten Freund treffen, wurde aber immer wieder versetzt. Bis ich ihm mitteilte, dass es so keinen Sinn hat und mich seine Unzuverlässigkeit und die ständigen Ausreden extrem nerven. Und auch, dass ich auf jeglichen weiteren Kontakt verzichte.

Ja, das hat gesessen. Das ist mir schon bewusst, aber Menschen kommen, Menschen gehen.

Wir leben im Jahr 2016 in dem Jeder das Recht hat, zu leben, wie er möchte. Ich bin 32 Jahre alt, Single, habe keine Kinder, lebe in einer WG, liebe Glitzer, Einhörner, Opern und Theater, gute Literatur, Bücher, Quanten- und Astrophysik und Festivals. Stellt euch vor: Ich bin glücklich. So zufrieden wie die letzten Monate war ich schon lange nicht mehr. Also noch glücklicher als sonst auch schon.

Da stellt sich nun die berechtigte Frage: Gibt es einen Weg, sein Leben „richtig" zu leben? Ich glaube nicht. Sollten wir andere verurteilen, weil sie nicht so leben, wie wir es gerne hätten? Ich glaube noch weniger.

Die Eltern sind Vorbilder und die Kinder übernehmen automatisch die Meinung und das Verhalten der Erwachsenen.

Als ich diese Frage so ähnlich stellte, war mir natürlich der Hass gewiss. Aber warum? Ich finde diese Frage ist gerade in der heutigen Zeit berechtigt. Zu viel Hass, der uns gerade in diesen Tagen entgegen schlägt, Hass, der auch zu Hause geschürt wird.

Man gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot nicht. Denn niemand wird mit einer festen Meinung zu einem Thema geboren oder gar als Rassist. Die Eltern sind Vorbilder und die Kinder übernehmen automatisch die Meinung und das Verhalten der Erwachsenen.

Ich habe mich also aus dem Fenster gelehnt und in die Welt gerufen, dass ich wirklich für gewisse Kinder hoffe, dass ihre Eltern nicht so unterbelichtet sind, wie sie scheinen. Denn die armen Kinder können am wenigsten was dafür, dass ihre Eltern so sind wie sie nun mal sind.

Man muss sich einfach nur überlegen, wohin das führen wird, wenn zu Hause aus welchen Gründen auch immer gegen andere Menschen gehetzt und gelästert wird, oder andere verurteilt werden.

Oder wenn Kinder gar zu PEGIDA-Demos mitgenommen werden. Welche abscheulichen, menschenverachtenden Aussagen gewisse Menschen dort von sich geben, wissen wir alle.

Aber man selbst, ja, man selbst möchte so akzeptiert werden wie man ist und wehe einer traut sich zu kritisieren oder gewisse Verhaltensweisen in Frage zu stellen ...

Was du willst, das man dir tut, das füge auch dem Anderen zu

Warum muss man da mit dem Finger drauf halten, nur weil es einem nicht in die kleine Welt passt? Wo bleibt die Empathie bei manchen Menschen? Jeder lebt in seiner eigenen Realität und das ist Fakt und wäre es nicht eine schöne Vorstellung, wenn jeder mit dem anderen in Frieden Co-existieren könnte?

Unerhört schön wäre das und auf Nachfrage: Nein, mir ist die Bergluft nicht zu Kopf gestiegen! Noch bin ich eine Träumerin. Ich habe nur gelernt, dass ich am glücklichsten bin, wenn ich so sein kann, wie ich bin und deswegen lasse ich auch andere so, wie sie sind, ohne zu verurteilen.

Das bringe ich auch den Kindern bei, die ich betreue. Und wenn wir auf der Welt etwas ändern möchten, wäre es schön, wenn es mehr Menschen und Eltern geben würde, die toleranter sind. Die über den Tellerrand schauen. Die weniger verurteilen, die sich ihrer Vorbildfunktion bewusst(er) werden.

Denn sie prägen die Kinder mit ihrem Verhalten und (unbedachten) Äußerungen für ihr späteres Leben. Wie sagte die Künstlerin Barbara so schön: „Was du willst das man dir tut, das füge auch dem Anderen zu!" oder so ähnlich. Aber ihr versteht sicher, auf was ich hinaus möchte.

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