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10 Dinge, die glückliche Menschen anders machen

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10 Dinge, die glückliche Menschen anders machen. | Caiaimage/Paul Bradbury via Getty Images
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"Glück bedeutet, in einer anderen Stadt eine große, liebevolle, engverbundene Familie zu haben." - George Burns

Bist du glücklich und wenn ja, warum bist du es? Das ist eine Frage, über die ich lange Zeit nachgedacht habe - nicht nur, weil es dabei um mein eigenes Wohlbefinden geht, sondern auch um das meiner Familie, meiner Freude und meiner Kollegen.

Seit meinem Abschluss in Positiver Psychologie habe ich mit tausenden Leuten aus verschiedensten Verhältnissen gearbeitet und sie beobachtet. Ich kann dadurch sagen, dass die glücklichen Menschen ihren ganz eigenen Weg haben, mit dem Leben an sich umzugehen. Diese zehn Dinge machen sie anders:

1. Sie bauen starke soziale Beziehungen auf


Glückliche Menschen halten den Kontakt zu ihrer Familie, Nachbarn und der Gemeinschaft, in der sie leben. Dieses starke soziale Netzwerk kann mit seinen tiefgehenden Bindungen Depressionen fernhalten. Die Depressionsrate ist in den letzten 50 bis 75 Jahren extrem gestiegen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sagt voraus
, dass Depressionen bis 2020 weltweit die zweithäufigste Todesursache sein werden und beinahe ein Drittel aller Erwachsenen betreffen wird. Während mehrere Faktoren für diese Wachstumsrate verantwortlich zeichnen, ist wohl eine der wichtigsten Ursachen die Entfremdung der Menschen von ihren Familien und Gemeinden.

2. Sie machen etwas, das zu ihren Stärken, Werten und Lebensstil passt

Wenn es darum geht, glücklich zu sein, gibt es keinen Königsweg. Du musst dir ja auch selbst deinen Workout-Plan für deine eigenen Fitnessziele zusammenstellen - und glückliche Menschen machen dasselbe, wenn es um die emotionalen Ziele geht. Manche Strategien, die uns mehr Wohlbefinden schenken sollen, sind mir beispielsweise einfach zu kitschig. Aber die Strategien, die für mich am besten funktionieren, ermöglichen es mir, freundlich, dankbar und aktiv zu sein. Sonja Lyubomirsky hat eine wundervolle Diagnostik entwickelt, wie man am besten seine individuellen Glücksstrategien finden kann. Sie beschreibt sie in ihrem Buch "The How of Happiness".

3. Sie zeigen Dankbarkeit

Dankbarkeit tut dem Körper gut. Sie hilft dir, mit Trauma und Stress fertig zu werden, und hebt dein Selbstwertgefühl, wenn dir klar wird, wie viel du geschafft hast. Außerdem hilft sie dir, negative Emotionen zu bekämpfen. Studien legen nahe, dass das Gefühl von Dankbarkeit stark mit der Zufriedenheit im Leben zusammenhängt.

4. Sie denken positiv

Glückliche Menschen zügeln negatives Denken auf drei verschiedene Arten: Erstens fokussieren sie ihre Zeit und ihre Energie auf die Dinge, die sie kontrollieren können. Sie wissen, wann sie mit etwas abschließen müssen - nämlich, wenn ihre Strategien nicht funktionieren oder sie den Prozess nicht kontrollieren können.

Zweitens ist ihnen klar, dass alles vorübergeht. Glückliche Menschen wissen, dass der Weg zwar steinig sein kann, aber dass sie irgendwann trotzdem ans Ziel kommen. Drittens sind glückliche Menschen gut darin, sich und ihre verschiedenen Lebensbereiche abzuschotten. Sie lassen nicht zu, dass ein Unglück in einem Bereich in die anderen ihres Lebens einsickern kann.

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5. Sie wissen, dass es gut ist, Gutes zu tun

Glückliche Menschen helfen anderen, in dem sie in ihrer Freizeit ehrenamtlich arbeiten. Studien zeigen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Hilfsbereitschaft und Wohlbefinden, Gesundheit und langem Leben gibt. Wenn du Gutes tust, fühlst du dich selbst auch gut und die positiven Emotionen verbessern deine psychische und physische Resilienz.

Eine Studie begleitete fünf Frauen mit Multipler Sklerose über einen Zeitraum von drei Jahren. Diese Frauen unterstützen ehrenamtlich 67 andere MS-Patienten. Das Ergebnis: Die Veränderungen bei den fünf Frauen waren positiver als bei den Menschen, die sie unterstützen.

6. Sie wissen, dass materieller Wohlstand nicht alles ist

Glückliche Menschen haben eine gesunde Erwartungshaltung, welche Freuden materielle Besitztümer bringen können. Lyubomirsky erklärt, dass Amerikaner sich in den 1940ern als sehr glücklich einschätzten - mit einem Wert von 7.5 von 10 Punkten. Heute, mit all den iPods, Farbfernsehern, Computern, schnellen Autos und einem Einkommen, das sich mehr als verdoppelt hat - was meinst du, wo liegt der Mittelwert jetzt? Bei 7.2.

Materialismus ist kein Schlüssel zum Glück - er ist vielmehr ein Weg ins Unglück. In einer Studie wurden die Erwartungshaltungen von 12.000 Studienanfängern erhoben, als sie 18 Jahre alt waren. Als die Teilnehmer 37 Jahre alt waren, wurden sie noch einmal zu ihrer Zufriedenheit befragt. Die Studienanfänger, die vor allem materiellen Besitz anstrebten, waren zwei Jahrzehnte weniger zufrieden mit ihrem Leben als die anderen.

7. Sie können gut mit Stress umgehen

Glückliche Menschen müssen sich ebenso mit Stress und Unglück auseinandersetzen, aber sie haben erfolgreiche Strategien entwickelt, wie sie damit umgehen. Posttraumatisches Wachstum, so heißt die positive Persönlichkeitsentwicklung, die durch die Auseinandersetzung mit schmerzhaften Lebensereignissen entsteht. Dieser Prozess wurde bei verschiedensten Menschen aus verschiedensten Verhältnissen beobachtet.

Laut der Forscher Tedeschi und Calhoun gibt es fünf Faktoren des Wachstums nach einem einschneidenden Lebensereignis: Neue Wertschätzung des Lebens, das Erkennen neuer Lebenswege, größere persönliche Stärke, verbesserte Beziehungen zu anderen und geistiges Wachstum. Glückliche Menschen haben die Fähigkeit, das Gute zu erkennen, das aus den Herausforderungen des Lebens entstehen kann.

8. Sie legen Wert auf ihre Gesundheit

Glückliche Menschen kümmern sich im ihre Seele und ihren Körper; sie halten ihren Stress im Zaum. Damit meine ich nicht, dass sie besonders viele Fitnessübungen machen - glückliche Menschen benehmen sich einfach wie glückliche Menschen. Sie lachen, sie bringen sich ein und sie tun alle Dinge mit Energie und Enthusiasmus.

9. Sie sind spirituell

Laut Lyubomirsky legen immer mehr Studien nahe, dass religiöse Menschen glücklicher und gesünder sind und sich schneller von einem Trauma erholen als nicht-religiöse Menschen. Darüber hinaus erklären die Autoren Ed Diener und Robert Biswas-Diener in ihrem Buch "Happiness: Unlocking the Mysteries of Psychological Wealth", dass spirituelle Emotionen für das psychologische Wohlbefinden essentiell sind, weil sie uns helfen, uns mit etwas zu verbinden, das größer ist als wir selbst.

10. Sie haben ein Ziel

Die wichtigste Strategie glücklicher Menschen: Sie verfolgen ein Lebensziel. Ich habe die Bedeutung einer sinnvollen Arbeit früher immer heruntergespielt, aber als ich einen Burnout hatte, wurde mir klar, wie viel mir Sinnhaftigkeit bedeutete. Glückliche Menschen haben Werte, deren Erfüllung sie laut Diener und Biswas-Diener konsequent verfolgen.

Der verstorbene, großartige Chris Peterson sagte über seinen eigenen Weg zum Glück folgendes: "Ich habe meine jungen Erwachsenenjahre damit verbracht, die kleine Dinge zu verschieben, von denen ich wusste, dass sie mir Freude machen würden. Ich war glücklich genug, zu merken dass ich nie die Zeit dafür haben werde, wenn ich sie mir nicht einfach nehme. Und der Rest meines Lebens begann."

Glückliche Menschen haben mit der Zeit spezielle Strategien entwickelt, mit deren Hilfe sie ihr Leben anders sehen und meistern. Was würdest du meiner Liste noch hinzufügen?

Paula Davis-Laack ist eine international bekannte Autorin und Expertin bei Stressbekämpfung.

Quellen:

[1] Park, N., Peterson, C., & Seligman, M.E.P. (2004). "Strengths of character and well-being." Journal of Social and Clinical Psychology, 23(5), 603-619.

[2] Schwarz, C.E., & Sendor, M. (1999). "Helping others help oneself: Response shift effects in peer support." Social Science and Medicine, 48, 1563-75.

[3] Lane, R.E. (2000). The loss of happiness in market democracies. New Haven: Yale University Press. See Figure 1.1, p.5.

[4] Nickerson, C., Schwartz, N., Diener, E., & Kahneman, D. (2003). "Zeroing in on the dark side of the American dream: A closer look at the negative consequences of the goal for financial success." Psychological Science, 14, 531-36.

[5] Ellison, C.G., & Levin, J.S. (1998). "The religion-health connection: Evidence, theory, and future directions." Health Education and Behavior, 25, 700-20.


Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt.

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