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Der Aufstand der Anständigen im Netz: #BloggerFuerFluechtlinge

26/08/2015 12:00 CEST | Aktualisiert 26/08/2016 11:12 CEST

Mölln war unser Nachbarort. Als dort 1992 der Brandanschlag verübt wurde, sind wir auf die Straße gegangen. Wir wollten zeigen, dass Mölln auch anders ist: Offen, tolerant, solidarisch. Wir wollten, konnten nicht wegsehen. Heute gibt es wieder ein Mölln.

Es heißt Heidenau und es heißt Freital. Wer die Bilder aus Heidenau sieht, findet dafür keine Worte.

Das rechtsradikale Pack tritt alles, was Menschlichkeit ausmacht. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass man mit diesen „besorgten Bürgern" in den Sportverein, oder abends in die Kneipe geht.

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Aber wir müssen Worte finden.

Wir müssen lauter sein, als die Hetzparolen auf Plakaten und menschenverachtenden Kommentare auf Facebook. Es geht uns alle etwas an. Erich Kästner hat gesagt: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern." Und der kann sich nicht täuschen.

#BloggerFuerFlüchtlinge ist Teil eines Aufstands der Anständigen, wie ihn Anja Reschke forderte. Wir wollen "dagegen halten, den Mund aufmachen, Haltung zeigen." Aber wir wollen auch Geschichten erzählen, die zeigen, dass wirklich jeder etwas tun kann.

Georg Möller verbrachte einen Tag mit Flüchtlingen beim Elbecamp und erlebt, wie Freude und Herzlichkeit aussieht, wen man einfach mal was macht.

„Am Ende muss ich vor den Messehallen 36mal aushalten, gedrückt zu werden und reichlich Küsse einzufangen, smacksmack, links rechts; ohne Vorwarnung, von Frauen, Männern, Kindern. Bei den Kids muss ich auf die Knie, damit auch die Zweijährigen zulangen können. Es gibt schlimmere Momente."

Die Spenden, die wir mit #BloggerFuerFluechtlinge sammeln gehen an unterschiedliche Hilfsprojekte für Flüchtlinge in ganz Deutschland, die über Betterplace finanziert werden.

Aber da geht noch mehr.

#BloggerFuerFluechtlinge braucht noch breitere Aufmerksamkeit. Hiermit sind explizit die Youtuber aufgerufen sich zu beteiligen. LeFloid sollte nicht nur mit der Bundeskanzlerin plaudern, sondern auch mit und über Flüchtlinge reden.

Jeder mit einem Youtube-Kanal ist aufgefordert seine Stimmer für die Sache zu erheben. Jeder kann etwas tun. #BloggerFuerFluechtlinge spricht jeden an, der etwas zu sagen hat. Egal ob auf dem Blog, Vlog oder im Podcast. Jeder ist aufgerufen mitzumachen und seine Stimme friedlich zu erheben.

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

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