BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Özgül Lopez Headshot

Do's & Don'ts beim Babybesuch

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BABY HOLDING
Sally Anscombe via Getty Images
Drucken

Ich bin nun genau 17 Monate lang Mama und ich kann gar nicht glauben, wie unglaublich schnell die Zeit vergangen ist! Ja, sie ist förmlich verflogen. Es kommt mir manchmal vor wie gestern, dass ich schwanger war.

Sorry für diese sentimentalen Sätze, aber es ist wirklich so. Na ja, und kaum versieht man sich, läuft deine Kleine schon und gibt die ersten Worte von sich. Die Zeit vor deinem Kind kommt dir irgendwie surreal vor und so unglaublich weit weg, als ob sie nie existiert hätte.

Ein Kind ändert dich als Person, denn deine Prioritäten ändern sich schlagartig, denn du trägst Verantwortung für jemanden. Früher waren mir einige Sachen sehr schleierhaft was Eltern anging. Beispielsweise habe ich mich immer gewundert, warum Eltern von Neugeborenen so extrem pingelig sind? Tja, früher. Denn sobald du selber ein Kind hast, kommt dieser „Aha-Effekt" und du verstehst endlich. Ja, auch ich verstehe vieles nun. Und an dieser Stelle möchte ich gerne meine Erfahrungen teilen, was man beim Besuch von Neugeborenen beachten sollte.

1. But first: wash your hands

Also ich bin vielleicht nicht der idealste Mensch darüber zu schreiben, weil ich mir am Tag sowieso unglaublich oft die Hände wasche und jegliche Phobien gegen Bakterien habe, aber mal aus einem objektiven Standpunkt gesehen ist es schon allgemein bekannt, was man alles für Bakterien von draußen mit sich bringt.

Alleine wenn man mit der Bahn fährt z.B. und dort alles mögliche anfasst, dann möchte man wirklich ungern, dass sein Kind mit diesen Händen auch noch zusätzlich angefasst wird, da das Immunsystem des Säuglings noch nicht so ausgereift ist.

Man darf das auch bitte nicht falsch verstehen, man möchte einem damit nicht sagen, dass man ein schmutziger Mensch ist oder so, um Gottes Willen! Es geht hier einfach ums reine Prinzip. Man muss einmal Bedenken, was für fatale Folgen das für das Baby haben könnte.

2. Kaffee gerne, aber bitte ohne mein Baby!

Ich habe ein paar Mal fast einen Herzstillstand erlitten, weil mancher Besuch sich im Multitasking versucht hatte: Baby halten und Kaffee trinken gleichzeitig. Ich habe keinerlei Zweifel an an diesem Talent, echt jetzt, aber irgendwie wäre es mir schon lieber, wenn der heiße Kaffee beiseite gestellt werden könnte. So kann nicht nur der Besuch, sondern dann auch die neu gewordene Mama den Kaffee besser genießen.

3. Time to say goodbye

Wenn man frisch Mama und Papa geworden ist, dann hat man einen ganz großen Defizit und der lautet: Schlaf. Die langen Nächte sind dann auch der Grund für die wundervollen Augenringe am nächsten Tag.

Wenn sich dann Besuch ankündigt, dann freut man sich, keine Frage, aber ich bin da jetzt ganz ehrlich: genau so freut man sich dann auch wieder, wenn er weg ist. Vor allem, wenn dieser über mehrere Stunden anhält und man sowieso schon kaputt ist, und sich nicht auch noch um Gäste kümmern kann. Daher sollte man wissen, wann man so langsam mal zu gehen hat und den Besuch nicht zu sehr in die Länge ziehen.

4. Room Service

Also wie bereits im Punkt zuvor erwähnt wurde, sollte man rücksichtsvoll sein und wissen, wann man zu gehen hat. Was dann auch Hand in Hand mit diesem Punkt geht ist, dass man sich nicht von vorne bis hinten bedienen lässt und dann auch dabei hilft, das Geschirr wieder zurück in die Küche zu bringen. Glaubt mir, die Eltern werden euch dankbar sein für diese für euch vielleicht kleine, jedoch sehr effektive Geste.

5. No Smoking

Ich war selber mal eine Raucherin und kann daher am bestens nachvollziehen was es heißt, „Schmacht" zu haben. Aber wofür ich dann null Verständnis habe ist, wenn während des kurzen Besuches unbedingt eine geraucht werden muss auf dem Balkon. Denn bekanntermaßen haftet der Nikotingeruch an der Kleidung und damit dann in die Nähe des Säuglings zu kommen, ist wirklich unschön.

Das danach Hände waschen das Mindeste sein sollte, muss ich glaub ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Aber leider ist auch das keine Selbstverständlichkeit. Daher wäre es am idealsten, auf das Nikotin komplett zu verzichten und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren: das süße Baby und die glücklichen Eltern.

6. Kiss me. Not.

Grundsätzlich sind frisch gebackene Eltern sowieso sehr empfindlich, wenn man ihr Neugeborenes küssen möchte, da das Immunsystem wie bereits erwähnt noch ziemlich schwach ist.

Wenn dann auch noch ein Ausschlag an der Lippe besteht, ist das die Spitze des Eisberges. Aber eigentlich sollte man so etwas doch wissen denkt man sich, oder? Nein, nein und nein. Man wird nicht glauben, wieviele so etwas tatsächlich zum Ärger der Eltern ignorieren.

7. Erkältet

Das Letzte was man sich wünscht, ist dass das Baby krank wird. Und wenn dann Besuch vor deiner Tür steht, der hustet und schnupft, dann möchte man sein Kind am liebsten verbarrikadieren. Für mich ist es bis heute noch nicht nachvollziehbar, wie man sich dann wissentlich in die Nähe eines Neugeborenen begeben kann.

8. Mehr Kinder

Wenn man frisch gebackene Eltern besuchen möchte, sollte man sich gut überlegen und sich vor Augen halten, ob man seine Kinder eventuell nicht doch lieber bei der Oma lässt. Das hat auch nichts damit zu tun, dass man denkt, die Kinder wären schlecht erzogen oder man keine Kinder mag (wäre ja auch ein bißchen paradox dann, oder).

Der Grund ist schlicht und ergreifend, dass man sowieso schon total übermüdet ist und jeglichen Stress oder Krach einfach vermeiden möchte. Und wenn man sie dann doch mitbringt, wäre es wirklich toll, diese dann unter Kontrolle zu halten um eine eventuelle Verwüstung der Wohnung zu vermeiden.

9. Was guckst du?!

Nein, damit spiele ich nicht auf die Sendung von Kaya Yanar an, sondern auf die Fütterung meines Babys. Ich bin grundsätzlich immer in ein anderes Zimmer gegangen, allerdings war es im Krankenhaus so, dass ich nicht gerade viel Raum zum Zurückziehen hatte und es war mir immer so unglaublich unangenehm, wenn man mir beim Stillen zugeschaut hat. Da ist Diskretion natürlich schon etwas ganz Tolles.

10. Ja, aber....

„Ja aber, ICH habe das so gemacht" Jedes Kind ist anders und die Mutter weiß am besten, was ihr Baby mag und was nicht. Die Ratschläge sind zwar nett gemeint und man nimmt sie auch gerne an, nur wäre es schön wenn man nicht darauf pochen würde, dass nur diese eine Methode die Einzige und Richtige wäre. Und man ist im Moment sowieso schon etwas gereizt und möchte wirklich alles, aber keine besserwisserischen Ratschläge zu hören bekommen.

Fazit: Die Hormone spielen verrückt. Man ist müde. Man lebt wie in einer andern Welt, weil alles so neu ist. Nehmt es deswegen den Eltern bitte nicht übel, sie durchleben gerade eine sehr anstrengende und herausfordernde Phase. Wenn die Anfangszeit erst einmal überwunden ist, kehrt auch irgendwann wieder Normalität ein und dann ist auch alles wieder etwas mehr easy going.

Özgül Lopez auf Instagram folgen

Autorin betreibt diesen Blog.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.