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"Eine Farce" - Das sagen die Medien zu den EU-Verhandlungen mit der Türkei

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  • Seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei geht Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit aller Härte gegen eine Vielzahl an Oppositionellen, Journalisten und Juristen im Land vor.
  • Immer mehr führende, internationale Politiker sehen die Entwicklungen in der Türkei mit Sorge und haben sich gegen weitere EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen.

"Diese Erdogan-Türkei hat keinen Platz in Europa"

Ein Fortführen der Beitrittsverhandlungen wäre falsch, kommentiert "Süddeutsche Zeitung"-Chefredakteur Kurt Kister: "So wie die Türkei heute regiert wird, gehört sie weder in die Europäische Union, noch ist sie Teil einer Wertegemeinschaft, die sich über Menschenrechte, Pluralismus und die Freiheit des Individuums definiert."

Auch für "HNA"-Autor Detlef Drewes sollten die Gespräche gestoppt werden: "Diese Erdogan-Türkei hat keinen Platz in Europa. (...) Die Gemeinschaft hat Ankara eine Chance gegeben, der Präsident hat sie nicht genutzt. Also sollte man deutliche Konsequenzen ziehen."

"Erdogan würde dies nutzen"

Ruth Berschens spricht sich im "Deutschlandfunk" gegen einen Abbruch der Gespräche aus: "Vor allem ein Argument spricht dagegen, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei jetzt aufzukündigen. Die EU würde Erdogan damit in die Hände spielen. Der türkische Präsident wartet doch bloß darauf, dass die EU ihm endlich den Stuhl vor die Tür setzt."

Ebenso hält "Berliner Zeitung"-Autor Frank Nordhausen nichts von einem Abbruch der Gespräche, da dies Erdogan nur nutzen würde: "Die EU-Kommission empfiehlt keinen Abbruch der Beitrittsgespräche - und das ist gut so, denn Erdogan würde dies nutzen, um sich und die Türkei als Opfer Brüssels darzustellen."

"Das stärkste Signal für die Entschlossenheit Europas"

"Augsburger Allgemeine"-Autor Walter Roller sieht Erdogans Türkei unter keinen Umständen in der EU: "Die Beitrittsverhandlungen (...) sind zur Farce geworden. Deren formelle Unterbrechung wäre das stärkste Signal für die Entschlossenheit Europas, die Umwandlung der Türkei in einen autoritären Unrechtsstaat nicht einfach hinzunehmen."

Die Verhandlungen mit der Türkei sollten nicht weiter fortgeführt werden, kommentiert Ernst Elitz in "Bild": "Solange Erdogan so weitermacht, kann es keine weiteren Verhandlungen über einen EU-Beitritt geben. Diese Kante muss auch die Bundesregierung zeigen."