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So kommentieren die Medien die Asyldebatte

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dpa
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  • Die Attentate von Würzburg und Ansbach haben eine Debatte zur deutschen Integrationspolitik angestoßen. Inwiefern trägt die Politik eine Mitverantwortung für die Radikalisierung von Flüchtlingen?

"Dass nicht jeder friedlich bleibt, war sonnenklar"

In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verdeutlicht Burkhard Ewert, dass Beschönigung der Terrorgefahr durch Flüchtlinge niemandem weiterhelfe:
"Dass nicht jeder friedlich bleibt, war sonnenklar. Es deutlicher zu sagen, hätte zur Wahrheit im vergangenen Jahr dazugehört. Die Schönfärberei war fahrlässig und fatal. (...) Nun hat die Wirklichkeit sie eingeholt. Deutschland ist keine Insel. Das gilt für Flüchtlinge. Das gilt aber auch für den Terror."

Auch "NZZ"-Autor Joachim Riecker hält eine Diskussion über die deutsche "Willkommenskultur" für berechtigt:
"Man kann nur hoffen, dass sich die Gewaltwelle der vergangenen Tage nicht fortsetzt. Sollte es aber weitere Anschläge mit islamistischem Hintergrund geben, wird immer drängender die Frage gestellt werden, welchen Zusammenhang es zu der von Merkel monatelang propagierten 'Willkommenskultur' gibt."

"Eine Katastrophe für jene Flüchtlinge, die fleißig Deutsch büffeln"

"Merkur"-Chefredakteur Georg Anastasiadis kann das Unverständnis vieler Deutschen nachvollziehen, warnt aber vor Verallgemeinerung:
"Immer weniger Bürger verstehen, warum sich gerade Deutschland der Aufgabe stellen soll, in großer Zahl schwer erziehbare unbegleitete jugendliche Flüchtlinge und zornige junge Männer zu sozialisieren, nur um sich später von (einigen von) ihnen terrorisieren lassen zu müssen. (...) Das ist eine Katastrophe für jene Flüchtlinge, die fleißig Deutsch büffeln und mit Hilfe ihrer Betreuer und Gastfamilien in der neuen Heimat ankommen wollen."

Rolf Clement macht im "Deutschlandfunk" darüber hinaus deutlich, dass es prinzipiell keine absolute Sicherheit vor Amokläufen und Attentaten gebe:
"Hier hilft nur die Aufmerksamkeit des Umfelds, in dem solche Menschen leben. Und selbst dann gibt es keine Sicherheit dagegen. Es scheint so, als ob wir mit dieser Geißel leben müssen - wie mit dem Risiko eines Amoklaufs und einer anderen Gewalttat."

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Auf "Spiegel Online" analysiert Florian Gathmann, dass es sich die Kritiker der Willkommenspolitik auch oftmals zu einfach machen würden:
"Auszuschließen wären die Taten von Ansbach und Würzburg nur gewesen, wenn Deutschland seit Jahren gar keine Flüchtlinge ins Land gelassen hätte. Und das hätten angesichts der Lage in Syrien, Teilen von Afrika und anderen Krisenstaaten wohl nur die wenigsten Deutschen gewollt."

"Jetzt sind sie da - und wir sind gefordert"

"WAZ"-Autor Jörg Quoos betont, wie wichtig es sei, über den Hintergrund von Flüchtlingen Bescheid zu wissen:
"Es wäre ungerecht, alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Doch es ist wichtig, dass der Rechtsstaat Deutschland weiß, wer sich im Land aufhält. Ausländerbehörden, Polizei und Sicherheitsdienste müssen stärker als bisher aufarbeiten: Wer hegt islamistische Tendenzen? Wer hat Kontakte zur Terrororganisation 'Islamischer Staat'? Wer hat seine Herkunft verschleiert?"

Auch Wolfgang Kleideiter sieht in den "Westfälischen Nachrichten" in der Integration der jungen Flüchtlinge die größte Herausforderung:
"Können unter diesen Bedingungen Aufnahme und Integration überhaupt gelingen? Die Antwort fällt schwer. Denn mit jugendlichen Flüchtlingen, die mit einer ganz eigenen Überlebensstrategie aufgewachsen sind, gibt es häufig Schwierigkeiten. Jetzt sind sie da - und wir sind gefordert."

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