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Mit diesen Bohrungen wäre Griechenland von heute auf morgen ein reiches Land

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Für das Griechenland-Desaster rund um die Euro-Krise ist noch lange kein Ende in Sicht. Zu hoch sind die Schulden des Landes und zu korrupt die bürokratische Struktur. Doch auf dem griechischen Hoheitsgebiet liegen Ressourcen im Wert von Hunderten Milliarden US-Dollar.

Nennenswerte Bohrungen gibt es bis jetzt keine, obwohl die Schuldenkrise damit mit einem Schlag gelöst wäre. Auf Spurensuche der griechischen Schätze.

Bereits in den 70er-Jahren waren Experten überzeugt davon, dass vor den griechischen Küsten große Öl- und Gasvorkommen schlummern. Nur ging man der Sache nie richtig auf den Grund, im wahrsten Sinne des Wortes.

Tatsächlich sollen die Rohstoffvorkommen des notorisch bankrotten Landes riesig sein.

Neue Nahrung dafür gab es im Juni letzten Jahres: Der Geologe Antonis Foscolos, emeritierter Professor der Technischen Universität Kreta, und zwei Kollegen präsentierten Griechenlands Premier Antonis Samaras eine Studie. Ergebnis: Die Öl- und vor allem Gasvorkommen könnten dem Staat über 25 Jahren hinweg insgesamt rund 600 Milliarden Dollar (465 Milliarden Euro) einbringen.

Diese Summe übersteigt die der griechischen Staatsschulden schon um fast die Hälfte.

Das Thema Rohstoffe wird von den wechselnden griechischen Politikern seit langer Zeit eher untertrieben.

Doch immerhin bezifferte der mittlerweile aus dem Amt geschiedene griechische Premierminister Andonis Samaras selbst in einem Interview die vermuteten Vorkommen nach vorsichtigen Schätzungen auf mehr als 300 Milliarden Euro. Er hoffte, sein Land könne zu einem „Norwegen des Mittelmeers" werden.

Die Wissenschaftler schießen mit ihren Ergebnissen nicht ins Blaue hinein. Vielmehr basierten die Annahmen auf vorhandenen und zusammengetragenen wissenschaftlichen Daten.

Gemeinsam mit dem staatlichen Geological Survey of Canada folgerten sie aus ihrer Untersuchung, dass die Methan-Emissionen unter Wasser und die vorhandenen Gashydrate am Meeresboden auf sehr große Vorkommen hindeuten.

Besonders viel versprechend in diesem Zusammenhang seien die Regionen im Ionischen Meer und südlich der Insel Kreta.

Auch die neue griechische Regierung unter dem linken Premierminister Alexis Tsipras nimmt sich offenbar dem Thema an. Laut Berichten der Griechenland Zeitung bot der Verteidigungsminister Panos Kammenos den USA eine Zusammenarbeit im Energiesektor an. Dabei geht es auch um die griechischen Öl- und Gas-Schätze. Um seine Bestrebungen auch durchzusetzen traf er unter anderem die US-Außenbeauftragte für Europa Victoria Nuland in Washington bei einem privaten Gespräch.

Es bleibt abzuwarten was aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen auch im politischen Rahmen abgeleitet wird.

Das griechische Parlament beschloss zuletzt gegen Ende des Jahres 2014 mehrere Verträge, die Öl- und Gasbohrungen ermöglichen sollen. Die Probebohrungen sollen bis Ende 2016 drei Konsortien griechischer, britischer, italienischer und kanadischer und osteuropäischer Firmen vornehmen.

Es ist jedoch erst nach zwei Jahren mit konkreten Ergebnissen zu rechnen. Dennoch verspricht sich das Parlament auf lange Sicht 15 bis 20 Milliarden Euro. Mal sehen, was die neue Regierung mit diesen Möglichkeiten anfängt.



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