BLOG

Eine offene Plattform fĂĽr kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Oliver Lippert Headshot

Vorteile und Tipps bei Introversion

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FRAU
Thinkstock
Drucken

Kürzlich habe ich zwei Artikel verfasst, die sich zum einen mit Hochsensibilität befassen und zum anderen Selbsthilfetipps entlarven. Was also, fragte ich, liegt näher als einen Artikel über Introversion zu schreiben, denn eines steht fest, viele kennen den Unterschied zwischen Schüchternheit und Introversion nicht und viele verstehen die introvertierten Menschen auch nicht.

  1. Introvertierte Menschen sind zwar still und leise, ja, sie können auch reden, aber während andere Small-Talk halten, observieren introvertierte Menschen. Manchmal können wir sogar Menschen lesen. Und auch wenn wir oftmals etwas abwesend wirken, dann denken wir über Ideen nach, die wir eines Tages mit dir teilen möchten.
  2. Während extrovertierte Menschen gerne reden, auch bei der Arbeit, machen introvertierte Menschen das Gegenteil. Dadurch bleiben die Kollegen auch eher ruhig und bekommen mehr Arbeit getan als ohne Dich.
  3. Egal, ob Du gerne redest oder nicht. Bist Du ein introvertierter Mensch, trauen Dir die Leute eher als wenn Du es nicht wärst. Deine Kollegen wissen, dass Du still bist und es eher unwahrscheinlich ist, dass Du etwas weiter gibst.
  4. Introvertierte Menschen halten die Welt in Balance. Denn es ist eine großartige Tugend zuhören zu können.
  5. Im Zeitalter von sozialen Netzwerken zeigen uns Introvertierte, wie und dass wir uns besser kennen lernen sollten. Vor allem bevor wir andere kennen lernen.
  6. Sie mögen einen kleinen Freundeskreis haben, aber dieser hält üblicherweise länger als der von extrovertierten Menschen. Sie klären Ungereimtheiten gerne und wollen die Freundschaft intakt wissen.
  7. Susan Cain sagte in diesem Ted Talk, das es kein Fehler ist, introvertiert zu sein. Und es gibt tatsächlich 16 sehr erfolgreiche introvertierte Menschen.
  8. Introvertierte sagen selten etwas ohne vorher darüber (ausgiebig) nachgedacht zu haben. Umso enttäuschender ist es für einen introvertierten Menschen von jemand anderem unterbrochen zu werden und die Ausführungen nicht zu Ende führen zu können. Noch enttäuschender wird es, wenn es mit Freunden und Familie passiert.
  9. Arbeitskollegen halten Dich für professionell. Zum einen unterbrichst Du niemanden bei Meetings, telefonierst so leise wie möglich und schreist auch nicht Deine Aufgabenplanung durch das ganze Büro.
  10. Dadurch das immer moderne Organisationstechniken die Oberhand gewinnen, hat nun auch die "stille Person" die Möglichkeit in der Firma Vorschläge einzureichen und gehört zu werden.
  11. "Macher" mit einer mit nachdenklichen und zurückhaltenden Attitüde gewinnen immer mehr die Oberhand. Vor allem in Ländern im asiatischen Raum.
  12. In Sachen Social Media haben die Introvertierten den Vorteil fĂĽr sich entdeckt und haben sich - leider noch nicht alle - den Nutzen dafĂĽr ebenso wie die Handhabung angeeignet.
  13. Heutzutage sind auch die Extrovertierten eher out. Unternehmen suchen Menschen, die Zuhören können und die Kollegen aufbauen können.
  14. Du wirst weniger Sorgen haben. Dadurch, dass Du introvertiert bist und den Freundeskreis klein hältst, lernst Du Dich besser kennen und auch das Leben der anderen. Was bedeutet, Du weißt, was sie durchmachen musst und kannst Verständnis zeigen.
  15. Introvertierte müssen sich nur auf sich selbst verlassen und greifen nur im äußersten Notfall auf externe Hilfe zurück.
  16. Dadurch, dass Du Dich mit Dir selbst beschäftigst, lernst Du Dich eher und besser kennen. Dadurch kannst Du im Optimalfall Deine Interessen schneller entdecken. Ein Grund warum viele Introvertierte auch im künstlerischen Bereich zu finden sind. Ein anderer ist die Ausdrucksmöglichkeit für Introvertierte.
  17. Ăśbernehme Social Skills von Leuten, die Du gut findest. Dadurch wirst Du Dich mit den Techniken besser fĂĽhlen und es wird Dir leichter fallen, diese zu nutzen.
  18. Nutze offene Fragen, statt solche, die mit einem Ja oder Nein zu beantworten sind.
  19. Dieses geheimnisvolle Unterbewusstsein kann auch in die Hände einer introvertierten Person spielen. Introvertierte sind verschlossen und eher in sich gekehrt. Folglich bekommt die Außenwelt, abgesehen von wenigen, kaum Informationen über Dich.

    Folglich wird diese Leere, die fehlenden Informationen, mit etwas anderem gefĂĽllt. Man kann also viele gute Dinge ĂĽber Dich denken, obwohl Du gar nichts dafĂĽr getan hast - auĂźer eben nicht zu viele Informationen an Dir fremde Personen weiterzugeben. Dadurch ergibt sich, das man immer ein wenig geheimnisumwoben daherkommt.

  20. Die Menschen nehmen Dich automatisch als guten Zuhörer wahr. Und üblicherweise ist eine introvertierte Person genau das.
  21. Auch wenn SchĂĽchternheit etwas anderes ist, ist es ein Teil eines Introvertierten, beziehungsweise wird angenommen. SchĂĽchterne Menschen werden, und das ist durch diese Fehlinformation durchaus etwas Gutes fĂĽr eine introvertierte Person, oft als gutherzig bezeichnet. Gleiches gilt also auch fĂĽr introvertierte Menschen.
  22. Einige Menschen "stehen auf" schĂĽchterne Menschen.
  23. Geräusche, Menschenaufläufe und Lichtblitze in Diskotheken sind oftmals nichts für Introvertierte.
  24. Introversion zählt zu den sogenannten "big five", mit Extraversion ist der Gegensatz gemeint. Die beiden Begriffe wurden erstmals 1921 von dem Psychiater und Psychoanalytiker Carl Gustav Jung verwendet.
Lesen Sie auch:

Video:Faust, Daumen, Zeigefinger: Diese Gesten können Ihnen im Ausland zum Verhängnis werden


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform fĂĽr alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.


Hier geht es zurĂĽck zur Startseite