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Sadisten von Lydia Benecke Buchkritik

31/01/2016 19:02 CET | Aktualisiert 31/01/2017 11:12 CET

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(c) Lübbe

„Sadisten" sind Menschen, die sich daran erfreuen andere zu quälen, ihnen Schmerz oder Leid zuzufügen. Mit diesem einfachen Titel ist das Buch von der Straftäterpsychologin und Ermittlungsberaterin Lydia Benecke ausgestattet. Aber es sagt auch genug über den Inhalt aus.

Auf der Basis aktueller, wissenschaftlicher Theorien erklärt sie hier in dem Buch, wie sich die Lust an der Gewalt erklären lässt. Sie zeigt auch auf, wie sich Sadisten untereinander unterscheiden. Solche, die nur eine sexuelle Neigung ausleben und Rücksicht walten lassen gegenüber solchen, die ihre Gewalt- und Tötungsfantasien in die Tat umsetzen müssen (ohne Zustimmung des Opfers).

Auch Spuren von BDSM lassen sich hier finden, weil ein Teil der Sadisten in diesem Buch, dieser sexuellen Spielart verfallen sind und Teil einer Abmachung sind gewisse Grenzen nicht zu überschreiten. Aber es gibt nun auch solche, denen solche Grenzen nichts bedeuten und BDSM und die dazugehörigen Regelungen ziemlich extrem auslegen, dass das Opfer zumindest (schwere) Verletzungen davon trägt, die auch von dauerhafter Natur sind. Nicht nur, dass das gegen den Willen passierte. Es gehört auch zum guten Ton ebenjener Szene keinen dauerhaften Schaden in irgendeiner Weise anzurichten.

Insgesamt kommt das Werk „Sadisten" von Lydia Benecke auf über 500 Seiten, die einen fesseln als hätte man gerade tatsächlich einen ungeklärten Mordfall vor sich, der an Spannung kaum zu übertreffen ist. Tatsächlich gehen Rekonstruktionen von vergangenen Taten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Befragungen von Sadisten hier Hand in Hand.

Alles in allem ein sehr gutes und spannendes Buch, das kaum besser hätte geschrieben werden können.

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