BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Oliver Lippert Headshot

Rätselhafte Spuren von radioaktivem Iod über Europa entdeckt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Etwas seltsames passierte am europäischen Himmel im Januar. Kontrollstationen von Spanien bis in den Norden Finnlands haben einen Anstieg des radioaktiven Isotops Iod-131 festgestellt und niemand ist sich sicher, woher es kam. Bisher zumindest.

Iod-131 ist stark radioaktiv aber die Mengen, die entdeckt wurden sind weit unterhalb der Gefahrengrenzen - dennoch sind sie überraschend. Das bedeutet nicht, das Iod-131 nicht gefährlich ist, die Menge, die festgestellt wurde, ist aber zu gering.

Die unübliche Feststellung wurde in einer französischen Pressemitteilung vom French Institute of Radioprotection and Nuclear Safety (IRSN) veröffentlicht und sie betonen, dass das Iod-131 in Form von Staubpartikeln in der Atmosphäre aufgespürt wurde und nicht, wie üblich, in der üblichen Gasform.

„Der Vorabbericht stellt fest, dass das erste Aufkommen in der zweiten Januarwoche 2017 im nördlichen Norwegen festgestellt wurde", sagte das IRSN. „Iod-131 wurde auch in Finnland, Polen, der Tschechien, Deutschland, Frankreich und Spanien bis Ende Januar festgestellt."

In der entsprechenden Woche war das Wetter schlecht, was es schwierig macht zu bestimmen, woher die Verunreinigungen gekommen sind. Im Winter tendiert die Luft zu thermaler Schichtenbildung, die es schwierig macht für Atmosphäre sich selbst zu vermengen, so das auch Schmutzstoffe nicht so zügig verteilt werden.

Wenn man das Wetter und die Ausstrahlung berücksichtigt kommt man zu der Vermutung, dass das Ganze lokal passiert sein muss. Das IRSN stellt aber keine Mutmaßung an. Aber es gibt keinen Zweifel, dass das Iod-131 aus Menschenhand kommt. Das Isotop wird zur medizinischen Abbildung genutzt, um die Schilddrüse begutachten zu können und während verschiedener industrieller Prozesse.

Die radioaktiven Isoptope haben eine Halbwertszeit von acht Tagen. Das bedeutet, das in etwas mehr als einer Woche, das Iod-131 zu Xenon zerfällt. Es wird hergestellt indem Neutrone auf Tellur, einem seltenen Metal, das oft zur Herstellung von Kupfer- und Stahllegierungen genutzt wird, geschossen werden.

Da die entsprechenden Einrichtungen, die mit Iod-131 hantieren, üblicherweise ein Warnsystem haben, gibt es zwei Möglichkeiten: unsaubere Handhabung oder jemand wusste davon, teilte aber nichts mit. Vielleicht gibt es noch mehr Möglichkeiten.