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Nirvana - Der Aufstieg von Gillian G. Gaar Buchkritik

23/11/2015 11:42 CET | Aktualisiert 23/11/2016 11:12 CET

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"Nirvana - Der Aufstieg" hat folgende Buchbeschreibung auf der Rückseite erhalten. Ich zitiere nicht ganz, sondern den ersten Satz: "In Entertain Us untersucht Gillian G. Gaar mit forensischer Detailgenauigkeit Nirvanas Aufstieg zum Ruhm und die Entstehen ihres ersten Albums Bleach."

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"Entertain Us"

Mein Gedanke war hier: Reden die von einem anderen Buch? Meines heißt "Nirvana - Der Aufstieg" hier wird "Entertain Us" (der Original-Titel) erwähnt. Warum, der Titel wurde doch nicht übernommen? Außerdem müsste es "die Entstehung" und nicht "die Entstehen" heißen. Zwei gravierende Fehler, die sich genau wie der nachverfolgte Weg zum Ruhm von Nirvana wie ein roter Faden durch das Buch ziehen.

Die Fehleranzahl nimmt ein Ausmaß an, dass ich gar nicht alles zitieren kann und möchte. Manches mal sind es einfach Buchstabendreher und zweimal das gleiche Wort an verschiedenen Stellen im Satz - aber nur eins davon macht Sinn. Das andere mal sind es Übersetzungen die direkt gemacht wurden ohne zu erklären, was sie bedeuten (Beispiel: "Heroin-Humor").

Ich habe leider absolut keine Ahnung, was das sein soll. Und unnütze Übernahme von Anglizismen wie "fucking" - dafür gibt es deutschsprachige Gegenstücke, die genau so ausdrucksstark sind - oder wo sich Cobain äußert, dass sowohl Punks als auch neuerdings "Jocks" zu ihren Konzerten kommen. Laut Wörterbuch bedeutet das "Matrosen", "Sportskanone" et cetera.

"Nirwana" statt "Nirvana"

Hier scheint es aber eindeutig eine andere Bedeutung zu haben - aber welche? Im Buch wurden ab und an - wenngleich auch zaghaft - Erklärungen eingestreut, man scheint sich dieser Möglichkeit also bewusst zu sein. Warum also nicht konsequent nutzen, wenn das schon direkt oder überhaupt nicht übersetzt wird? Dann werden interviewte Personen "Pickerl", "Pickerd" falsch geschrieben - wie heißt der denn nun? Oder auch der Bandname "Nirwana" statt "Nirvana".

Anfangs habe ich noch versucht, darüber hinweg zu sehen. Aber da kamen solche Fehler derart häufig vor, dass es keinen Spaß mehr machte. Denn ansonsten ist "Nirvana - Der Aufstieg" tatsächlich mit forensischer Detailgenauigkeit gespickt. Zwar nicht konsequent - manches mal hätte ich mir das reißerischer aus anderen Biographien gewünscht, um zu wissen, was drogenmäßig aktuell abging damit das Verhalten nachvollziehbar wird - denn so ist es nur einfach nur: Warum?

Gegen Ende des Buches will man vermitteln, dass die Band einen Gag gemacht hat, im Buch wird aber "Geck", was im Englischen mit "dude", "fop" oder "dandy" übersetzt werden kann, geschrieben.

Die Vermengung - mit gescheiter Übersetzung - von Detailgenauigkeit und reißerischen Zeilen wäre richtig gewesen, das hätte einige Aussage weitaus nachvollziehbarer gemacht.

Wer allerdings über Fehler et cetera hinwegsehen kann, wird hier sicherlich Freude daran haben. Denn interessant ist dieses Werk allemal.

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