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Mit Papa war's nur Blümchensex von Nele Hoffmann, Manuela Ausserhofer Buchkritik

02/02/2016 15:58 CET | Aktualisiert 02/02/2017 11:12 CET

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Vor einigen Jahren habe ich das Buch „Seelenficker" gelesen (und bei Huffington Post die Rezension kürzlich erneut veröffentlicht) und es hat mich sehr emotional aufgewühlt. Das war eine haushohe Nummer, die ziemlich krass war und immer noch ist. Anscheinend hat es nicht nur mich berührt, sondern viele andere ebenfalls.

Eine Person davon war Nele Hoffmann. Sie schrieb den Verlag an, erzählte ihre Geschichte und der Verlag vermittelte an Manuela Ausserhofer. Zusammen wurde dann an dem Buch geschrieben, ein Buch mit dem äußerst irritierenden Titel „Mit Papa war's nur Blümchensex". Man fragt sich ohne Umschweife: Blümchensex? Nur? Was zur Hölle? Ich konnte mir absolut keine Steigerung vorstellen oder warum jemand so empfinden sollte. Mir fällt es immer noch schwer. Das Buch ist einfach nur verstörend auf so vielfältige Art und Weise.

Das Buch habe ich innerhalb von 48 Stunden verschlungen. Erst habe ich angefangen zu lesen und dann konnte ich die nächste Nacht nicht schlafen. Also weitergelesen und dann war ich fertig. Die Zeit verging wie im Flug und innerlich wie äußerlich habe ich mich immer wieder ertappt, wie ich den Kopf schüttel ob der geschilderten Ereignisse. Die Äußerungen und wortgewaltigen Sätze taten ihr Übriges.

Wenn man bedenkt, dass die Schilderungen der sexuellen Handlungen mit ihrem Vater, der Anzeige und den Nachwirkungen relativ wenig Raum haben, beim Titel dachte ich eigentlich, dass das ganze Buch damit durchzogen ist, dann wundert man sich doch.

Wenn die Tocher-Vater-Situation abgeschlossen wird mit den Worten: „Aber es sollte noch viel schlimmer kommen." (sinngemäß), dann ist das ziemlich irritierend. Für mich stellt das ein so großer Tabubruch dar, das ich mir nichts vorstellen konnte und es fällt mir auch jetzt schwer. Auch wenn ich, nach Ende der Lektüre, durchaus weiß, was die Autorin Nele Hoffman damit gemeint hat. Aber eingebrannte Dinge lassen sich nur schwer ändern. Dennoch: Es kann gesteigert werden. Es absolut möglich.

Nach der Lektüre habe ich die ganze Nacht nicht mehr geschlafen. Das hat mich sehr irritiert, zum (Über-)Denken gebracht - das war einfach zu krass. Ich weiß nie, wie jemand so etwas tun kann. Egal, ob es jetzt um den Vater geht oder um die Situation danach. Sehr zu empfehlendes Buch. Unglaublich spannend und realitätsnah geschrieben, sehr lebendig und flüssig.

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