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Folter-Methoden: 14 grausame Arten, Menschen leiden zu lassen

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In vielen Ländern hatten folgende vierzehn Folter-Methoden ihre jeweilige „große" Zeit. Ausgeübt wurden diese sogar - immer oder zumindest teilweise - auch an Kindern und Jugendlichen.

Pitchcapping

1. Pitchcapping nannte man eine Methode, wo dem Aufständischen eine konische Papiermütze auf das Haupt gesetzt wurde. Danach wurde heißer Pech (oder Teer, der zu dieser Zeit hauptsächlich zum Erhellen genutzt wurde) hinein gegossen [in die konische Papiermütze]. Der Inhalt kühlte sich ab und wurde dann ruckartig vom Kopf gezogen. Meist mit Teilen der Haut und des Gewebes vom Kopf.

Schandmantel und Eiserne Jungfrau

2 + 3. Den sogenannten Schandmantel gab es ab dem 13. Jahrhundert und zählte zu den Ehrenstrafen. Er wurde auch unter anderem noch in Deutschland eingesetzt. Außerdem gilt die sogenannten „Eiserne Jungfrau", ein Schandmantel, der innen mit eisernen Dornen besetzt war, als eine Fehlinterpretation des Schandmantels. Die Eiserne Jungfrau wurde hingegen für Exekutionen eingesetzt. Die Nutzung des Schandmantel kam bei sogenannten Ehrenstrafen zur Geltung. Daz zählten unter anderem Wald- beziehungsweise Forstfrevel und Prostitution. Man musste dann mit dem „Mantel" umherlaufen, dessen Name auch ab und an Schandtonne war, und der zu Bestrafende wurfte beschimpft, geschlagen / geohrfeigt und auch mit Unrat beworfen werden.

Welsh Not

4. Das sogenannte „Welsh Not" (oder auch „Welsh Note", „Welsh Stick", „WN" et cetera) war eine Bestrafung in einigen Schulen in Wales Es gibt starke Hinweise, dass diese Bestrafung schon vor dem Jahr 1870 gängig war, es war aber nie eine offizielle Regierungspolitik. Als Bestrafung wurde demjenigen, der dabei erwischt Walisisch zu sprechen ein Brett mit den Buchstaben „WN" umgehangen. Wer am Ende des Tages, das Brett um hatte, bekam ordentlich Prügel. Es konnte also an demjenigen, der danach erwischt wurde - also nach der ersten Person - weitergereicht werden.

Um noch einiges weiter dazu sagen: Es gab solche Regelungen in verschiedenen Ländern, darunter Frankreich („Vergonha" - Unterdrückung regionaler Sprachen), Japan („Hōgenfuda" zu Deutsch: „Dialektkarte", Unterdrückung der Ryukyuan-Srachen und Dialekte der Tōhoku-Region), Prügel gab es in den 1960er-Jahren an „American Indian boarding schools" und „Canadian Indian residential school system", Russland beziehungsweise in der ehemaligen Sowjetunion und im Russischen Kaiserreich in Form der sogenannten „Russifizierung" statt.

Schandstock / Cangue

5. Speziell auf Mittelaltermärkten aber auch auf einer Kirmes oder in Vergnügungsparks, wird es immer beliebter sich in einem Schandstock spannen zu lassen. Dann gibt es tolle Fotos. In China war der Holzkragen (kang, in westlichen Sprachen auch als Cangue bekannt) das Gegenstück. Hier in quadratischer Form aber auch mit einem Loch für den Hals in der Mitte. Das Ganze diente zur Demütigung und Beschämung des Verurteilten. Dieser wurde teilweise monatelang öffentlich zur Schau gestellt. Dabei konnte sich der Betreffende nicht das Gesicht verbergen, nicht abwenden, nicht alleine essen / trinken, nicht hinlegen und auch nicht rennen. Teilweise war das Loch selbst für das Atmen zu eng beziehungsweise erschwerte es.

Treträder / Tretmühlen

6. Treträder beziehungsweise später Tretmühlen wurden als Strafe eingeführt. Bis zu acht Stunden musste man pro Tag strampeln. Weil das aber etwas sinnlos (sic!) war, wurde das mit dem Mahlen von Mehl oder Ähnlichem verbunden. Das Ganze wurde in Relation mit der Fähigkeit einer Dampfmaschine gesetzt, sprich, die Strafarbeiter mussten genau so viel leisten (rund 70 Watt pro Person) und nun 12 Stunden pro Tag. In Sydney wurden die Treträder / Tretmühlen zynisch mit „dancing academies" betitelt. Es gibt etwas mehr als zwei Dutzend belegte Fälle, dass das Erhängen dem Abrackern vom Verurteilten vorgezogen wurde. Auch Frauen mussten dies machen. Auf Schwangerschaften wurde keine Rücksicht genommen.

Werg zupfen

7. In früheren Zeiten gab es etwas, dass sich Werg zupfen nannte. Werg ist nicht anderes als das „Tau" eines Schiffes. Die Inhaftierten mussten also Schiffstaue zerpflücken und dann die Fasern mit Teer verbinden. Dadurch entstand ein Dichtungsmaterial, was Schiffe wasserfest machen sollte. Manchen kombinierten das Werg zupfen sogar noch mit den Treträdern.

Hängen

8. Aufhängen als Strafe kennt man ja zu genüge, beispielsweise aus Western-Filmen. Doch es gibt noch langwierigere Methoden. Man wurde am Daumen oder Handgelenk an der Decke aufgehangen und man konnte nur mit der Fußspitze die Unterlage berühren. Die Unterlage bestand allerdings auch einem spitzen Pflock. Also, verursachte man Schmerzen, egal, wie man sich entschied.

Gefesselt auf eine Kanone

9. In der indischen Provinz Punjab leistete man früher Widerstand und so dachte man sich eine Methode aus, wie den restlichen Aufständischen Angst machen konnte. Also im doppelten Sinne. Denn die Kanone feuerte (wahrscheinlich) einerseits die Kugel ab, andererseits flog der darauf gefesselte Körper des jeweiligen Aufständischen weit auseinander. Damit wurde verdeutlicht: Aufgeben ist die bessere Variante.

Grampussing

10. Eine weitere Methode nannte man Grampussing, von der Delphinart Grampus. Spezielle Marine-Soldaten ging es hier an den Kragen, denn die Arme wurden festgebunden und mit eiskaltem Wasser übergegossen. Das Gefühl verursachte Schreie bei den Soldaten, was sie hnlich klingen ließen, wie die Grampus-Delphine.

Hungern oder im Meer treiben

11. Um bei der Marine zu bleiben. Eine andere Art bestand daraus Marine-Soldaten mit einem Messer und etwas Essen am Bug des Schiffes zu hängen. Entweder schnitt man sich frei, trieb im Meer oder verhungerte beizeiten. Falls kein Wasser in der Nähe war, bekamen die Soldaten eben Peitschenschläge.

Am Pfahl gebunden

12. Als Alternative zum Auspeitschen wurde irgendwann eingeführt an einem Pfahl gebunden zu werden. Klingt irgendwie humaner, oder? Nur bedingt, denn das passierte im Winter oder auch im Kriegsgebiet.

Kittee

13. Kittee ist ähnlich wie die Daumenschraube oder der Spanische Stiefel. In dem gespaltenen Ende des Bambusstocks, kam beispielsweise ein Finger und nun wurde das Ganze wie eine Zwinge eingesetzt. Im sogenannten Madras Comission Report aus dem Jahr 1855 wird von einem Augenzeugen berichtet, das Frauen steuersäumiger Bauern, das Gerät an ihren Brüsten zu spüren bekamen.

Schwedentrunk

14. Beim Schwedentrunk handelt es sich um eine Foltermethode, bei dem die Opfer über einen Eimer oder Trichter Jauche oder Wasser (meist mit Urin, Kot und Schmutzwasser vermengt) trinken mussten. Neben dem Ekel, bekam man es auch mit der Angst zu tun bezüglich einer bakteriellen Infektion, Erstickungsängste sowie starke Magen- und Bauchschmerzen. Auch verätzte die säurehaltige Jauche die Speiseröhre des Opfers. Außerdem ist auch eine tödliche Pneumonie möglich. Der Effekt wurde durch einen mit Bretten zusammengepressten Bauch noch verstärkt, wahlweise sprangen aber auch die Folterer auf dem Bauch des Opfers rum.