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11 interessante Fakten ĂĽber Heroin

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HEROIN
kunchit2512 via Getty Images
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Die Mohnblume mit ihren duftenden roten Blättern, die so oft auf Gemälden erscheinen, produziert auch die Mohnsamen, die als Topping auf Gebäckarten kommt. Außerdem ist sie auch verantwortlich für das stärkste Opiat weltweit.

Heroin wird aus Morphium gewonnen. Eine Substanz, die normalerweise aus den SamenhĂĽlsen / Samenschoten von verschiedenen Mohnarten gewonnen wird.

Heroin erreicht das Gehirn ziemlich schnell und ist eine schnellreagierende Droge.

Hier sind 11 interessante Fakten über die gefährliche, illegale Droge.

"Einnicken" ist ein gefährlicher Zustand

Wenn das Heroin ins Gehirn gelangt fühlen die Abhängigen einen euphorischen Rausch. Aber danach folgt eine Phase von mehreren Stunden, wo man zwischen Schläfrigkeit und Wachsein wechselt. Im Englischen heißt dieser Zustand „on the nod" und beschreibt das ewige wegnicken, wobei der Kopf im tiefer sinkt und man mit einem Schwung wieder wach ist. Das kann der erste Schritt zur exzessiven und missbräuchlichen Betäubung sein. Außerdem als erster kleiner Schritt in Richtung Überdosis bekannt und beschrieben. Manchmal verliert man das Bewusstsein, erreicht sogar eine komaähnlichen Zustand und sinkt immer tiefer. Das Atmen wird langsamer und setzt manchmal aus. Auch dauerhaft.

Schmerzvolles Jucken ist ein Nebeneffekt des Heroinmissbrauchs

Wenn das Heroin in das Gehirn gelangt, wird es zu Morphin, das sich an die opioide Rezeptoren des Hirns und Körpers klemmt. Das erschafft einen Zustand der Euphore, einen Rausch und eine Durchblutung der Haut. Aber ein unerwarteter Nebeneffekt ist das schmerzvolle Jucken. Opiate können den Körper dazu bringen Histamine - Stoffe, die bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet werden - auszuschütten. Das erhöht den Drang sich zu Kratzen um Erlösung zu schaffen. Viele denken mit dem Heroin würde etwas nicht in Ordnung sein. Doch tatsächlich zeigt es, wie stark die Droge tatsächlich ist und wie wenig verschmutzt sie ist. Etwas, das man vorher aber nicht wissen kann.

Produkte, die Heroin enthalten, wurden frĂĽher im Laden verkauft

Obwohl es 1874 aus Morphin hergetellt wurde, wurde Heroin erst im Jahr 1898 für den medizinischen Nutzen bekanntgegeben. In den früher 1900er-Jahren wurden Hustensirups und Arzneimittel für Kinderkoliken neu vermarktet und über die Ladentheke in den USA und anderen Ländern verkauft. Einige Jahre später wurde festgestellt, das Heroin 2 bis 3 mal stärker als Morphium ist und schneller abhängig macht als Morphin.

„Heroin Chic" war in den 90er-Jahren eine Modeerscheinung

Mitte der 1990er-Jahre war der sogenannte „Heroin Chic" eine Modeerscheinujng in der Modefotografie. Darin kamen spindeldürre, abgemagerte Models wie Kate Moss vor, die auf entsprechenden Fotos ausgezerrt vom Drogenkonsum aussah. Andere Merkmale waren starre Blicke ins Nichts, dunkle Augenringe und helle Haut.

Schmuggler schlucken Heroin Päckchen

Sogenannte „drug mules", wortwörtlich Drogenmuli oder Drogen(maul)esel, transportieren Drogen indem sie sie schlucken, im Englischen „body pack". Diese Schmuggelform zählt zu den riskantesten, die es gibt, da die Päckchen im Körper zerstört werden können und große Mengen Drogen unkontrolliert und ungewollt in den Organismus gelangen.

Eine Anti-Heroin-Kampagne lief während des Super Bowls

Neben Werbung für Bier, Autos, Junk Food lief während des 2015er Super Bowls ein 60-sekundiger Anti-Heroin-Spot bei der TV-Übertragung. Das Besondere an der Werbung war, dass es nur Menschen aus der Umgebung von St. Louis sehen konnten. Erstellt wurde der Spot vom National Council on Alcoholism and Drug Abuse.

Heroin hat drei verschiedene Farben

Heroin wird als weißes oder braunes Pulver verkauft aber auch als eine schwarze, klebrige Substanz, die im Englisch als „black tar heroin" bekannt ist. Übersetzt bedeutet es ungefähr „schwarzes Teer Heroin".

Heroin aus Kolumbien ist meist braun. Stoff aus Pakistan und Afghanistan kann auch braun sein, wird meist in Europa verkauft.

Weißes Heroin ist reiner und kommt meist aus der Region Südost Asiens. „Black tar heroin" kommt aus Mexiko in die USA und es ist das einzige Land, dass es produziert. Es ist außerdem von schlechter Qualität und entsteht durch einen chemischen Prozess. Es ähnelt chemisch gesehen eher Opium und hat andere Opiate inne wie zum Beispiel Morphium und Kodein.

Bekannte englische Idiome kommen von den Entzugssymptomen bei Heroin

Zu den Reedewendung, die darauf zurückgehen gehören unter anderem „kicking the habit" (bezugnehmend auf die Beinbewegung beim Entzug), „going cold turkey" bezieht sich auf die Gänsehaut und die Kälte, die man spürt.

Heroin hat viele Namen

Auf der Straße gibt es Namen wie „H", „Horse", „Smack", „Thunder" und „Junk" - einige davon werden sogar in Deutschland genutzt. Außerdem gibt es Bezugnahmen auf die Qualität des Stoffs, so dass man Luxusmarken mit der Qualität ebenso assoziiert wie DOA (dead on arrival).

Auch Zahlen zählen dazu: 8, 19, 83 (Hongkong Rocks, Heroin in kristalliner Form), 84 (Türkischer Honig, Heroin in Pulverform) aber auch AAA für hochwertiges Heroin, antifreeze, big H oder hazel sowie Henry.

Babys können bei Geburt schon abhängig sein

Ein Baby, das im Mutterleib dem Heroin ausgesetzt ist, kann drogenabhängig geboren werden.

Heroin in der Musik

Im Song „Cold Turkey" beschreibt John Lennon, wie er gemeinsam mit Yoko Ono versuchte von der Droge loszukommen. Keith Richards schrieb für The Rolling Stones Stücke wie „Coming Down Again" und „Before They Make Me Run", die von seiner Heroinsucht handeln. Mick Jagger schrieb „Monkey Man" und zusammen mit Marianne Faithfull „Sister Morphine". Das Stones-Album „Sticky Fingers" behandelt in jedem Track Aspekte des Drogenkonsums. „Under The Bridge" thematisiert die Drogenerfahrungen vom Sänger Anthony Kiedis der Red Hot Chili Peppers. Weitere Bands und Künstler haben die Drogen in ihren Werke thematisiert.

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