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7 „Fakten", die du gelernt hast aber nicht mehr stimmen

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Über die Jahre können sich selbst Fakten, die wir als beständig ansehen, ändern. Menschen dachten eins, das Ärzte auf das Händewaschen for der Operation verzichten könnten. Wissen ist immer im Wandel.

Einst: Pluto ist ein Planet.
Heute: Pluto ist kein Planet.

Schon in den letzten 1800er Jahren wusste man, das ein neunter Planet, nach Uranus, existieren könnte. Im Jahre 1906 begann Percival Lowell, der Gründer des Lowell Observatory in Flagstaff, Arizona, seine Untersuchung nach dem mysteriösem Planeten X.

Dann, im Jahre 1930, fand ein Neuling in der Einrichtung eben diesen Planeten. Der Entdecker, Clyde Tombaugh, wurde damit beauftragt den Himmel nach sich bewegenden Objekten abzusuchen und über Wochen zu fotografieren. Irgendwann fand er einen und reichte die Entdeckung am Harvard College Observatory ein. Ein 11-jähriges englisches Mädchen benannte den Planeten nach dem römischen Gott der Unterwelt und wir fügten ihn als Planeten zu unserem Sonnensystem zu.

Aber im Jahre 2003 fand ein Astronom ein größeres Objekt als Pluto - genannt Eris. Diese neue Information brachte eine Menge Astronomen dazu, zu hinterfragen, was ein Planeten ausmacht. Sie entschieden schlussendlich, das Pluto, basierend auf Größe und Location, nicht dazu gehört. Auch nicht Eris. Tatsächlich ist Pluto nun ein Zwergplanet.

Aber: Forscher debattieren wieder oder immer noch, ob sie Pluto nicht wieder zum Planeten machen sollen.

Einst: Diamanten sind die härteste Substanz.
Heute: Ultrahartes auf Nano-Ebene „verzwillingtes" kubisches Bornitrid ist die härteste Substanz

Zwei Stoffe kennen wir seit 2009, die härter als Diamant sind: wurtzitisches Bornitrid und Lonsdaleit, sagt Scientific American. Der erstgenannte Stof hält einer Kraft stand, die 18% über der liegt, die ein Diamant schafft. Der zweite Stoff kommt sogar auf sagenhafte 58%.

Leider sind beide Substanzen selten und instabil in ihrer Natur. Tatsache ist, dass die Autoren der Studie, veröffentlicht in dem Journal „Physical Review Letters", nur Berechnungen des Härtegrads vorgenommen haben anstatt es tatsächlich mit einer entsprechenden Probe zu testen. Das macht die Entdeckung ziemlich theoretisch.

Aber ein anderer Mitbewerber wurde in der 2013er Januar Ausgabe der Zeitschrift „Nature" genannt. In einfachen Worten haben Wissenschaftler Bornitrid komprimiert, um „ultrahartes auf Nano-Ebene „verwillingtes" kubisches Bornitrid" zu schaffen. Sie haben die Partikel wie eine Zwiebel neu angeordnet.

Einst: Hexen in Salem wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Heute: Sie wurden tatsächlich erhängt.

In der Schule lernt man häufig, das in der Stadt Salem Hexen auf einem Scheiterhaufen verbrannt haben sollen. Das Problem ist: Es passierte so, laut Richard Trask, ein Stadtarchivar für Danvers, ehemals Salem Village, nicht. Zum Zeitpunkt der Verhandlungen befolgte New England noch das englische Gesetz, das Hexerei durch Erhängen bestrafte, nicht durch das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. In Europa jedoch wurde Hexerei als Häresie angesehen und tatsächlich auch durch den Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.

Einst: Israelitische Sklaven bauten die Pyramiden
Heute: Ägyptische Arbeiter bauten die Pyramiden selbst

Sogar Filme wie „Der Prinz von Ägypten" behält die Idee der Sklaven die, die Pyramiden bauten. Obwohl viele denken, dass es so in der Bibel steht, wird die Geschichte nicht genau erwähnt.

Dieser populäre Mythos so laut Amihai Mazar, Professor an der Hebrew University of Jerusalem, von Kommentaren des ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin stammen als er im Jahre 1977 Ägypten besuchte.

Neuere archäologische Erkenntnisse zeigen dass die Ägypter die Pyramiden selbst bauten. Arbeiter wurden von armen Familien aus dem Norden und Süden rekrutiert, waren allerdings angesehen, bekamen Krypten in der Nähe der Pyramiden und sogar sorgfältige Präparierungen für die Beisetzung.

Sklaven wären nicht so ehrenhaft behandelt worden.

Einst: Ein Stück Papier mittig mehr als sieben Mal zu falten ist mathematisch unmöglich.
Heute: Der Rekord liegt nun bei 13 mal.

Ob im Kunstunterricht oder in einem wissenschaftlichen Unterricht: Dieser Gerücht verbreitete sich hartnäckig. Dennoch biss Britney Gallivan, einer Schülerin an einer kalifornischen High School nicht an.

Sie und einige Freiwillige kauften eine riesige Rolle Toilettenpapier für 85$ und verblüfften eine Menge Leute, weil sie es schaffte das Papier 11 mal zu falten.

Im Jahre 2012 brachen Schüler an der St. Mark's School in Southborough, Massachusetts, Gallivans Rekord und falteten Papier 13 mal.

Einst: Die Chinesische Mauer ist das einzige von Menschenhand geschaffene Bauwerk, das vom All sichtbar ist.
Heute: Viele von Menschenhand erschaffene Bauwerke sind vom All sichtbar.

Technisch gesehen, war dies nie ein gesicherter Fakt. Nur etwas, das Drittklässler immer wieder in ihren Aufgaben einflossen ließen. Gerüchte gibt es schon seit 1938, dass das Bauwerk nicht nur vom Raumschiff, sondern auch vom Mond aus sichtbar sein soll.

Im Jahre 2003 zerstörte der erste chinesische Astronaut diesen Mythos. Er gab, laut der NASA, das Ganze zu und sagte, er konnte die Chinesische Mauer nicht sehen. Unter den richtigen Umständen (Schnee auf der Mauer, Zoom-fähige Kamera et cetera) ist es möglich. Man kann allerdings auch große Straßen, Brücken und so weiter sehen.

Die Sache mit dem Mond ist allerdings komplett falsch.

Apollo 12 Astronaut Alan Bean erzählte der NASA, das viel Weiß, ein wenig Blau, noch wenigere Fleckchen mit einem gelben Touch und ganz selten grüne Vegetation zu sehen ist. Nicht jedoch irgendein Bauwerk. Nicht aus dieser Entfernung.

Einst: Fünf (oder drei) Reiche für die Klassifikation existieren.
Heute: Es gibt wahrscheinlich acht Reiche.

Abhängig davon, wann man aufgewachsen ist, erzählten einem die Lehrer über die drei Hauptreiche des Lebens: Tiere, Pflanzen und Bakterien (Monera). Oder fünf, dann zählten Pilze und Protisten dazu.

Seitdem gibt es verschiedene Entwicklungen und Erweiterungen.

Nun gibt es noch Archaeen, die früher unter Monera fielen, und weitere.

In den USA blieben sie bei sechs: Pflanzen, Tiere, Protisten, Pilze, Archaebacteria und Eubacteria.

Die sechs gängigen Bezeichnungen sind in der Tat sechs:
Amoebozoa - dazu gehören Amöbenartige und Schleimpilze
Opisthokonta - unter anderem gehören Tiere und Pilze dazu
Rhizaria - amöbenartige Protista mit Scheinfüßchen
Archaeplastida - unter anderem Landpflanzen Grünalgen, Rotalgen
Chromalveolata - viele Algen
Excavata - diverse Protista mit Geißeln

Sie werden auch Supergruppen genannt. Zwei weitere solcher Supergruppen sind, wenn man die Einteilung von Woese, Kandler und Wheelis (1990) bevorzugt, Bacteria und Archaea.

Viren hingegen stellen kein eigenes Reich dar. Grund: Man zählt sie nicht zu den Lebewesen, da sie keinen eigenen Stoffwechsel haben, sich nicht selbständig fortpflanzen können, sondern dafür einen Wirt brauchen.