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11 Fakten über das Verdauungssystem

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Das Verdauungssystem hat zwei Hauptfunktionen: Nahrung in verwertbare Bestandteile zu zerlegen, die der Körper benötigt und den Körper vom Abfall zu befreien. Um den Job zu erledigen benötigt das Verdauungssystem die Mitarbeiter verschiedenster Organe im ganzen Körper. Darunter der Mund, der Magen, die Liebe und die Galle(nblase).

Die Nahrung benötigt die Gravitation nicht, um in den Magen zu gelangen.

Wenn du etwas isst, fällt das Essen nicht einfach durch die Speiseröhre - Ösophagus - und landet dann im Magen. Die Muskeln im Ösophagus ziehen sich zusammen und entspannen sich in einem bestimmten Rhythmus, die sich Peristaltik nennt. Dadurch wird das Essen nach unten gedrückt / geschoben und gelangt so durch den schmalen Kanal in den Magen.

Wegen der Peristaltik, sogar wenn man kopfüber irgendwo hängen würde und isst, gelangt das Essen dennoch in den Verdauungstrakt.

Wäschewaschmittel nimmt Hinweise vom Verdauungssystem an

Wäschewaschmittel beinhaltet auch oft verschiedene Arten von Enzymen inklusive Protease, Amylase und Lipase. Der menschliche Verdauungstrakt beinhaltet auch diese Art von Enzymen. Auch nutzt das Verdauungssystem solche Enzyme, um Nahrung zersetzen zu können. Protease zerkleinert Proteine, Amylase ist für die Kohlenhydrate zuständig und Lipase für Fette. Zum Beispiel nutzt der Speichel Amylase und Lipase während der Magen und der Dünndarm Protease nutzen.

Den Großteil der Verdauung macht nicht der Magen

Es wird allgemein geglaubt, dass der Magen das Zentrum der Verdauung ist und eine große Rolle spielt. Es rührt die Nahrung um, vermengt diese mit gastrischen Säften, zerkleinert die Nahrung in kleine Stückchen und es wird daraus eine dicke Masse namens Speisebrei.

Aber der Magen ist tatsächlich in sehr wenig chemischer Verdauung verwickelt. Nämlich dem Prozess, wo Nahrung auf die Größe von Molekülen gebracht wird, die nötig ist damit Inhaltsstoffe in den Blutfluss gelangen können.

Stattdessen macht der Dünndarm, der 2/3 der Länge des Verdauungstrakts ausmacht, den Großteil der Verdauung und die Aufnahme der Nahrung findet hier statt. Nach dem der Speisebrei weiter mit der Hilfe von kraftvolle Enzymen zerkleinert wurde absorbiert der Dünndarm die Nährstoffe.

Die Oberfläche des Dünndarms ist riesig

Der Dünndarm ist um die sieben Meter lang und hat rund 2,5 Zentimeter im Durchmesser. Basierend auf diesen Messung sollte die Fläche rund 0,6m² betragen, stattdessen ist sie jedoch rund 250m² groß - ungefähr die Größe eines Tennisplatzes.

Der Grund dafür sind drei Fähigkeiten, die der Dünndarm besitzt. Die Wände des Darms haben Falten und beinhalten Strukturen, die sich Darmzotten nennen, das sind fingerähnliche Bestandteile des Dünndarms mit saugfähigem Gewebe. Außerdem sind die Darmzotten mit mikroskopischen Verlängerungen bestückt, die sich Mikrodarmzotten nennen.

All diese Features helfen dem Dünndarm, um besser Nahrung aufnehmen zu können.

Mägen unterscheiden sich in der Tierwelt

Der Magen ist ein wesentlicher Teil des Verdauungssystems, aber es ist nicht der gleiche in all den Tieren. Einige Tiere haben Mägen mit verschiedenen Abteilen. (Oft werden sie fälschlicherweise als „mehrere Mägen" beschrieben.) Kühe und andere Wiederkäuer - inklusive Giraffen, Hirsche und Rinder - haben vierkammerige Mägen, die ihnen hilft, ihre pflanzenbasierende Nahrung zu verdauen.

Aber einige Tiere - inklusive Seepferdchen, Lungenfische und Schnabeltiere - haben keinen Magen. Ihr Essen geht direkt vom Ösophagus in die Därme.

Flatulenzen bekommen ihren Geruch von den Bakterien

Darmgas, oder Flatus, ist eine Kombination aus geschluckter Luft und den Gasen, die durch die Fermentierung durch die Bakterien im Magen-Darm-Trakt entstehen. Das Verdauungssystem kann bestimmte Komponenten der Nahrung nicht zerkleinern oder aufnehmen, daher werden diese Substanzen weiter dem Trakt entlang geschoben bis zum Dickdarm. Große Mengen von Darmbakterien arbeiten nun und lassen verschiedene Gase während des Prozesses ab. Dazu gehört unter anderem Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und Wasserstoffsulfid (woher der unappetitliche Geruch kommt).

Das Verdauungssystem ist krebsanfällig

Jedes Jahr entwickeln mehr als 270.000 Amerikaner Krebs im Magen-Darm-Trakt inklusive Krebs im Ösophagus, Magen, Kolon und Rektum. Die Hälfte davon führt zum Tod. Im Jahre 2009 tötete der kolorektale Krebs fast 52.000 alleine in den USA, mehr als jede andere Krebsart - abgesehen vom Lungenkrebs. Außerdem beheimatet das Verdauungssystem mehr Krebsarten als woanders im Körper und verursacht mehr Todesfälle.

Ein Schwertschlucker hat Ärzten geholfen in den Magen zu schauen

Ein Endoskop ist ein Instrument, dass dazu genutzt wird Organe und Hohlräume im Körper zu untersuchen. Der deutsche Arzt Philipp Bozzini entwickelte in den frühen 1800er-Jahren eine primitive Version des Endoskops, die „Lichtleiter" genannt wurde, und verschiedene Bereiche des Körpers inspizieren konnte. Dazu gehörten Ohren, Nasenhöhle und Harnhöhre.

Ein halbes Jahrhundert später entwickelte der französische Arzt Antoine Jean Desormeaux ein anderes Instrumente, das er Endoskop nannte.

Im Jahre 1868 nutzte der deutsche Arzt Adolph Kussmaul erstmalig ein Endoskop um ins Innere einen Magens einer lebenden Person zu schauen. Im Gegensatz zu den heutigen Endoskopen war das damalige nicht flexibel, was es wiederum schwierig machte es in das Körperinnere zu führen. Daher nutzte Kussmaul die Talente eines Schwertschluckers, der das 47 cm mal 1,3 cm messende Instrumente schluckte, das Kussmaul selbst designt hatte.

Ein Mann mit einem Loch im Magen bot damit ein Fenster mit Blick auf die Verdauung an

Im Jahre 1822 schooss ein Pelzjäger ausversehen einen 19-jährigen Mann namens Alexis St. Martin. Der Armeechirurg William Beaumont flickte St. Martin wieder erfolgreich zusammen, aber der Pelzjääger hatte nach wie vor ein Loch im Magen, genauer gesagt in seiner Bauchwand. Dies nennt sich Fistel. Ebenjene Fistel erlaubte es Beaumont die Arbeiten des Magens auf neue Art und Weise zu erforschen.

Während der nächsten Dekade vollzog Beaumont 238 Experimente an St. Martin. Einige beinhalteten auch, dass das Essen direkt in dem Magen des Patienten gesteckt wurde. Er machte einige Schlussfolgerungen während seiner Arbeit, inklusive, das Fieber die Verdauung beeinflussen kann und das Verdauung mehr als nur eine zermahlende Bewegung des Magens ist sowie Hydrochloridsäure benötigt wird.

Der Magen muss sich schützen - vor sich selbst.

Die Zellen entlang der Innenwand des Magens sondern rund 2 Liter Hydrochloridsäure jeden Tag ab. Diese hilft dabei, die Bakterien zu töten und die Verdauung zu unterstützen. Wenn Hydrochloridsäure irgendwie vertraut klingt, dann liegt es wohl daran, dass dieser Stoff dazu oft benutzt wird Rost und Kalk vom Stahl, Bleche und Folien zu entfernen. Außerdem kommt es auch in Toilettenreiniger und ähnlichem vor.

Um sich selbst vor dieser aggressiven Säure zu schützen, besitzt der Magen eine dicke Schickt Schleime. Aber dieser Schleime kann nicht für eine unbegrenzte Zeit helfen. Daher produziert der Magen alle zwei Wochen eine neue Schleimschicht.

Ärzte behandelten das Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür fast ein Jahrhundert lang falsch.

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind schmerzhafte Geschwüre an der Innenseite der Speiseröhre, des Magens oder des Dünndarms. Sie betreffen rund 50 Millionen Amerikaner im Jahr laut einer Studie aus dem Jahr 2007 im Journal „American Family Physician".

Die Ärzte dachten lange, das Stress und würzige / scharfe Speisen diese Geschwüre in der Entwicklung fördern würden. Eine Erklärung, die Sinn ergibt, wenn man bedenkt, das Geschwürpatienten über einen brennenden Schmerz nach dem Verzehr von scharfen Speisen klagten. Für fast 100 Jahre haben Ärzte daher Ruhe und fades, ungewürztes Essen verschrieben.

Im Jahre 1982 haben die australischen Forscher Barry Marshall und Robin Warren, dass der wahre Schuldige hinter den Ulcera ist aber das Bakterium Helicobacter pylori, dass sich in der mageneigenen Schleimschicht einnistet. Die beiden Forscher erhielten im Jahr 2005 den Nobelpreis in Physiologie und / oder Medizin.

Magengrummeln kann immer passieren, nicht nur, wenn man hungrig ist.

Borborygmus, oder Magenknurren, ist das Ergebnis der Peristaltik im Magen oder Dünndarm. Die passieren immer. Sie sind hörbarer, wenn der Magen leer ist, weil es dort nichts mehr gibt, was die Geräusche dämpfen kann.

Man kann sich natürlich fragen, warum die Muskeln dann dennoch arbeiten. Sobald der Magen seine Inhalte in den Dünndarm gegeben hat, sendet dieser Signale ans Gehirn. Das Antwortet mit dem Signal an die Verdauungsmuskeln, den Prozess der Peristaltik einzuleiten. Die Muskelkontraktionen stellen sicher, das keine Essensreste im Magen geblieben sind und das daraus resultierende Grummeln, signalisiert uns, dass wir etwas zu Essen benötigen.