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Mein Ja zur Trillerpfeife und zum 1. Mai

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Warum soll ich mich f├╝r etwas sch├Ąmen, wenn mich etwas erfreut? Ich sage nicht nur als Gewerkschafter ÔÇ×Ja" zum 1. Mai. Sondern auch als Mann, der Arbeit hat und der m├Âchte, dass sp├Ąter auch seine Kinder Arbeit haben. Zu fairen Konditionen - wie f├╝r alle Arbeitnehmer.

Deshalb freue ich mich auf den ÔÇ×Tag der Arbeit", egal an welchem Wochentag er stattfindet und ob es rote Nelken regnet, oder nicht. Weil er den Gewerkschaftsgedanken mit der Aussage nach mehr Sicherheit und Solidarit├Ąt unterst├╝tzt. Das tun wir an anderen Tagen im Jahr auch immer wieder mal mit der roten Trillerpfeife, eine der pr├Ągnantesten Utensilien f├╝r die Gewerkschaftsarbeit.

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Lautstark machen wir - zum Beispiel bei den Tarifverhandlungen - auf Ungerechtigkeit aufmerksam. Manche meiner Kollegen sch├Ąmen sich, sich mit der Trillerpfeife zu zeigen. Ich habe damit keine Probleme. Den ersten Kontakt zur roten IG BCE-Trillerpfeife hatte ich vor 20 Jahren bei meiner Demo im November 1996 in Bonn gegen das Sparpaket der damaligen Kohl-Regierung.

"Lieber pfeifen als ne Pfeife sein...!"

Wie denn sonst auf sich aufmerksam machen, wenn's bei Tarifkonflikten am Verhandlungstisch nicht weitergeht? Ist denn die Trillerpfeife nicht auch auf dem Fu├čballfeld ein Instrument der Gerechtigkeit und der Schlichtung? Ein Kollege fl├╝sterte mir mal einer Demo zu: "Lieber pfeifen als ne Pfeife sein...!"

Das bringt es auch auf den Punkt, warum auch ich mich ├╝ber manche Kollegen ├Ąrgere, die sich nicht offiziell an Kundgebungen, sei es in der Firma oder auf der Stra├če, beteiligen. Frei nach dem Motto: ÔÇ×Wir kriegen so oder so etwas ab" naschen sie - wie alle Unorganisierten - am gro├čen Kuchen des Erfolges mit und spazieren sp├Âttisch l├Ąchelnd an jene Kollegen vorbei, die um mehr Arbeitspl├Ątze und mehr Lohn k├Ąmpfen. Das ist doch so, als wenn sich jeder von uns im Supermarkt bedient, aber nur jeder dritte bezahlen w├╝rde.Das ist ungerecht.

Keiner muss sich sch├Ąmen, den 1. Mai und Trillerpfeifen gut zu finden

Wer etwas ver├Ąndern m├Âchte, muss auch selbst mit anpacken. Nat├╝rlich steht die Gewerkschaft f├╝r viel mehr als f├╝r rote Trillerpfeifen, rote Fahnen und Warnstreiks als Druckmittel. Wir beraten und betreuen unsere Mitglieder auf vielen Ebenen des Lebens. In der Summe des Gesamten ergibt das Arbeitnehmer, die zufrieden und gl├╝cklich f├╝r ihre Arbeitgeber da sind.

Steckt nicht in jedem von uns ein kleiner Schiedsrichter? Keiner muss sich sch├Ąmen, den 1. Mai und Trillerpfeifen gut zu finden. Wer zur Trillerpfeife greift, um zu schlichten oder der Forderung Nachdruck zu verleihen, macht was f├╝r sich, f├╝r sein Team und f├╝r die Zukunft.

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