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Mitarbeiterlücke: Kognitive Systeme entlasten Mitarbeiter, Unternehmen und Behörden - und machen die EU zukunftssicher

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EUROPEAN UNION
artJazz via Getty Images
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Die Menschen werden immer älter - dies ist ein unbestreitbarer Fakt. Gleichzeitig schrumpft der Anteil der arbeitenden Bevölkerung - bis 2050 haben wir circa 48 Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter. Die öffentlichen Ausgaben erhöhen sich und knapp zehn Prozent davon fließen in die Unterstützung der alternden Bevölkerung. All diese Faktoren finden simultan statt - und gleichzeitig wird auch europaweit noch ein deutlich gebremstes Wachstum des Bruttosozialprodukts (BSP) prognostiziert.

Diese Fakten sind bedenklich und die wichtigste Frage ist: Wie lässt sich dieser Disruption begegnen? Wie können Deutschland und Europa die benötigten Finanzmittel aufbringen, alle Menschen gut versorgt wissen und gleichzeitig die Gerechtigkeit zwischen den Generationen gewährleisten? Die EU schlägt folgende Lösungsmöglichkeiten vor:

• Geburtenrate erhöhen: Dies lässt sich nicht nur sehr schwer vorausplanen, sondern würde in den nächsten 30 Jahren keinen deutlichen Unterschied machen.

• Lebensarbeitszeit verlängern: Die Bundesregierung hat dies erst kürzlich diskutiert. Gearbeitet werden soll laut Regierungsplänen bis 69 Jahre (ab 2045).

• Höhere Anzahl an Arbeitnehmern durch Immigration: Die Belastungen (politisch wie sozial) innerhalb der EU sowie die Einwanderungspolitik der jeweiligen Länder limitieren den Erfolg dieser Strategie.

• Erhöhte Produktivität: Härter zu arbeiten wird keinen großen Unterschied machen - zumindest nicht bei einer Zahl von 48 Millionen Menschen.

Diese Punkte basieren auf einer veralteten Denkweise und missachten eine essentielle Strategie, mit denen sich die Herausforderungen bewältigen lassen: die Technologie. Die Evolution in der Technologie brachte uns auf den heutigen Stand, jetzt ist sie der beste Weg, die Lücke zwischen der arbeitenden Bevölkerung und der benötigten Zahl an Arbeitnehmern zu schließen - und gleichzeitig das Wachstum und den Lebensstandard für die Zukunft zu sichern.

Eine Reihe der heutigen Aktivitäten lassen sich automatisieren bzw. von intelligenten Technologien übernehmen. Dazu gehören beispielsweise Online-Anfragen nach bestimmten Formularen bei Behörden. Kognitive oder autonome Technologien können solche Aktivitäten übernehmen und Mitarbeiter von solchen repetitiven Aufgaben entlasten. Weiter in die Zukunft gedacht könnte dies auch Folgendes bedeuten:

Autonomes Fahren bedarf neuer Services im Transport-Sektor. Im Healthcare-Bereich beschleunigen moderne Analyse-Technologien Diagnosen - Krankheiten lassen sich so schneller diagnostizieren und behandeln. Im Finanz-Bereich automatisieren kognitive Agenten Geschäftsprozesse wie Kreditprüfung, Management von Versicherungsansprüchen oder das Abarbeiten einer hohen Anzahl an Kundenanfragen.

Auf Basis verschiedener Daten lässt sich analysieren, wie der Einsatz von kognitiven Systemen die Produktivität beeinflusst. Von 300 Millionen Menschen im Erwerbsalter in der EU arbeiten knapp 204 Millionen¹. Laut einer Studie von McKinsey² lassen sich 45 Prozent der Aufgaben mit bereits bestehenden Technologien automatisieren.

Bei einer linearen Zeit-Aktivitäten-Beziehung hieße das, dass sich die momentane Workload-Lücke von 46 Millionen Personen automatisieren ließe. Gleichzeitig kann die bestehende Belegschaft trainieren, um neue Fertigkeiten und Qualifikationen zu erlernen und diese in produktiveren und kreativeren Rollen einzusetzen.

Die Kombination zukunftsweisender Technologien, die automatisierter Wissensarbeit und von der EU angestoßene Initiativen verändert unsere Zukunft nachhaltig. Mitarbeiter werden produktiver, wenn sie mit kognitiven Agenten zusammenarbeiten, die ihnen die repetitiven Aufgaben abnehmen.

Damit haben sie mehr Zeit, kreative Aktivitäten und neue Herausforderungen zu übernehmen. Die Integration von „digitaler Arbeit" als Teil des politischen Plans der EU gewährleistet, dass das BSP-Wachstum aufrecht erhalten wird. So lassen sich auch die benötigten Finanzmittel für die höheren öffentlichen Ausgaben finanzieren und die Qualität der Sozialleistungen auf einem gleichbleibenden Niveau halten.

Zusammengefasst heißt dies: Unternehmen, Behörden und die Gesellschaft allgemein sollten die fortschrittlichen Technologien begrüßen. Sie werden eine enorm wichtige Rolle spielen, indem sie die EU dabei unterstützen, die demografische Herausforderung zu bewältigen.

¹ Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Employment_statistics
² Quelle: http://www.mckinsey.com/business-functions/business-technology/our-insights/four-fundamentals-of-workplace-automation

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