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Den menschlichen X-Faktor stärken - und so die gläserne Decke der IT-Produktivität zerschmettern

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Die Einführung von Computern und dem Internet gepaart mit einer höheren Mobilität führte zu einer immer höheren Produktivität. Aber auch die Fortschritte, die diese Technologien mit sich brachten, konnten einem der Grundgesetze der Wirtschaft nicht entgehen - sinkenden Erträgen. Darüber hinaus sah sich die IT einem Produktivitätsparadox gegenüber: Je mehr Investitionen in Technologie getätigt wurden, desto mehr sank die Produktivität der Mitarbeiter anstatt anzusteigen (1) .

Studie: KI kann Glasdecke der IT-Produktivität zerschmettern

Wir leben in einer Welt, in der in jeder Branche IT-Entscheidungen das Geschäftsmodell beeinflussen. Allerdings bieten IT-Investitionen nicht mehr die Vielfalt an Vorteilen wie früher. Unsere Welt hat sich verändert, wir scheinen jedoch kürzlich die Glasdecke der IT-Produktivität erreicht zu haben. Wie Unternehmen sich dem anpassen, bestimmt die Zukunft - und sogar die Existenz von Unternehmen.

Jetzt aber sieht es so aus, als würde die sogenannte gläserne Decke endlich zerschmettert. Der Grund dafür ist die Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen. IPsoft gab kürzlich eine Studie mit dem Titel „FuturaCorp, Artificial Intelligence and the Freedom to be Human" in Auftrag, um herauszufinden, wie KI die Beziehung zwischen Mensch und Maschine verändert. Ein Ergebnis stach besonders hervor: Die Entwicklung und die Integration von KI-Systemen ermöglicht Mitarbeitern, sich genau auf die Fähigkeiten zu konzentrieren, in denen Menschen einen Vorteil haben.

FuturaCorp - das Unternehmen der Zukunft

Denn der wahre X-Faktor für Produktivität ist nicht einfach eine Funktion der Technologie, sondern das menschliche Potenzial, das dadurch unterstützt und realisiert wird - und das letztlich die gläserne Decke durchbrechen wird. Die FuturaCorp Organisation ist ein Unternehmen, das KI dazu einsetzt, um Mitarbeiter von repetitiven Aufgaben zu befreien. Damit werden Firmen nicht nur effizienter, sondern die Angestellten können sich auf die besten menschlichen Fähigkeiten konzentrieren: Kreativität, Innovation und bereichsübergreifendes Denken.

Die Studie belegt, dass Job-Rollen aus einer Serie von Aufgaben bestehen. In naher Zukunft werden
80 Prozent der deterministischen, repetitiven Aufgaben von Maschinen erledigt. Menschen und Maschinen teilen sich die Effizienz-Management-, Problemlöse- und probabilistische Aufgaben zu gleichen Teilen. Geht es allerdings um bereichsübergreifendes Denken, erledigen Menschen die überwiegende Mehrheit - immerhin über 80 Prozent.

Neue Definition von Produktivität

Um zu verstehen, wie die symbiotische Mensch-Maschine-Organisation einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil erhält, benötigen wir eine neue Definition von Produktivität - eine, die über die traditionellen Messwerte wie Arbeit, gearbeitete Stunden, Anzahl der Mitarbeiter oder Kosten insgesamt hinausgeht. Unternehmen sollten auch nicht wie bislang im Hinblick auf die Anzahl der produzierten Produkte und / oder des finanziellen Wertes, den sie generieren, gemessen werden.

FuturaCorp verlagert oder ersetzt Arbeit aber nicht einfach nur, indem sie repetitive Aktivitäten an KI-Systeme überträgt und die Produktivitätsgewinne dazu nutzt, sie in höher qualifizierte Rollen zu investieren. Vielmehr wird das Geschäft insgesamt dadurch aufgeladen und vorangetrieben. Der Report misst dieses Produktivitätspotenzial auf Basis einer ausgefeilten Gleichung, die sowohl die erzielte Effizienz berücksichtigt als auch die Reinvestitionen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter.

Andere Aufgaben für Mitarbeiter

Wenn repetitive Aufgaben von Maschinen übernommen werden, können Menschen die Rollen verfolgen, die sie einzigartig machen. Dazu gehört vor allem, mehr Zeit in die Entwicklung von Innovationen zu investieren. Dies führt zu einer exponentiell höheren Kapazität, um Fähigkeiten, Strategie und Greenfield-Chancen zu realisieren.

Ein Beispiel ist die Telekommunikationsbranche. In den letzte fünf bis sieben Jahren konzentrierten sich die Anbieter immer mehr auf die Infrastruktur und weniger auf die Bereitstellung von Inhalten und besseren Services. Das Ergebnis sind sinkende Gewinne und der Fokus auf Kostenreduzierung, um den Unternehmenswert zu erhalten.

Künftig müssen Telekommunikationsanbieter in die Verbesserung der Kundenerfahrung investieren. Mit KI sind sie in der Lage, eine Vielzahl verschiedener Interaktionen gleichzeitig zu bearbeiten - und zwar über alle verfügbaren Kanäle (Audio, Chat, Social Media) und mit einer extrem guten Service-Qualität. Gleichzeitig erfordern neue bzw. verbesserte Technologien eine immer höhere Anzahl von Live-Interaktionen mit Anwendern.Dank KI-Systemen sind Telkos bestens darauf vorbereitet.

Chancen durch künstliche Intelligenz

Die Integration von KI erleichtert den Mitarbeitern die Instandhaltung der Infrastruktur und deren Ausbau: Die Anwendungen unterstützen dabei, Wartungszyklen zu planen, zu verwalten und zu terminieren - und die Bereiche aufzuzeigen, bei denen eine Optimierung notwendig ist.

Darüber hinaus können die neuen intelligenten Technologien ortsbasiertes Marketing, das heißt die Auswahl und Verpackung der richtigen Inhalte für den richtigen Verbraucher zum richtigen Zeitpunkt maßgeblich vereinfachen. KI unterstützt OTT-Unternehmen dabei, gezielte Inhalte und eine hochwertige Anwendererfahrung zu bieten - und zwar dank einheitlicher, algorithmisch definierter Angebote, die zu einem höheren Umsatz beitragen.

Eine verbesserte Infrastruktur unterstützt auch das schnellere Wachstum des Internet der Dinge (IoT). KI kann die komplexen Prozesse zwischen Milliarden vernetzter Geräte handhaben und die Leistung von Aufgaben optimieren, die es erst in Zukunft geben wird. Das menschliche Gehirn wird dadurch von repetitiven Aufgaben und Prozessen befreit.

Der menschliche X-Faktor

Der Vorteil für Telekommunikationsunternehmen: Sie können nicht nur neue Umsatzquellen erschließen, sondern beteiligen die Mitarbeiter aktiv an der Zukunft des Unternehmens. Die Organisation selbst ist führend im Hinblick auf die Zukunft der Infrastruktur, bei Inhalten und dem Internet der Dinge. In jeder wettbewerbsorientierten und sich schnell verändernden Branche ist eine führende Position überlebensnotwendig.

Diese Art von Produktivitätsgewinnen lassen sich in vielen Industrien erfahren und umsetzen. Immerhin ist fast jede Organisation mittlerweile ein Technologieunternehmen. Eine höhere Automation sowie Investitionen, um das menschliche Potenzial bestmöglich auszuschöpfen: KI unterstützt den menschlichen X-Faktor - und ermöglicht, dass die gläserne Decke der IT-Produktivität zerschmettert wird.

(1) Quelle: Ethan Dreyfuss, Andrew Gadson, Tyler Riding, Arthur Wang: The Productivity Paradox, https://cs.stanford.edu/people/eroberts/cs181/projects/productivity-paradox/background.html

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