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Ich bin eine Deutsche und distanziere mich von dem braunen Pack in Clausnitz!

22/02/2016 14:53 CET | Aktualisiert 22/02/2017 11:12 CET
Kerstin Joensson/AP

Rund 100 Demonstranten haben am Donnerstagabend in Clausnitz versucht, die Ankunft von Flüchtlingen in einer Unterkunft zu verhindern. Die Polizei zerrte die verängstigten Flüchtlinge dennoch aus dem Bus. Landes- und Bundespolitiker kritisierten das Vorgehen der Polizei. Diese gab aber den Flüchtlingen eine Mitschuld an dem Vorfall. Aufgrund von provozierenden Gesten, sei unmittelbarer Zwang angewendet worden.

Die Polizei kündigte sogar an, gegen einige Flüchtlinge wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu ermitteln.

Der braune Pack in Clausnitz hat keine Moral, kein Anstand und keine Menschlichkeit

Es kommen Menschen aus dem Ausland als Asylsuchende, die aus ihrem Land fliehen müssen, dort schon alles erlebt und gesehen haben. Sie sind meist wochenlang unterwegs, werden eventuell aus Seenot gerettet und kommen völlig traumatisiert hier in Deutschland an. Sie glauben, dass sie nun in Sicherheit sind. Dass sie aufatmen können. Dann kommen sie endlich in ein Flüchtlingsheim und werden so empfangen.

Wir müssen nachdenken anstatt vorschnell zu verurteilen

Das braune Pack in Clausnitz hat keine Moral, kein Anstand, keine Menschlichkeit, kein Verständnis von Werten, Normen oder Demokratie. Keine Kenntnis darüber, deutscher Staatsbürger zu sein, der sich an die Verfassung zu halten hat.

Menschenverachtender Hass ist für unsere Gesellschaft pures Gift

Nach der Meldung aus Clausnitz brannte im sächsischen Bautzen eine geplante Unterkunft für Asylbewerber. Die Löscharbeiten wurden massiv behindert, abfällige Beleidigungen, Applaus und unmissverständliche Freude der Anwohner wurde von der Polizeidirektion Görlitz gemeldet.

Menschenverachtender Hass ist für unsere Gesellschaft pures Gift. Wir dürfen das nicht zulassen.

Das zeigt uns, dass Aufklärungsprozesse wichtiger denn je sind, denn diese und ähnliche Meldungen zeigen das noch sehr viele Dialoge stattfinden müssen. Wir dürfen nicht vorschnell, reflexartig urteilen oder sogar pauschalisieren. Denn weder sind alle Polizisten unangemessen reagierende aggressive Rassisten, noch sind alle Flüchtlinge asozial und respektlos.

Wir sind alle mündige Bürger, wir können und müssen uns selber anstrengen und reflektieren, nachdenken anstatt vorschnell und reaktionär zu urteilen.

Schade ist, dass der demokratische Rechtsstaat in Sachsen gescheitert ist. Die Geflüchteten dürfen nicht zum Täter gemacht werden, sonst werden bald diese Rassisten als tapfere Verteidiger des Vaterlandes gefeiert werden.

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