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Deutschland: So viel Ehrenamt verdient mehr Anerkennung

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FLUECHTLINGE HELFER
GettyImages
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Wie steht es um unser Land? Häufig geht es im Fluss der aktuellen Themen unter, aber das Jahresende bietet die Gelegenheit, den Blick auf das Ehrenamt zu richten.

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Wir können stolz sein auf unser Land! Ob die Helfer von Technischem Hilfswerk, der Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz oder etwa der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft beim Katstrophenschutz, die Engagierten rund um die Themen Flüchtlinge und Asyl oder die unzähligen Freiwilligen in Vereinen und Vereinigungen:

Was in Deutschland im zurückliegenden Jahr ehrenamtlich geleistet wurde, das gibt es in dieser Form sonst wohl nirgendwo auf dieser Welt. Ohne dieses Engagement wäre unsere Gesellschaft nicht die gleiche- ohne Ehrenamt, das ist sicher, wäre bei uns heute kein Staat mehr zu machen.

Anerkennung für ehrenamtliches Engagement

Wir brauchen daher noch mehr Anerkennung für das Geleistete und für diejenigen, die diese Leistungen vollbringen. Dies darf sich nicht auf Sonntagsreden oder die Auslobung immer neuer Preise und Ehrungen beschränken.

Vielmehr sollte die Politik mehr als bisher nach praxistauglichen Lösungen für Probleme suchen, die ehrenamtliches Engagement im Alltag immer noch erschweren.

Von zentraler Bedeutung ist dabei etwa das Thema Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf. Hier gibt es nach wie vor Konfliktpotenzial. So sind z. B. die Fragen des Freistellungsanspruchs für Arbeitnehmer und des Lohnausgleichs für den Arbeitgeber im Falle von ehrenamtlichen Engagements des Arbeitnehmers noch nicht abschließend geregelt.

Ehrenamt darf kein Nachteil sein

Ehrenamtliches Engagement darf im Beruf nicht zum Nachteil gereichen. Gleichzeitig kann es nicht unser Ziel sein, durch immer neue Gesetze die Arbeitgeber einseitig zu belasten. Wir brauchen sicher keine neuen gesetzlichen Ge- oder Verbote.

Vielmehr müssen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen Anreize geschaffen werden, damit ein Ehrenamt nicht „bestraft" wird - für alle Beteiligten. Eine Allianz zwischen Arbeitergeber und Ehrenamt muss das Ziel sein.

Auch brauchen wir eine einfachere wechselseitige Anerkennung zwischen ehrenamtlich bzw. im Beruf erworbenen Qualifikationen und Leistungen. Wer sich im Ehrenamt Qualifikationen erwirbt, sollte keinen Kampf mit der Bürokratie um deren Anerkennung führen müssen.

Weiter sollte eine verstärke Anrechnung der Qualifikationen und Leistungen, etwa auf Ausbildungszeiten, angedacht werden. Auf diese Weise, davon bin ich fest überzeugt, motivieren wir junge Menschen, sich ehrenamtlich einzubringen.

Die Menschen bei uns leisten Besonderes - darauf sollten wir stolz sein! Die Politik muss sich anstrengen, hier Schritt zu halten. Diejenigen, die unsere Gesellschaft tragen, haben das verdient!

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen, denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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