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6 Mythen übers Elternsein, an die ich geglaubt habe, bevor ich selbst Mutter wurde

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So ziemlich jeder von uns hatte bestimmte Vorstellungen von Erziehung, bevor wir selbst Eltern wurden. Manche dieser Vorstellungen basierten auf verrückten Ideen, wie wir unsere Kinder anders als alle anderen Eltern großziehen würden.

Andere Vorstellungen hielten wir für selbstverständlich und verschwendeten keinen Gedanken daran, wie lachhaft sie doch teilweise waren. Hier die sechs Unwahrheiten, an die ich als junge Mutter geglaubt habe:

1. Bring das Baby ins Bett, wenn es noch wach ist

Das ist wirklich zum Totlachen. Was mir passiert ist, als ich mein waches Baby in sein Bettchen legte: Es starrte mich an, nach dem Motto: "Okay, cool, ich kann es mir hier ein bisschen bequem machen. Und was machen wir danach, Mama? Spazierengehen Lass uns eine Spritztour machen! Danach schauen wir einen Film auf der Couch an! Und zur Krönung noch eine Runde Milch. Dankeschön."

Ich persönlich habe noch nie eines dieser sagenumwobenen Babys gesehen, die einschlafen, wenn sie dösig sind. Was ist ein "dösiges" Baby überhaupt? Babys besitzen zwei Stimmungen: "Ich bin wach" und "Ich muss jetzt sofort schlafen, gib mir Milch".

2. Am Abend hat man Zeit für den Partner

Das funktionierte für eine kurze Phase. Und zwar als wir nur ein Kind hatten und es früher einschlief als wir. Diese Phase hielt, wie gesagt, nicht lange an.

Jetzt haben wir zwei Kinder, von denen eines ein spätes Nickerchen einlegt und abends dementsprechend spät einschläft (mit uns). Oft gehen wir gemeinsam als Familie schlafen, was wirklich super ist. Kein Bettgehkampf.

Ab und an geschieht ein Wunder und die beiden schlafen früh ein, dann sind wir aber schon zu fertig, um noch eine normale Konversation zu führen.

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Unsere beste Zeit füreinander haben wir nach einem abenteuerlichen Tag mit den Kindern, wenn wir nach Hause gehen und uns mit einem Film auf die Couch lkuscheln. Dann können wir uns entspannt unterhalten, während die Kinder in den Fernseher vertieft sind. Eine weitere Option ist natürlich ein vertrauenswürdiger Babysitter.

Sich regelmäßig Zeit füreinander zu nehmen ist sehr wichtig, um über Dinge zu sprechen, die nichts mit den Kindern zu tun haben. Als ich aber lernte, dass diese Zeit nicht gezwungenermaßen jeden Abend stattfinden muss, war ich sehr beruhigt.

3. Du stillst etwa ein Jahr lang

Dank ausgiebiger Vorbereitung und etwas Glück hatte ich keine Probleme mit dem Stillen. Ich dachte, ich würde etwa sechs Monate ausschließlich stillen. Danach würde ich etwas feste Nahrung hinzufügen, welches mein Baby natürlich mit Vorliebe verschlingen würde, während ich das Stillen nach und nach auf ein paar Mal pro Tag reduziere, bis es ein, maximal zwei Jahre alt wird.

Meine Kinder hatten allerdings andere Pläne. Nach sechs Monaten hatten sie nicht das geringste Interesse an fester Kost. Beim Anblick von Avocado fragten sie mich mit ihren Blicken: "Gehört das in mein Haar?" Erst nach dem ersten Lebensjahr begannen sie, verschwindende Mengen an fester Nahrung zu sich zu nehmen.

Natürlich gib es ein paar Mamas, die nach sechs, sogar drei oder zwei Monaten nicht mehr stillen. Wenn aber irgendjemand behauptet hat, genau ein Jahr sei die sozial anerkannte Stilldauer, der hat keine Ahnung.

4. Du musst __, sonst werden sie niemals __

Als meine älteste Tochter geboren wurde, versuchte ich sie bei ihren Schläfchen so oft wie möglich im Arm zu halten. Sie war doch noch so klein, also brauchte sie das, nicht wahr?

Sie war gerade mal im vierten Trimester! Nachdem sie vier Monate alt wurde, bekam ich leichte Angst. Musste sie mittlerweile nicht in ihrem Bettchen schlafen? Was ist, wenn sie niemals lernt, alleine zu schlafen?

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Es stellte sich heraus, dass ich mir völlig umsonst Sorgen gemacht hatte. Babys haben einen unglaublichen Antrieb, Dinge zu lernen und eigenständig zu werden. Sie tun es nur in ihrem eigenen Rhythmus. Keiner geht in Windeln oder mit Schnuller zur Uni. Kein Grund zur Panik.

5. Je älter sie werden, desto leichter wird es

Dem stimme ich zum Teil zu. Meine Kinder sind erst fünf und zweieinhalb Jahre alt, aber es ist um einiges leichter als noch vor zwei Jahren. Die Zeiten mit Kleinkind und Neugeborenem waren hart.

Mittlerweile habe ich mehr ruhige Nächte und meistens kein Geschrei eine komplette Autofahrt hindurch. Gleichzeitig wird es jedoch schwieriger, wenn die Kleinen eine eigene Meinung bilden und Pläne entwickeln.

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Wie sagt man so schön: Mit den Kindern wachsen die Probleme. Wenn sie klein sind, können Probleme mit einem Schläfchen, einer Umarmung oder elterlicher Aufmerksamkeit gelöst werden.

Werden sie älter, können Schwierigkeiten nicht einfach mit einer Umarmung aus der Welt geschafft werden. Und wenn man dann sieht, dass sein Kind in einer kleinen Lebenskrise steckt, dann erscheinen die vergangenen Wutanfälle gleich viel weniger schlimm.

6. Nichts wird mehr so sein, wie es war

Theoretisch ist das wahr. Dein Leben dreht sich um 180 Grad, wenn du Kinder bekommst. Viele Menschen sagen das so, als ob alles schlimmer werden würde. Die Wahrheit ist: Nichts wird mehr so sein, wie es war. Es wird besser sein.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf Pocketful of Pebbles. und wurde von Meltem Yurt aus dem Englischen übersetzt.

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