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Geert Wilders hat verloren und gewonnen

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GEERT WILDERS
Yves Herman / Reuters
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Die Niederlande nach den Wahlen. Der 15. MÀrz war ein spannender Tag. Die Wahllokale waren bis spÀt nachts geöffnet. Rund 80 Prozent der Wahlberechtigten fanden sich in Schulen, Gemeinden und Bahnhöfen ein, um ihre Stimme abzugeben.

Am 16. MĂ€rz folgte der definitive Ausschlag: Wer hat gewonnen, wer verloren? Das Ergebnis hat so manchen NiederlĂ€nder ĂŒberrascht. Denn eigentlich hat fast jede Partei ein bisschen gewonnen und verloren.

Wer hat nun also am meisten Erfolg? Insgesamt gewinnen die linken Parteien. MinisterprĂ€sident Mark Rutte verliert mit seiner Partei VVD acht Sitze, doch bleibt diese die fĂŒhrende Partei, was seine Chancen zu einer Wiederwahl wahrscheinlich macht.

➚ Mehr zum Thema: Erste Reaktion von Wilders zur Niederlande-Wahl

Auch D66 und CDA bekommen mehr Sitze, und allen voran GroenLinks, die mit zehn Sitzen zusĂ€tzlich den grĂ¶ĂŸten Gewinn buchen kann. Einige dieser Parteien werden eine Koalition mit der VDD eingehen.

Doch zieht in den Niederlanden das phĂ€nomenale Scheitern einer der bislang fĂŒhrenden Parteien fast alle Aufmerksamkeit auf sich. Die PDVA hat mit dem beinahe revolutionĂ€ren Verlust von 29 Sitzen fast gĂ€nzlich ihren Einfluss in den Niederlanden eingebĂŒĂŸt.

Geert Wilders hat verloren und gewonnen

Und Geert Wilders? Der hat verloren, aber auch gewonnen. Mit fĂŒnf Sitzen zusĂ€tzlich ist die PVV die zweitgrĂ¶ĂŸte Partei der Niederlande geworden. Trotzdem kommt die PVV nicht an gegen die linken Parteien, die mit einem allgemeinen starkem Wachstum und einer Koalition, von der er durch die VVD ausgeschlossen ist, den Sieg davon tragen.

Und das ist eigentlich das wichtigste, die Niederlande haben mit dieser Parlamentswahl ein deutliches Zeichen an Europa gegeben.

Im Land kehrt wieder Frieden ein und man hört, wie sich die Menschen ĂŒber die Wahlen zufrieden Ă€ußern. Am meisten höre ich: ‚Hauptsache die PVV ist es nicht geworden', doch auch ĂŒber das Wachstum der linken Parteien, in Nijmegen vor allem GroenLinks, Ă€ußern sich die Menschen sehr positiv.

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Fast könnte man sagen, dass die linken NiederlĂ€nder ein unsichtbares, jedoch unĂŒbersehbares ‚HAHA' in Richtung der Rechtspopulisten rufen. Doch das ist nicht nötig. Das neue Parlament muss sich jetzt auf den Aufbau einer neuen Regierung und dem Nachkommen ihrer eigenen Ambitionen und Versprechen konzentrieren.

Und so kann ich weiterhin mit gutem Gewissen im kleinen aber feinen Nachbarland Deutschlands leben, dass pro Europa stimmt und mit diesem Sieg selbstbewusst und optimistisch ein Zeichen setzt. FĂŒr Europa und die Welt.

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