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Warum ich zur EM aufs Spielfeld gehe

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Millionen Fußballfans blicken zurzeit nach Paris, um die EM zu verfolgen. Deshalb habe ich als einer von 250 ONE-Jugendbotschaftern diese Gelegenheit genutzt: Wir haben zum EM ein riesiges Fußballfeld in Paris aufgebaut, um unsere Forderung in die Welt zu senden: „Armut ist sexistisch.

Frauen und MĂ€dchen stĂ€rken und alle gewinnen!" Was das mit Fußball zu tun hat? Auch bei der ArmutsbekĂ€mpfung geht es ums Gewinnen. Gewinnen gegen vermeidbare Krankheiten, gewinnen gegen Bedingungen, die extreme Armut befördern wie etwa Korruption und gewinnen gegen die Schlechterstellung von MĂ€dchen und Frauen in armen LĂ€ndern - denn extreme Armut kann nicht besiegt werden, wenn die HĂ€lfte der Menschheit sprichwörtlich nur am Spielfeldrand steht, anstatt daran mitzuwirken, den Kampf zu gewinnen.

„Armut ist sexistisch!" ist auch das diesjĂ€hrige Motto von ONE, einer Organisation, die sich seit mehr als einem Jahrzehnt dem Kampf gegen extreme Armut verschrieben hat und darĂŒber aufklĂ€ren will - mit Kampagnen und Lobbyarbeit. Einige Erfolge auf diesem schwierigen Weg sind bereits erreicht. Aber das ist nicht genug! Jetzt geht es erst richtig los!

Ich bin nun schon in meinem zweiten Jahr Jugendbotschafter fĂŒr ONE. Darauf bin ich stolz. Zusammen mit mehr als 50 anderen Jugendbotschaftern aus der ganzen Republik und Hunderten in Europa bilden wir eine junge Bewegung, die sich einem Ideal verschrieben hat. Es eint uns das Ziel, eine Welt ohne Armut zu schaffen.

Gemeinsam fordern wir mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit, wobei Frauen und MĂ€dchen in den Mittelpunkt gestellt werden mĂŒssen. Das sind nur einige unserer Forderungen, die auf unserem Weg in eine Welt ohne Armut wichtig sind. Sie richten sich an nationale Akteure, aber auch an internationale Politiker.

Die grĂ¶ĂŸten Industrienationen der Welt mĂŒssen es sich leisten, mehr Gelder und Mittel freizugeben fĂŒr die Menschen in den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt, den sogenannten Least Developed Countries (LDCs). FĂŒr uns ist klar, dass Erfolge nicht zum RĂŒckgang der notwendigen internationalen Hilfe fĂŒhren dĂŒrfen, sondern Ansporn sein mĂŒssen, um endgĂŒltige Erfolge zu erzielen. So ist die Zahl derer, die in extremer Armut leben zwischen 1990 und 2012 um 66 Prozent gesunken, dennoch gab es im Jahr 2015 rund 702 Millionen Menschen, die unter extremer Armut litten.

Dieses Jahr liegt unser Augenmerk auf der StĂ€rkung bestehender erfolgreicher Strukturen. So wollen wir eine Ausfinanzierung des Globalen Fonds erwirken, der sich gegen Malaria, Tuberkulose und Aids einsetzt. Der Finanzierungsbedarf des Fonds fĂŒr die nĂ€chsten drei Jahre betrĂ€gt 13 Milliarden US-Dollar.

Was die Ausgaben des Globalen Fonds bewirken, ist enorm: SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass er mit den geforderten Mitteln in den nĂ€chsten drei Jahren acht Millionen Menschenleben retten kann. ONEs Strategien fĂŒr das Erreichen dieses Ziels umfassen öffentlichkeitswirksame Kampagnen, LobbygesprĂ€che mit Politikern und Medienarbeit.

Bei dieser Arbeit nehmen die ONE-Jugendbotschafter eine wichtige Rolle ein. Zum Start des diesjĂ€hrigen Jugendbotschafterprogramms haben wir bereits Entwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU) getroffen und ihm eine Petition ĂŒberreicht, damit sein Ministerium die Ärmsten nicht aus dem Auge verliert.

Bei unserem Treffen in Paris haben wir die OECD dazu aufgefordert, MĂ€dchen und Frauen in EntwicklungslĂ€ndern besonders und verstĂ€rkt zu fördern. Dabei nutzten wir den EM-Auftakt fĂŒr eine riesige Foto-Aktion auf einem nachgestellten Fußballfeld. MĂ€dchen und Frauen in EntwicklungslĂ€ndern sind besonders von extremer Armut betroffen, ihre Benachteiligung in armen LĂ€ndern ist eines der grĂ¶ĂŸten Entwicklungshemmnisse ĂŒberhaupt.

Konkret haben wir die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgerufen, ihre BeitrĂ€ge fĂŒr den Globalen Fonds zur BekĂ€mpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu erhöhen. Der Globale Fonds hat seit 2002 17 Millionen Menschenleben gerettet und 60 Prozent seiner Mittel kommen Projekten zur StĂ€rkung von Frauen und MĂ€dchen zugute. Wir bleiben am Ball!

Mit dem Hashtag #ONEYouth2016 kannst du unsere AktivitĂ€ten als Jugendbotschafter auf Twitter und Co. Folgen und hier kannst du dich fĂŒr eine Erhöhung der Mittel fĂŒr den Globalen Fonds einsetzen.

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