Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform fĂĽr kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Nico Hajrahmatollahi Headshot

Warum ich zur EM aufs Spielfeld gehe

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ONE
one
Drucken

Millionen Fußballfans blicken zurzeit nach Paris, um die EM zu verfolgen. Deshalb habe ich als einer von 250 ONE-Jugendbotschaftern diese Gelegenheit genutzt: Wir haben zum EM ein riesiges Fußballfeld in Paris aufgebaut, um unsere Forderung in die Welt zu senden: „Armut ist sexistisch.

Frauen und Mädchen stärken und alle gewinnen!" Was das mit Fußball zu tun hat? Auch bei der Armutsbekämpfung geht es ums Gewinnen. Gewinnen gegen vermeidbare Krankheiten, gewinnen gegen Bedingungen, die extreme Armut befördern wie etwa Korruption und gewinnen gegen die Schlechterstellung von Mädchen und Frauen in armen Ländern - denn extreme Armut kann nicht besiegt werden, wenn die Hälfte der Menschheit sprichwörtlich nur am Spielfeldrand steht, anstatt daran mitzuwirken, den Kampf zu gewinnen.

„Armut ist sexistisch!" ist auch das diesjährige Motto von ONE, einer Organisation, die sich seit mehr als einem Jahrzehnt dem Kampf gegen extreme Armut verschrieben hat und darüber aufklären will - mit Kampagnen und Lobbyarbeit. Einige Erfolge auf diesem schwierigen Weg sind bereits erreicht. Aber das ist nicht genug! Jetzt geht es erst richtig los!

Ich bin nun schon in meinem zweiten Jahr Jugendbotschafter fĂĽr ONE. Darauf bin ich stolz. Zusammen mit mehr als 50 anderen Jugendbotschaftern aus der ganzen Republik und Hunderten in Europa bilden wir eine junge Bewegung, die sich einem Ideal verschrieben hat. Es eint uns das Ziel, eine Welt ohne Armut zu schaffen.

Gemeinsam fordern wir mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit, wobei Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt werden müssen. Das sind nur einige unserer Forderungen, die auf unserem Weg in eine Welt ohne Armut wichtig sind. Sie richten sich an nationale Akteure, aber auch an internationale Politiker.

Die größten Industrienationen der Welt müssen es sich leisten, mehr Gelder und Mittel freizugeben für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, den sogenannten Least Developed Countries (LDCs). Für uns ist klar, dass Erfolge nicht zum Rückgang der notwendigen internationalen Hilfe führen dürfen, sondern Ansporn sein müssen, um endgültige Erfolge zu erzielen. So ist die Zahl derer, die in extremer Armut leben zwischen 1990 und 2012 um 66 Prozent gesunken, dennoch gab es im Jahr 2015 rund 702 Millionen Menschen, die unter extremer Armut litten.

Dieses Jahr liegt unser Augenmerk auf der Stärkung bestehender erfolgreicher Strukturen. So wollen wir eine Ausfinanzierung des Globalen Fonds erwirken, der sich gegen Malaria, Tuberkulose und Aids einsetzt. Der Finanzierungsbedarf des Fonds für die nächsten drei Jahre beträgt 13 Milliarden US-Dollar.

Was die Ausgaben des Globalen Fonds bewirken, ist enorm: Schätzungen gehen davon aus, dass er mit den geforderten Mitteln in den nächsten drei Jahren acht Millionen Menschenleben retten kann. ONEs Strategien für das Erreichen dieses Ziels umfassen öffentlichkeitswirksame Kampagnen, Lobbygespräche mit Politikern und Medienarbeit.

Bei dieser Arbeit nehmen die ONE-Jugendbotschafter eine wichtige Rolle ein. Zum Start des diesjährigen Jugendbotschafterprogramms haben wir bereits Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) getroffen und ihm eine Petition überreicht, damit sein Ministerium die Ärmsten nicht aus dem Auge verliert.

Bei unserem Treffen in Paris haben wir die OECD dazu aufgefordert, Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern besonders und verstärkt zu fördern. Dabei nutzten wir den EM-Auftakt für eine riesige Foto-Aktion auf einem nachgestellten Fußballfeld. Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern sind besonders von extremer Armut betroffen, ihre Benachteiligung in armen Ländern ist eines der größten Entwicklungshemmnisse überhaupt.

Konkret haben wir die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgerufen, ihre Beiträge für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu erhöhen. Der Globale Fonds hat seit 2002 17 Millionen Menschenleben gerettet und 60 Prozent seiner Mittel kommen Projekten zur Stärkung von Frauen und Mädchen zugute. Wir bleiben am Ball!

Mit dem Hashtag #ONEYouth2016 kannst du unsere Aktivitäten als Jugendbotschafter auf Twitter und Co. Folgen und hier kannst du dich für eine Erhöhung der Mittel für den Globalen Fonds einsetzen.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform fĂĽr alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: