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Lieber Herr Juncker, das vereinte Europa ist in Gefahr - setzen Sie endlich ein Zeichen

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JUNCKER
Pacific Press via Getty Images
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Lieber Herr Juncker,

unserer Heimat Europa geht es derzeit nicht gut. Eine Krise jagt die nächste. Zeit für ein positives Zeichen. Zeit für ein Projekt, insbesondere für die Zukunft dieses Kontinents (auf die sich viele in der Politik gerne berufen), das begeistert, bindet und zum Träumen anregt.

Im Sommer des vorletzten Jahres begann der lange Weg der beiden jungen Aktivisten, Vincent Immanuel-Herr und Martin Speer, aus ihrer Erfahrung der grenzenlosen Mobilität in Europa, eine Vision für junge Europäer zu entwickeln.

Zum 18. Geburtstag soll jedem EU-Bürger ein von der EU finanziertes sogenanntes Interrail-Ticket für einen Monat zustehen.

Wir wollen unsere Stimme erheben - für Europa

Seit Ende letzten Jahres habe ich das Glück, als einer von vielen Botschaftern für diese tolle Idee von "FreeInterrail" werben zu dürfen.

Dazu sind wir vor Ort und digital mit Politikern im Gespräch. Wir wollen unsere Stimme erheben, gehört werden und teilhaben an mehr Europa.

Dass für den Vorschlag eine Menge finanzieller Mittel mobilisiert werden müssen, ist mir natürlich bewusst.

Ein befreundeter Kollege und überzeugter Europäer wies mich erst vor kurzem auf die finanziellen Grenzen des Projekts hin. Zudem ist das niederländische Unternehmen, dass "Free Interrail" erst möglich macht, in privater Hand.

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Dennoch ist das Projekt ein greifbares Ziel und eine Vision für das junge Europa. Unterstützt wird es bereits von Politikern aus verschiedensten Lagern: europäische Liberale, Sozialdemokraten, Grüne und Konservative.

Auch die große Mehrheit im Europäischen Parlament ist dafür. Der Ball liegt somit bei ihnen, Herr Juncker - bei ihnen und der Europäischen Kommission. Nun plant diese aber, die Idee so stark zu verwaschen, dass nicht mehr viel von ihr übrig bleibt.

Anstelle des kostenlosen Interrail-Tickets will die Kommission ein Reisebudget für Schulen zur Verfügung stellen. Die daraus finanzierten Fahrten sollen wahrscheinlich nur nach Brüssel gehen. Das zerstört den Grundgedanken der grenzenlosen Mobilität und des Free Interrail-Projekts.

Deswegen wende ich mich direkt an Sie und frage: Möchten Sie ein geeintes Europa? Ein Europa, dass sich seiner Vielfalt bewusst ist und von den Menschen lebt, die diese Vielfalt repräsentieren? Wie stellen Sie sich das perfekte Europa vor? Was sind ihre Ziele?

Mehr zum Thema: Wir müssen Europa radikal umdenken - sonst könnten wir eine ganze Generation verlieren

Unser Ziel ist es, ein Europa ohne Grenzen und Schlagbäume zu verwirklichen - und das ist auch das Ziel der großen Mehrheit dieser Union. Die Jugend von heute kennt kein anderes Europa - das ist unser gemeinsames Glück und meine Hoffnung.

Als Präsident der EU-Kommission können Sie als einer der Gründerväter der grenzenlosen Mobilität in die Geschichtsbücher eingehen.

Sie können es Millionen von Menschen ermöglichen, unseren Kontinent auf eine ganz neue Art und Weise kennenzulernen. Egal ob arm oder reich. Sie, Herr Juncker, haben es in der Hand. Ich bitte Sie, die richtige Entscheidung zu treffen.

Mit europäischen Grüßen,

Nico Hajrahmatollahi

Dieser Beitrag erschien zuerst bei treffpunkteuropa.de und wurde zur Veröffentlichungen angepasst.

(jz)

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