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So wandelt sich das Bild vom hässlichen Deutschen

08/09/2015 10:00 CEST | Aktualisiert 08/09/2016 11:12 CEST
Getty

Ein Land im Ausnahmezustand - das ist Deutschland heute im Jahr 2015. Eine Welle der Solidarität, der Gastfreundschaft und des Willkommenheißens spült den braunen Schmutz, der sich zu lange und zu hart gehalten hat, scheinbar weg. Nicht nur die Oberfläche glänzt. Nein, die ganze Welt schaut nun auf eine gewandelte Gesellschaft.

Europa, das bist du!

Der alte Kontinent hat anscheinend eine neue Strahlkraft auf die umliegenden Regionen und seine bisherige stark übertroffen. Das liegt leider nicht zuletzt an dem seit nun fast einem halben Jahrzehnt anhaltenden Bürgerkrieg, der in Syrien begann, den IS hervorbrachte und den Irak ein weiteres Mal ins Chaos stürzte.

Vor Ort, das ist ganz klar, müssten die Bedingungen - Frieden (nicht im Sinne der bloßen Abwesenheit des Kriegszustands), Freiheit, Demokratie und Menschenrechte - geschaffen werden, dass Menschen sich an ihrem eigenen und international unterstützen Wiederaufbau der Länder in der Region beteiligen und Menschen wieder dort leben und sogar heimkehren könnten.

Nun denn steht Europa vor einer riesigen Aufgabe, einer Aufgabe historischen Ausmaßes und derselben Verantwortung. Europa darf sich nicht nationalen Interessen und Egoismen hingeben und die Idee von willkürlichen Grenzen statt der Vision eines wirklich vereinten Europas siegen lassen. Es müssen sich auch die osteuropäischen ihrer Rolle bewusst werden und nicht der Rhetorik eines Viktor Orban flogen, der als ungarischer Ministerpräsident am liebsten wieder die Grenzen in ganz Europa hochziehen würde.

Europa ist nicht nur Ungarn und das mit sich hadernde Großbritannien - in dieser Frage zum Glück! Die Europäische Union ist ein Verbund von nun 28 Staaten, die sich auf die Werte gründen, die sie selbst und die Schutzsuchenden nun am meisten benötigen.

Internatioanle Unterstützung

"Hut ab für Deutschland für den herzlichen Empfang der Asylsuchenden", meint Kenneth Roth von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Auch das europäische Ausland bejubelt die deutsche Hilfsbereitschaft aus Politik und allen Teilen der Bevölkerung. Die Franzosen blicken mehrheitlich sehr positiv auf ihren befreundeten Nachbarn im Osten der Republik, der Front National spinnt natürlich wie immer und wirft der Bundesregierung die Ausbeutung neuer Sklaven vor.

Deutschland, einig Flüchtlingsland, möchte man meinen. Vor Jahren nicht für möglich gehalten, wandelt sich nun das Bild vom hässlichen Deutschen mit Nazi-Vergleichen während der Euro-Krise zum hilfsbereiten Bundesbürger, der die Welt inspiriert.

Euro-Krise, war das was?

Euro, Griechenland, Protest in Südeuropa - war das was? Was, dieses Jahr im Sommer etwa? Gibts denn das? Allerdings, nur ist diese fiskalpolitische Krise aus dem Blick geraten. Gut so. Heribert Prantl (SZ) hat Recht, wenn er er meint: "Jetzt geht es nicht um Euro und Währungsunion, sondern um Menschen in bitterster Not. Es geht darum, ob und wie Europa das Überleben von Hunderttausenden Flüchtlingen organisieren will und kann."

Doch sind beide Krisen auch stark miteinander verbunden, das sollten wir in der Welle unserer Begeisterung über die neue Hilfsbereitschaft nicht vergessen. Griechenland hat einem Großteil der Menschen geholfen, die geflohen sind und Schutz und neue Hoffnung suchen. Lasst uns auch solidarisch sein mit den Griechen, Spaniern, Iren, Portugiesen!

Das ist erst der Anfang!

Bisher hat sich Deutschland von seiner besten Seite gezeigt - gerade nach den Anschlägen von Heidenau und Co. Und Politik und Bürger ziehen derzeit an einem Strang. Sie sind wunderbar - diese Menschen im Flüchtlingsland Schland. Diese Herzlichkeit. Und Freude.

Danke an alle Helfer und Unterstützer! <3

Und ein herzliches Willkommen! <3

#refugeeswelcome

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

Das wollen die in München ankommenden Flüchtlinge den Deutschen sagen

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