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Brief von einer Erzieherin an eine Kindergarten-Mama

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
KINDERGARDEN CHILDREN
BraunS via Getty Images
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Liebe Mama eines Kindergartenkindes,

ich m├Âchte dir heute schreiben, weil ich wei├č, dass du dir viele Gedanken dar├╝ber machst, wie es deinem Kind bei uns im Kindergarten geht und ob es richtig ist, dass du es zu uns bringst, obwohl es manchmal nicht will und doch eigentlich noch so klein ist.

Ich wei├č, dass ich deinem Kind nie das geben kann, was du ihm gibst. Du bist die Mama und du wei├č am besten, wie es deinem Kind geht und was dein Kind zu welchem Zeitpunkt braucht. Ich m├Âchte auch gar nicht mit dir konkurrieren, dir nicht das Gef├╝hl geben, dass ich etwas besser wei├č (denn wenn es um dein Kind geht, dann wei├čt du es immer am besten). Viel lieber w├Ąre ich deine Verb├╝ndete!

Als ich dein Kind zum ersten Mal getroffen habe, habe ich sofort gemerkt, dass es etwas ganz Besonderes ist. Dass es seinen eigenen Charakter hat und von mir so wahrgenommen werden m├Âchte, wie es ist. So wie jedes Kind in meiner Gruppe.

Ich wei├č, dass ich f├╝r viele Kinder da sein muss

Ich wei├č, dass ich manchmal nicht jedem Kind das geben kann, was es gerade braucht. Aber lass dir versichert sein, ich gebe jeden Tag mein Bestes! Ich versuche immer dein Kind zu sehen.

Ich will dein Kind so annehmen, wie es ist. Es da abholen, wo es steht. Und f├╝r dein Kind da sein, wenn es mich braucht. Ich kann dich nicht ersetzen und das w├╝rde ich auch nie versuchen, aber ich will versuchen, in der Zeit, in der dein Kind bei mir ist, so f├╝r es da zu sein, wie ich es mir f├╝r meine Kinder w├╝nschen w├╝rde.

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Ich habe gesehen, was f├╝r eine liebevolle Beziehung ihr zueinander habt und dass euch beiden die Trennung sehr schwer f├Ąllt. Ich wei├č nicht, ob du arbeiten gehst, weil du deine Arbeit liebst oder weil du auf das Geld angewiesen bist - und es ist f├╝r mich auch v├Âllig gleich. Du bist eine gute Mutter!

Du bist keine Rabenmutter, weil du dein Kind in den Kindergarten bringst, um selber zur Arbeit fahren zu k├Ânnen. Hier versuchen wir in dieser Zeit deinem Kind neue, andere Erfahrungen zu erm├Âglichen, die hoffentlich dazu beitragen k├Ânnen, dass dein Kind sich gut entwickelt und gl├╝cklich aufw├Ąchst.

Ich wei├č, dass du manchmal gar nicht gehen magst, weil dein Kind mit Tr├Ąnen in den Augen am Fenster steht und dir nachblickt, doch ich m├Âchte dir sagen, dass ich dein Kind in diesen Situationen sehe. Ich nehme seinen Schmerz und seinen Kummer wahr und versuche ihm auf die Art zu helfen, die zu deinem Kind passt.

Bei manchen Kindern hei├čt das, dass ich sie in den Arm nehme und kuschle, bei anderen, dass ich mich einfach dazu setze und abwarte. Ich m├Âchte dass du wei├čt, dass auch mir das Herz bricht, wenn ein Kind weint und ich stets mein Bestes geben werde, ihm Trost zu spenden.

Deinem Kind geht es gut

Und wei├čt du, was mich besonders freut? Wenn dein Kind dann, nach ein paar Minuten, selig l├Ąchelnd mit ein paar anderen Kindern spielen geht. Habe keine Sorge! Meist geht es deinem Kind schon recht bald gut und der Abschiedsschmerz ist ├╝berwunden. Solange dein Kind sich deiner Liebe sicher ist und wei├č, dass es sich darauf verlassen kann, dass du wiederkommst, h├Ąlt die anf├Ąngliche Trauer oft nicht lang.

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Ich glaube, dass diese Situationen dir oft mehr zusetzen als deinem Kind. Eben weil du nicht sehen kannst, wie es einige Minuten sp├Ąter wieder gl├╝cklich spielt. Du hast immer noch das Bild von deinem Kind an der Fensterscheibe, mit Tr├Ąnen in den Augen, im Kopf.

Ich m├Âchte dir heute sagen, dass du keine Angst haben brauchst. Ich werde immer f├╝r dein Kind da sein. Ich werde es nicht allein lassen und wenn ich sehe, dass es gar nicht geht und ich deinem Kind wirklich nicht helfen kann, dann werde ich dich anrufen.

Habe keine Angst, dass dein Kind den ganzen Tag weinend am Fenster steht. Ich werde alles daf├╝r tun, dass es bei uns eine gl├╝ckliche Zeit hat und du am Mittag ein fr├Âhliches Kind in die Arme schlie├čen kannst.

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Du bist keine schlechte Mutter, weil du dich entschieden hast dein Kind in einen Kindergarten zu geben. Du bist eine wundervolle Mutter weil du dich immer wieder fragst, ob das die richtige Entscheidung war.

Du bist die perfekte Mutter f├╝r dein Kind, das sehe ich jeden Tag, wenn du es bringst, wenn du es abholst und wenn ich dein Kind von dir reden h├Âre! Nimm dir nicht zu Herzen was andere sagen. Meist kennen sie weder dich noch dein Kind besonders gut.

Ich freue mich schon auf den n├Ąchsten Tag, den ich im Kindergarten mit deinem Kind verbringen darf!

Der Beitrag erschien urspr├╝nglich auf dem Blog der Autorin.

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