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Pallywood in Köln

21/05/2017 18:45 CEST | Aktualisiert 21/05/2017 18:45 CEST
SimonLukas via Getty Images

Nach 50 Jahren der Vorbereitung - Ben Gurion und Adenauer, beide längst tot, haben den Anstoß hierzu gegeben - wird in Köln - hoffentlich noch zu unseren Lebzeiten - das Jüdische Museum eröffnet werden. Das Museum wird weniger jüdische Religionsutensilien ausstellen als vielmehr die Geschichte der Juden der Stadt Köln darlegen.

Welche Geschichte? Die unangenehm wahre? Eine alternative?

Lange bevor das Museum eröffnet wird, wird dem vorgesehenen ersten Museumsdirektor gekündigt. Er hat sich öffentlich in einer links angehauchten israelischen Zeitung darüber beschwert, dass die Verantwortlichen in Stadt und Land den Museumsbau verzögern, ja torpedieren. Als Grund soll er den Antisemitismus angeführt haben. Obwohl in Köln kaum jemand diese israelische Zeitung kennt und schon gar nicht liest, auch wenn sie in Hebräisch und Englisch erscheint, wird der übereifrige Archäologe an einer anderen Stelle versetzt und bleibt seitdem verschollen.

Vor beinahe 2.000 Jahren, im Jahre +50, wird die Ubier-Siedlung zur Stadt Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium CCAA) erhoben. Im Jahre 321 gibt Kaiser Konstantin ein Dekret heraus, welches nur Köln betrifft, dass zwei bis höchstens drei Juden (unbesoldete) Mitglieder des Kölner Stadtrates sein dürfen, bzw. müssen. 20 Jahre später bestätigt eine weitere Urkunde den Bau der Synagoge. Deshalb bezeichnet sich die heutige Synagogen-Gemeinde Köln mit Fug und Recht als die älteste Jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. Während die ersten Germanen (Ubier) von den Römern gewaltsam linksrheinisch umgesiedelt werden, kommen die Juden freiwillig nach Köln, wohl wegen des köstlichen Eifelwassers, das über eine funktionierende Wasserleitung (Aquädukt) bis heute die Stadt Köln versorgt.

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Mit dem neuen Museumsdirektor setzt sich das Narrativ durch, dass Juden erst im 2. Jahrtausend in Köln siedeln, also erst 1000 Jahre nach der Gründung der Stadt Köln. Der geschasste vorgesehene erste Direktor ist anderer Meinung. Begründet wird das neue Narrativ oder die alternative Wahrheit damit, dass keine Zeugnisse für jüdisches Leben in Köln des ersten Jahrtausends gefunden worden sind, nach denen aber auch nicht gesucht worden ist. Köln beabsichtigt des Weiteren nicht, teure Ausgrabungen zu finanzieren. Das Dekret des Kaisers Konstantin des Jahres 321 beweise nicht, dass es damals Juden in Köln gegeben habe. Ähnlich Präsident Trump hätte ja Kaiser Konstantin ein Dekret über Klingonen verfassen können, was ja nicht als Beweis dienen könne, dass es Klingonen gibt.

Nun kann dieser Streit den heutigen Kölner Juden, die zum großen Teil aus der ehemaligen Sowjetunion als Kontingentflüchtlinge zugewandert sind, gleichgültig sein. Sollen die Auftraggeber glücklich werden mit ihrem Sottisen, dass die Deutschen eher Köln besiedelt haben als die Juden! Auch wenn Köln heute wohl weniger bis keine jüdische Ratsmitglieder (heutzutage werden Ratsmitglieder von der Steuer zahlenden Allgemeinheit gut alimentiert) aufweisen kann als zur Zeit Konstantins, ist das Narrativ kein Beweis des Kölner Judenhasses.

Woran erinnert uns die alternative Wahrheit, dass es in Köln 1000 Jahre nach seiner Gründung keine Juden in der Stadt gegeben hat? Richtig! Die alternative Wahrheit erinnert an das palästinensische, von der UNESCO unterstützte Narrativ, dass Jerusalem mindestens 1000 Jahre nach ihrer Gründung judenfrei gewesen ist. Abraham und Jesus sind somit Palästinenser und Muslime, Paulus Grieche (korrekt!). Der Geburtsort des Muslims und Palästinensers Jesus ist Kölns Partnerstadt Betlehem. Und der erste Rabbiner Kölns ist wohl ein katholischer Priester gewesen.

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