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In Düren fällt der Klimawandel ins Wasser

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Düren, nördlich von Nideggen und außerhalb der Eifel gelegen, ist mit weniger als 100.000 Einwohnern nicht das, was der Bildungsreisende unter „Weltstadt" versteht. Auch in der Kunst herrscht Provinz und Rotstift, und nicht erst seitdem das Land NRW pleite ist. Vergilbte Postkarten beweisen, dass Düren vor dem Zweiten Weltkrieg eines der schönsten Städte Deutschlands gewesen ist. Nach dem Krieg ist hastig gebaut werden, um den vielen Flüchtlingen Obdach zu gewähren. Bei Regen versprüht Düren den Charme einer Plattenbausiedlung kurz vor dem Ende der DDR. Zusätzlich drückt der Leerstand von Immobilien aufs Gemüt des Besuchers und des Stadtsäckels.

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Nichtsdestotrotz gelingt es der Stadtverwaltung, international geehrte Künstler anzulocken. So hat Hermann Josef Hack, wohnhaft im nahen Siegburg, vom „World Climate Refugee Camp" am Samstag, 5. Juli 2014, auf dem weiträumigen Museumsvorplatz seine Kunstaktion auf- und vorgestellt, die von der UNESCO zur Nachahmung empfohlen und als UN-Dekade-Projekt für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet worden ist. Immerhin ist zuvor die Kunstaktion in London, Berlin, Dublin, Madrid, Mumbai, Addis Abeba und Peking gezeigt worden.

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Die Aktion besteht aus zahllosen Miniatur-Flüchtlingszelten. Der Künstler ist seit 2007 mit dem Klimaflüchtlingslager auf Tournee, schon lange bevor der Begriff „Klimaflüchtling" Einzug in die Sprache Zukunft besorgter und wohlhabender Menschen gefunden hat. Der Klimaaktivist bringt das Thema normalerweise in die Konsumzonen größerer Städte, um Zusammenhänge zwischen Konsum und den sozialen Folgen der täglich erwarteten Klimakatastrophe sichtbar zu machen.

Da der Museumsvorplatz nicht in der Konsumzone liegt, noch Düren welt- und NRW-weit gesehen eine größere Stadt ist, ist der Künstler, der während der gesamten Kunstaktion höchstpersönlich anwesend gewesen ist, um den Auf- und Abbau der Kunstwerke zu beaufsichtigen, nicht mit der Anzahl der Besucher einverstanden gewesen, so dass er beschlossen hat, die Aktion beim Beginn eines leichten Regens rechtzeitig abzubrechen.

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Bisher ist es weltweit keinem einzigen Flüchtling gelungen, sich als Klimaflüchtling registrieren zu lassen. Hoch dotierte Experten sagen voraus, dass es im Jahre 2050, wenn die Temperaturen in Deutschland die Werte wie zur Zeit der höchsten Blüte des Römischen Reiches erreichen werden, mit 200.000.000 Millionen Klimaflüchtlingen zu rechnen ist. Der UNESCO-Künstler Hermann Josef Hack plant dann, seine Aktion nach Nordeuropa zu verlegen.