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Gott und Evolution

Veröffentlicht: Aktualisiert:
RELIGION
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Können Tiere an Gott glauben? Es gibt wissenschaftliche Arbeiten, die diese Frage angehen, ohne sie befriedigend zu beantworten. Wir wissen jedoch mit absoluter Sicherheit, dass Menschen an Gott glauben. Da der Mensch zum Tierreich gehört, sollte es uns nicht verwundern, wenn auch bestimmte Tiere an Gott glauben.

Definition: Gott muss kein Mensch oder Tier sein. Gott ist eine Transzendenz, eine Kraft, die unendlich ist.

Seit wie vielen Jahrmillionen glaubt der Mensch an Gott? Was hat den Menschen veranlasst, an Gott zu glauben?

Eine mögliche Antwort auf die 2. Frage, bei der beinahe Einigkeit in der wissenschaftlichen Welt herrscht, lautet, dass der Mensch an Gott glaubt, seitdem er über den Tod reflektiert. Er betrachtet den toten Menschen, den er zu Lebzeiten gut gekannt, vielleicht geliebt hat. Der Tote nimmt keine Verbindung zum Lebenden auf. Warum? Hat die Seele ihn verlassen?

Irgendwann vor langer Zeit hat sich ein Urmensch diese Frage gestellt. Die Frage kann zu Gott führen. Irgendwann wird der Tod mit Gott assoziiert und die Bestattung des Verstorbenen wird zum religiösen Akt. Der Tote wird verbrannt oder beerdigt. Der Raum, wo dies erfolgt ist, wird göttlich, also heilig.

Tote Freunde kennt der Mensch erst seitdem er im Rudel lebt. Warum lebt er in Gemeinschaft und nicht alleine? Die korrekte Antwort nach Darwin lautet: Die Gemeinschaft bietet ihm einen Überlebensvorteil. Der Mensch, der einsam für sich lebt, stirbt aus. Wie Ötzi.

Das Leben im Rudel verändert die Menschen. Das Gehirn vergrößert sich, weil diejenigen, die über ein größeres Gehirn verfügen, mit den Anderen im Rudel erfolgreicher kommunizieren. Ein Überlebensvorteil! Der Mensch beginnt zu sprechen und zu denken als Folge des Überlebensvorteils in der Gemeinschaft. Ein Nebenprodukt (?) ist der Glaube an Gott.

Daraus lässt sich ableiten, dass Rudel-Tiere mit großer Hirnmasse die besten Voraussetzungen haben, an Gott zu glauben. Auch sie erleben den Tod eines Artgenossen. Von Elefanten weiß man, dass sie zum Sterbeort zurückkommen und dort eine Weile stumm (traurig?) verweilen. Dass Hunde um andere Hunde oder um ihre Menschen trauern, kann jeder erleben, der einen Hund zum Freund hat.

Viele Theisten und alle Atheisten sind der Meinung, dass der Glaube an Gott nicht die Existenz Gottes beweist. Schließlich gibt es auch keine Einhörner oder Hexen, nur weil einige Menschen von deren Existenz überzeugt sind. Doch im Unterschied zum Glauben an Einhörnern oder Hexen ist der Glaube an Gott weltweit verbreitet und weit mehr als die Hälfte der Menschheit glaubt an die Transzendenz. Trotzdem reicht dies nicht als Beweis für die Existenz Gottes aus.

Warum entwickeln Lebewesen Augen? Darwin: Weil sie in einer Welt des Lichtes einen Überlebensvorteil haben! Folglich entsteht das Auge, um das bereits vorhandene Licht aufzunehmen. Gäbe es in der Welt kein Licht, dann würde sich das bereits beginnende Auge schnell rückentwickeln. Hier irrt Goethe: Es ist nicht das Auge, welches das Licht hervorbringt.

Evolution nach Darwin: Der Glaube an Gott entwickelt sich nicht, um Gott herbeizuführen, sondern um Gott zu erkennen. Somit hat nach streng naturwissenschaftlichen Regeln Gott gute Chancen, nachgewiesen zu werden. Die Nicht-Existenz Gottes wird beweispflichtig.

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